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Volvo - in elektrifizierten Antrieben künftig stark

Modellpalette : Jeder Volvo rollt auch rein elektrisch

Vor genau zehn Jahren wurde Volvo vom chinesischen Fahrzeugkonzern Geely übernommen. Der Zusammenschluss hat sich offensichtlich bewährt.

In Deutschland hat der schwedische Automobilhersteller Volvo im vergangenen Jahr mehr als 53 000 Fahrzeuge verkauft, ein Plus von 17,5 Prozent gegenüber 2018. Damit wächst Volvo zum sechsten Mal in Folge. Die bestverkauften Modelle sind dabei XC60, XC40 und V60.

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, will der schwedische Hersteller das Modellprogramm schrittweise elektrifizieren. Schon bis Ende 2020 soll kein neues Modell mehr ohne einen Elektromotor ausgeliefert werden. Dazu zählt freilich der Hybridantrieb, das Zusammenspiel von E-Maschine und Verbrenner. Ebenfalls ambitioniert ist die Absicht, bis 2025 den CO2-Ausstoß bei jedem Volvo-Modell um 40 Prozent zu senken.

Jetzt standen erst einmal der Volvo XC40 T5 Twin Engine und das zweite Modell des V60 mit Plug-in-Hybrid zu Testfahrten bereit. Das kompakte SUV XC40, das erste auf der neuen Kompakt-Plattform CMA, fährt mit einem komplett neu entwickelten Antriebsstrang vor. Ein Dreizylinder-Turbobenziner, der 180 PS/132 kW leistet, arbeitet mit einem 82 PS/60 kW starken Elektromotor harmonisch zusammen. Als Systemleistung werden 262 PS/192 kW und beachtliche 425 Newtonmeter Drehmoment angegeben.

Die Kraft der beiden unter der Fronthaube installierten Motoren wird über ein Doppelkupplungsgetriebe, das geschmeidig die sieben Gänge sortiert, an die Vorderräder geleitet. Mit voll aufgeladener Batterie kann der Volvo rein elektrisch bis 45 Kilometer weit fahren. Er verbraucht dann (nach WLTP) nur 2,0 bis 2,4 Liter Treibstoff – plus Strom.

Unter günstigen Umständen und auf überschaubaren Landstraßenabschnitten kamen wir durchaus auf diesen Verbrauchswert. Bei einer Langstrecke mit größerem Autobahnanteil sieht es freilich anders aus. Dann schmilzt auch die elektrische Reichweite rapide. Doch in der Stadt oder auf der Fahrt zum nahen Arbeitsplatz kann der Kunde des achten Plug-in-Hybrids in den sieben Baureihen der Marke einiges sparen.

Das gilt allerdings nicht beim Preis, denn da verlangt Volvo, das sich zu den Premium-Anbietern zählt, für das gut ausgestattete Auto in der ersten von drei Ausstattungsstufen 49 000 Euro. Aber da können durchaus noch 10 000 Euro für Extras dazukommen.

Im Volvo V60 T6 Twin Engine AWD sind ein 253 PS/186 kW starker Benziner und eine Elektro-Maschine mit 87 PS/65 kW eingebaut. Als Drehmomente werden 350 und 240 Newtonmeter angeben, als Normverbrauch 2,0 bis 2,4 Liter Super plus rund 16 kWh Stromverbrauch. Wobei Volvo ein verlockendes Angebot macht: Fürs erste Jahr nach Kauf übernimmt die Marke die Stromkosten für die elektrisch zurückgelegten Strecken. Das ist doch was bei einem durchschnittlichen Strompreis von rund 30 Cent/kWh.

Die elektrische Norm-Reichweite beläuft sich auf bis zu 60 Kilometer. Auf einem präparierten Testgelände, unter anderem mit Eis und Schnee, konnte der V60 zeigen, was in ihm steckt. Der Fahrspaß kommt nicht zu kurz, nicht zuletzt dank des Allradantriebs, der die Leistung besser auf den Boden bringt, als das beim frontgetriebenen XC40 möglich ist. Hier ist der Fahrer bei jedem Wetter, nicht nur bei Eis- und Schneeglätte, sondern auch auf regennasser Straße, auf der sicheren Seite.

Im Grenzbereich erlaubt der V60 AWD mit dem Plug-in-Hybrid sogar einen kontrollierten Drift auf Schnee, spektakulär gewiss, aber nicht für öffentliche Straßen zu empfehlen. Die Preise für den flotten Kombi mit der Achtgangautomatik Geartronic starten bei 55 850 Euro.

Auch beim Mildhybrid gibt es Verbesserungen und Erweiterungen im Angebot. XC60 und XC90 bieten das schon bei Dieselversionen praktizierte System. Die Volvo-Manager verweisen auf die komplette Neuentwicklung mit 48-Volt-Bordnetz im Vergleich zum Vorgänger. Es verringert Verbrauch und CO2-Ausstoß um bis zu 15 Prozent, harmonisiert Start-Stopp-Vorgänge und erlaubt erstmals bis zu 100-prozentige Energierückgewinnung mit dem sogenannten Brake-by-Wire-System. Bei Volvo steht fest: Die Hybride werden den Diesel zunehmend ersetzen.

Nicht zu den Ersten zählt Volvo mit seinem vollelektrischen Modell XC40. Viele Autobauer sind mit reinen Elektroautos schon längst auf dem Markt. Aber der Recharge P8 soll noch in diesem Jahr kommen. Auch bei einem anderen Thema macht Volvo ernst. Nach dem hausinternen Motto „Volvo fährt 180 – mutig, nachhaltig, konsequent“ sollen Kunden ihre Neuwagen nur noch wenige Monate schneller als 180 km/h fahren können. Bei dem neuen XC40 T5 Twin Engine zum Beispiel liegt die Höchstgeschwindigkeit noch bei 205 km/h. Dann greift bei den ab Mai produzierten Modellen laut Markensprecher „die Absicherung“, soll heißen, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 180 km/h begrenzt.

Auch den großen Kombi V60 bietet Volvo mit Plug-in-Hybrid-Antrieb an. Eingebaut werden ein Benzinmotor mit 253 PS und ein Elektromotor mit 87 PS. Foto: Volvo

Die einen begrüßen diese neue Regelung, weil sie eh nie schneller fahren, die anderen sprechen von Bevormundung. Okay, vielleicht lässt sich die Drosselung für besonders eilige Fahrer doch irgendwie umgehen.