Seat Tarraco : Raumwunder gibt es immer wieder

Seats drittes SUV ist ein ganz Großer mit bis zu sieben Sitzen und 1920 Litern Stauraum. Zu haben ist der Tarraco schon für 29 980 Euro.

„Wunder gibt es immer wieder“, sang Schlagerstar Katja Ebstein 1970 ebenso gefällig wie überzeugend. 38 Jahre später gilt dies mehr denn je, bei Autos vor allem in Form von Raumwundern. Früher war der VW-Bus so eines, denn seine Kastenform nutzte die umbaute Fläche optimal. Später gab es immer wieder sehr große Kombis wie das T-Modell der Mercedes E-Klasse (vor allem die Baureihe S 210 bis 2002).

Jetzt ist der neue Mittelklasse-SUV Seat Tarraco so ein regelrechtes Raumwunder. Auf nicht mehr als 4,74 Metern Länge schluckt der Allrounder fast zwei Kubikmeter Gepäck. Exakt 1920 Liter sind mehr als 53 Getränkekisten. Die nächste Party kann kommen. Nicht nur damit sorgt der praktische Spanier für gute Laune.

Dass wir den Seat Tarraco erstmals nahe Tarragona bei Barcelona fahren, ist kein Zufall. Denn der Name bedeutet nichts anderes als Tarragona auf Katalanisch. Die an sich stolzen Südost-Spanier können auf den dritten SUV nach Ateca und Arona besonders stolz sein. Denn Volkswagen-Tochter Seat hat sich wieder mal sehr geschickt im Konzernregal bedient. Der Tarraco ist nicht nur etwa so groß wie die Konzernbrüder VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq, sondern basiert auch auf der gleichen hochentwickelten Technikplattform MQB-A LWB.

„Long Wheel Base“ steht für langen Radstand (2,79 Meter beim Seat) und somit besonders großen Innenraum. Der Spanier läuft gemeinsam mit dem deutschen Bestseller Tiguan in Wolfsburg vom Band. Wer sich mit VW und seinen Tochtermarken auskennt, wird sich auch im neuen Seat leicht zurechtfinden – bis hin zum Infotainmentsystem auf neuestem Stand sowie volldigitalem Cockpit mit konfigurierbaren Instrumenten.

Keine Überraschung auch bei den Antrieben: Zwei Benziner und zwei Diesel leisten jeweils 150 oder 190 PS und werden zum Marktstart am 23. Februar Euro 6d-temp erfüllen. Optional zur Sechsgang-Handschaltung ist jeweils ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) erhältlich. Der 2.0 TDI mit 190 PS und vor allem bärenstarkem Drehmoment von 400 Nm macht den besten Eindruck.

Der Basisbenziner im Tarraco 1.5 TSI sorgt zwar ebenfalls für quirligen und kräftigen Vortrieb, fällt aber bei mittleren bis hohen Drehzahlen mit leichtem Dröhnen unangenehm auf. Das ist aber schon die einzige Kritik am Einstiegs-Tarraco, der für 29 980 Euro insgesamt erstaunlich viel bietet.

Vor allem sein Stauvolumen macht das große SUV zum idealen Familienfahrzeug. Optional sind sieben Sitze möglich. Dass dann der Kofferraum auf nur 230 Liter schrumpft, ist zwar schade, aber die Konkurrenz kann das auch nicht viel besser. Damit liegt der Tarraco zwischen VW Tiguan Allspace (215 Liter) und Skoda Kodiaq (270 Liter) und immer noch deutlich vor siebensitzigen Konkurrenten wie Nissan X-Trail (135 Liter) oder Hyundai Grand Santa Fe (200 Liter). Ansonsten sind alle Kofferraumwerte des spanischen SUV vorbildlich: Etwa beim Maximalwert als Siebensitzer (1920 Liter) oder wenn zumindest die Rücklehnen der dritten Sitzreihe umgeklappt sind (700 statt 760 Liter beim reinen Fünfsitzer).

In puncto Alltagsnutzen gibt sich der neue Tarraco also keine Blöße. Das gilt auch auf allen Sitzplätzen. Die vorderen fünf sind in jeder Dimension geräumig. Sitze sechs und sieben reichen für Kinder völlig aus. Viel mehr ist auf 4,74 Metern Länge einfach nicht möglich.

Rundum ist Seats neues SUV-Flaggschiff sehr übersichtlich, die Feinarbeit erledigt auf Wunsch eine Rückfahrkamera. Dank Konzern-Technik gibt es den Tarraco gegen Aufpreis auch mit Allradantrieb und großen Offroad-Talenten.

Der Tarraco steht für die künftige Designsprache der Marke. Er wirkt sehr stimmig und ansprechend. Umso mehr muss man dem großen, aber nicht riesigen SUV zugutehalten, dass er für praktische Vorzüge keine schmerzlichen Zugeständnisse abverlangt. Zum Einstiegspreis von knapp 30 000 Euro ist er ein wirklich verblüffendes Raumwunder.