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Wer grundlos bremst, trägt Mitschuld an Auffahrunfall

München.

(np) Fährt ein Fahrzeug auf ein anderes auf, haftet üblicherweise der Fahrer, der dem Vordermann hinten draufgefahren ist. Der Grundsatz lautet: Jeder muss sein Fahrzeug so beherrschen, dass er jederzeit bremsen kann. Bremst allerdings der vordere Fahrer ohne Grund stark ab, trägt er bei einem Auffahrunfall eine Mitschuld. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Amtsgerichts München . Ein Mann war mit einem VW Golf in der Stadt unterwegs. Plötzlich bremste die Fahrerin eines Mercedes vor ihm stark ab. Der Mann fuhr hinten auf. An seinem eigenen Wagen entstand ein Schaden von rund 4000 Euro.

Die Versicherung der Fahrerin, die stark gebremst hatte, war bereit, ein Drittel des Schadens zu übernehmen, und bezahlte auch rund 1300 Euro. Doch der Fahrer des hinteren Fahrzeugs forderte von der Versicherung, den gesamten Schaden zu begleichen, berichten die deutschen Verkehrsrechtsanwälte.

Da die Versicherung dies verweigerte, musste sich das Gericht mit der Angelegenheit befassen. Der Richter entschied, über den bereits gezahlten Schadensersatz hinaus müsse die Versicherung nichts mehr bezahlen. Grundsätzlich sei derjenige, der auffährt, für den Unfall verantwortlich. Bei einem Auffahrunfall habe der Hintermann entweder den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten oder er sei mit unangepasster Geschwindigkeit gefahren. Im vorliegenden Fall sei jedoch zu berücksichtigen, dass das vordere Auto ohne Grund stark abgebremst habe. Dessen Fahrerin müsse daher 30 Prozent des Schadens am Wagen des Hintermanns übernehmen. Da jedoch der Schaden bereits zu einem Drittel beglichen war, erhielt der Fahrer des Golf keinen weiteren Schadensersatz (Az.: 345 C 22960/13).