Sprung nach vorn bei der Laufkultur

Sprung nach vorn bei der Laufkultur

Mazda überarbeitet den kompakten 3er passend zum Namen nach drei Jahren. Dabei fallen die äußerlichen Änderungen kaum ins Gewicht. Vor allem Fahrwerk und Innenraumqualität profitieren vom neuen Modelljahr.

Mazda schafft es als einziger japanischer Hersteller, über die gesamte Modellpalette hinweg ein Familiengesicht zu prägen. Da macht auch der jetzt überarbeitete Mazda3 keine Ausnahme. Die Änderungen gegenüber dem bisherigen Modell wurden mit Augenmaß vorgenommen: Etwas schmalere Scheinwerfer flankieren den chromumrandeten Grill, am Heck braucht es den direkten Vergleich zum Vorgänger, um eine neue Kante im Stoßfänger zu entdecken.

Dennoch erscheint Mazdas Kompaktklasse nicht angestaubt, erfreulich frisch wirkt die schwungvolle Linienführung. Dazu kommt, dass knapp ein Drittel der Kunden ein rotes Auto bestellen - ungewöhnlich in einer Welt voll weißer, silberner und schwarzer Fahrzeuge. Im Inneren konnte der Mazda3 bisher schon mit seinem ausgereiften und leicht verständlichen Bedienkonzept mittels Dreh-Drücksteller und berührungsempfindlichem Farbbildschirm überzeugen. Neu zeigt sich das schicke Multifunktionslenkrad, das mit schlanker Lederummantelung gut zu greifen ist.

Nach wie vor ist der 3er trotz seiner beachtlichen Außenmaße kein Raumwunder. Zwar genießen vier Passagiere ausreichend Bewegungsfreiheit, dem fünften hinten in der Mitte bleibt aber eine vollständig ausziehbare Kopfstütze weiterhin verwehrt. Auch ist mit 364 bis 1263 Litern Gepäckraumvolumen kein Blumentopf zu gewinnen. Der Marktführer VW Golf kommt auf 380 bis 1270 Liter.

Bei der Technik bauten die Mazda-Entwickler auf eine gute Grundlage. Schon bisher glänzten die Motoren mit ordentlichen Verbrauchswerten im Alltag und das Fahrwerk mit guter Fahrbahnhaftung. Einzig die Federung erschien etwas straff, so dass hier Nachbesserungsbedarf bestand. Neues Dämpferöl und leichte Änderungen der Fahrwerksabstimmung lassen nun auch mit den 18-Zoll-Felgen der höchsten Ausstattung keine bösen Schläge mehr nach innen. Die gute Straßenlage blieb erhalten, wurde durch eine neue Motorsteuerung sogar noch verbessert. Drehmoment und Leistung werden so feinfühlig angepasst, dass deutlich flüssigeres Kurvenfahren möglich ist. Schon der 1,5-Liter-Einstiegsbenziner mit 100 PS/74 kW kommt gut mit dem 3er zurecht, der leer nur 1260 Kilogramm wiegt.

Bereits seit Mai gibt es als Alternative einen 1,5-Liter-Dieselmotor, der mit 105 PS/77 kW zwar nur unwesentlich mehr leistet, aber dank 270 Nm Drehmoment schon bei 1600 Touren für besseren Durchzug sorgt. Richtig flott bringt der 150 PS/110 kW starke 2,2-Liter-Diesel das Auto in Schwung. Sein üppiges Drehmoment von 380 Nm steht schon ab 1800 U/min zur Verfügung. Zudem wurde die Laufkultur durch ein überarbeitetes Einspritzverfahren deutlich verbessert. Stärkster Motor ist nach wie vor ein 2,0-Liter-Benziner, der mit 165 PS/121 kW gut abgeht. Nach wie vor setzt Mazda keine Turbolader bei den Benzinern ein, auch die gedrosselte Version des 2,0-Liters mit 120 PS/88 kW kommt dank hoher Verdichtung ohne Zwangsbeatmung aus.

Wenn der Mazda3 ab 3. Februar nächsten Jahres beim Händler steht, beginnt die Preisliste bei 17 990 Euro. Das sind 300 Euro mehr als beim noch aktuellen Modell. Dieses wirkt angesichts der doch sehr moderaten äußeren Überarbeitung keineswegs veraltet.

Zum Thema:

Auf Wunsch ist der Mazda3 mit beheizbarem Lenkrad und elektrischer Parkbremse zu haben.
Fast jeder dritte Käufer eines Mazda3 entscheidet sich für eine rote Lackierung. Fotos: Mazda.

Ausführung:KompaktwagenPreis:17 990 EuroLänge:4,47 MeterBreite:1,80 MeterHöhe:1,47 MeterRadstand:2,70 MeterLeergewicht:1260 KilogrammZuladung:540 KilogrammGepäckraum:364 - 1263 LiterAnhängelast:950 KilogrammMotor:4-Zylinder-BenzinerHubraum:1496 ccmLeistung:100 PS/74 kWDrehmoment:150 Newtonmeter bei 4000 U/minAbgasnorm:Euro 6CO{-2}-Ausstoß:119 g/kmSpitze:182 km/h0 auf 100 km/h:10,6 SekundenNormverbrauch:5,1 Liter Super