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VW T-Roc Cabrio: Fertig zum Sonnenbaden in neun Sekunden

Fahrbericht : Fertig zum Sonnenbaden in neun Sekunden

Die wärmsten Tage des Sommers nahen. Da kommt das erste SUV-Cabrio von Volkswagen gerade zur rechten Zeit, der T-Roc mit Stoffverdeck.

Das SUV-Cabrio ist eine noch seltene Gattung. Das im Juni 2016 eingeführte Range Rover Evoque Cabrio, das seinerzeit schon weit über 50 000 Euro kostete, ist bislang nicht allzu erfolgreich. Jetzt will Volkswagen mit dem offenen T-Roc für gute Laune sorgen. Der Einstiegspreis für das neue SUV-Cabrio mit elektrisch bedienbarem Stoffverdeck liegt bei 27 495 Euro. Dafür gibt es den 115 PS/85 kW starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Angesichts der Qualitäten, die das solide Auto bietet, und des fast grenzenlosen Open-Air-Fahrspaßes ist das ein durchaus angemessener Preis.

Maximal vier Insassen fühlen sich in der „Wanne“ wunderbar geborgen. VW verwendet als Basis für den offenen, verwindungssteifen Zweitürer das kleine, viertürige SUV T-Roc. Vorzüglich eingepasst haben die Techniker die vom Golf Cabrio abgeleitete „Mütze“, die 53 Kilogramm wiegt und zur schnellen Entspannung und Hautbräunung des Fahrers in neun Sekunden elektrisch betätigt werden kann. Das Öffnen ist auch während der Fahrt bis Tempo 30 möglich. Muss das Dach wegen eines plötzlichen Regengusses schnell geschlossen werden, dauert das nur zwei Sekunden länger als das Öffnen.

Wer sich den Wind um die Ohren wehen lassen will, kann auch die Seitenscheiben per Knopfdruck absenken. Wer die Scheiben jedoch oben lässt und das im Kofferraumboden praktisch verstaute Windschott einsetzt, ist vor Zug und stürmischem Wind wunderbar geschützt. Wird das Windschott aufgespannt, können die beiden hinteren Plätze allerdings nicht genutzt werden. Ansonsten finden dort zwei Erwachsene durchaus ausreichend Platz. Im 280-Liter-Kofferraum kann einiges an Gepäck mitgenommen werden.

Die Bedienung ist recht simpel, nicht so i-Phone-artig aufgesetzt wie beim Golf VIII. Das Cockpit ist funktional und praktisch. Das verbaute Hartplastik hat wenigstens den Vorteil, dass es leicht abgewaschen werden kann, wenn man mal zu lange mit offenem Verdeck unterm einem Baum geparkt hat. Wegen der großen Türen muss der Sicherheitsgurt von weit hinten rausgefummelt werden. Die hohe Gürtellinie schränkt den Blick nach schräg hinten ein.

Schon die Basisausstattung Style verfügt über eine ganze Reihe von Sicherheitsassistenten. Dazu zählen Notbremssystem mit Fußgängererkennung, Müdigkeitswarner sowie Spurhaltefunktion. Für Komfort sorgen Leichtmetallräder, höhenverstellbare Vordersitze, elektronische Parkbremse, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, geteilt umklappbare Rücksitzlehne sowie Fahrlicht- und Regensensoren.

Die R-Line-Ausstattung umfasst zusätzlich ein Sportfahrwerk, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht.

Für das frontgetriebene SUV-Cabrio gibt es auch einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 150 PS/110 kW. Statt des Sechs-Gang-Getriebes ist gegen 1950 Euro Aufpreis ein Sieben-Stufen-Direktschaltgetriebe erhältlich, das sanft anfährt. Der Motor eignet sich dank Zylinderabschaltung und Turbolader zum sparsamen Mitschwimmen ebenso wie zum sportlichen Fahren. Doch echte Cabrio-Fahrer gleiten dahin, sie rasen nicht. Daher gelingt es ihnen sogar, den Normverbrauch von 5,6 Litern auf 100 Kilometer einzuhalten. Bei unseren ersten Testfahrten waren es knapp sechs Liter, allerdings waren keine nennenswerten Autobahnabschnitte dabei.

Sollte es mal pressieren, weiß der Fahrer, dass er in 9,7 Sekunden von null auf Tempo 100 beschleunigen und mit 205 km/h über die Autobahn sausen kann. Gemütlich gefahren bleibt der Motor ein angenehmer Begleiter, der auf abgelegenen Straßen nicht von der reizvollen Landschaft mit ihren schönen Ausblicken ablenkt. Die Insassen genießen die komfortable Abstimmung mit sanfter Federung. Die Lenkung ist leichtgängig, aber dennoch gefühlvoll.

Anders als im neuen Golf wirkt das Cockpit im T-Roc Cabrio noch recht klassisch. Auf Wunsch kann man jedoch sein Smartphone einbinden. Foto: Volkswagen
Das Stoffverdeck des SUV-Cabrios öffnet und schließt sich elektrisch. Foto: Volkswagen

Die hohe Bodenfreiheit von 160 Millimetern erlaubt auch Fahrten ins leichte Gelände. Ein Allradantrieb ist für das T-Roc Cabrio allerdings nicht erhältlich. Weitere Motoren sind angekündigt, vielleicht auch eine R-Version mit 300 PS.