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Suzuki Vitara: Mit drei Zylindern zur Berghütte

Automobil : Mit drei Zylindern hoch zur Berghütte

Modellpflege beim Suzuki Vitara. Das kleine SUV kommt mit neuer Optik und neuem Dreizylinder-Turbo mit 111 PS/82 kW aus 1,0 Liter Hubraum.

Seit bald 40 Jahren ist Suzuki ein bewährter Name für kompakte und bezahlbare Geländewagen: LJ, SJ, Samurai, SX4, S-Cross, Vitara, Grand Vitara. Heute werden solche Modelle neudeutsch Sports Utility Vehicles (SUV) genannt – sportliche Mehrzweckfahrzeuge. Diese punkten nicht nur auf löcherigen Feldwegen und verschneiten Pisten, sondern sollen auch ein bestimmtes Lebensgefühl widerspiegeln. Suzuki verwendet dafür den Werbeslogan Way of Life.

Jetzt hat Suzuki den Vitara überarbeitet. Das kleine SUV ist 4,17 Meter lang. Über ihm rangiert der SX4 S-Cross (4,30 Meter), unter ihm der Jimny (3,65 Meter). Mit Starrachsen und Allradantrieb ist der Jimny ein wahrer Gelände-Crack und als Neuauflage so erfolgreich, dass Lieferfristen bis zu einem Jahr bestehen.

Beim Vitara erinnern sechs nahezu senkrechte Chromrippen als Kühlergrill an den Jeep, an das Urgestein bei Geländewagen schlechthin. Abgesehen davon tritt der Suzuki nicht ganz so aggressiv auf wie viele SUV-Modelle heute. Am ehesten lässt er sich als kompakter, dafür deutlich höherer Kombi (1,60 Meter) charakterisieren.

Innen- und Kofferraum fallen großzügiger aus als sonst bei Modellen, die knapp über vier Meter lang sind. Die Rücksitze reichen für Erwachsene auch auf längeren Strecken. Fahrer und Beifahrer sind auf weit verstellbaren Sitzen gut untergebracht. Der Kofferraum fasst 375 Liter, beim Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne sind es 1120 Liter. Der erste Wert ist mehr, der letzte weniger als bei einem VW Golf.

Mit Spurhalte- und Auspark-Assistenten, Totwinkel- und Müdigkeits-Warnern, mit automatischer Notbremse und sogar Verkehrszeichenerkennung verfügt der Vitara zumindest in den höheren Ausstattungsstufen über heute übliche Segnungen moderner Elektronik.

Die Topversion Comfort+ kommt sogar mit Navi samt Bildschirm. Die beiden Rundinstrumente indes sind allzu grau in grau gehalten. Sie abzulesen, bereitet Mühe. Zwischen ihnen können Daten unter anderem über den aktuellen Verbrauch eingeblendet werden, dummerweise nicht die aktuell gefahrene Geschwindigkeit als Digitalzahl. Als wenig zuverlässig erwies sich bei ersten Testfahrten auch die Verkehrszeichenerkennung.

Größter Fortschritt ist zweifellos der 1,0-Liter-Boosterjet-Motor mit drei Zylindern. Seine 111 PS/82 kW sind zwar 9 PS weniger als beim bisherigen 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, dafür tritt der neue Turbo bei niedrigen Drehzahlen deutlich besser an: mit 170 Nm bereits ab 2000 U/min anstatt mit 156 Nm erst ab 4100 U/min. Unter 2000 U/min allerdings lässt das Temperament nach, dazu reagiert der Motor etwas verzögert auf Gasgeben. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 11,5 Sekunden.

Der vom bisherigen Modell bekannte Boosterjet-Motor mit vier Zylindern, 1,4 Liter Hubraum, 140 PS/103 kW und 220 Nm schon ab 1500 U/min kann alles besser. Er ist 200 km/h schnell und spurtet in 9,5 Sekunden von null auf hundert. Und er verbraucht, da er in der Praxis mit niedrigeren Drehzahlen gefahren werden kann, nicht deutlich mehr. Als Normverbräuche sind mit Schaltgetriebe 5,3 Liter Super für den 1.0 und 5,8 Liter für den 1.4 angegeben. In der Praxis wird es mindestens ein Liter mehr.

Die Schaltung arbeitet leicht und knackig. Statt des Schaltgetriebes lässt sich auch eine Automatik ordern, ebenfalls mit sechs Gängen. Mit dem ganzen Auto ist man rasch vertraut, auch weil sich Heizung und Gebläse über einfache Drehknöpfe steuern lassen. Für 2300 Euro Aufschlag steht ab Comfort-Ausstattung und mit 1,4-Liter-Motor auch der Vierradantrieb Allgrip zur Verfügung. Er bietet vier Programme – von Sport mit direkterer Gasannahme bis zu Lock mit fest gekoppelter Hinterachse für losen Untergrund.

Der Vitara gehört zu den am besten verkauften Modellen bei Suzuki. Im vergangenen Jahr waren dies insgesamt 37 530, ähnlich wie beispielsweise bei Volvo, Porsche, Smart. Mit der Modellpflege steigen allerdings die Preise. Die Basisversion Club mit 111 PS und weitgehend ohne elektronische Helferlein steht mit 18 650 Euro in der Liste, die 140 PS starke Comfort-Version mit 22 450 Euro.

Die beiden in Grau gehaltenen Rundinstrumente im Vitara lassen sich nicht sonderlich gut ablesen. Foto: Suzuki
Die sechs nahezu senkrechten Chromrippen am Kühlergrill des Vitara erinnern an einen robusten Jeep. Foto: Suzuki

Im Segment der kleinen SUVs tummeln sich mittlerweile zahlreiche Modelle, an der Spitze der neue VW T-Roc. Weitere Mitbewerber sind zum Beispiel Opel Crossland X, Renault Captur, Hyundai Kona, Mazda CX-3, Ford Ecosport, Kia Stonic oder Seat Arona.