1. Leben
  2. Motor

Skoda reitet auf der Erfolgswelle

Automobil : Skoda reitet auf einer Erfolgswelle

Die tschechische VW-Tochter Skoda erneuert in diesem Jahr ihr Kernmodell Octavia, bringt zwei elektrifizierte Autos auf den Markt, erweitert ihr Erdgas-Angebot und meldet eine Erholung der Diesel-Verkäufe.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Planer bei Skoda alles richtig machen. Fürs vergangene Jahr hat der deutsche Importeur einen Zulassungsrekord von 200 000 Fahrzeugen zu vermelden. Diese sechsstellige Zahl wurde von Skoda hierzulande noch nie erreicht. Dazu meint Frank Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung von Skoda Deutschland: „Der neue Absatzrekord und unser auf 5,8 Prozent gestiegener Marktanteil untermauern unsere Position als stärkste Importmarke, die wir jetzt im elften Jahr in Folge halten.“

Innerhalb der acht Baureihen nimmt der Kombi beziehungsweise die Mittelklasse-Limousine Octavia mit 52 000 Verkäufen die Spitzenposition in der hauseigenen Statistik ein. Dahinter reihen sich der Kleinwagen Fabia samt Kombi sowie die SUV-Modelle Karoq und Kodiaq ein, dicht gefolgt vom Flaggschiff Superb auf Platz fünf. Danach bilden das Kompaktpaar Rapid/Scala, der kleine Hüpfer Citigo sowie das nagelneue SUV Kamiq den derzeitigen Abschluss.

Obwohl der kleinste unter den Hochbeinern, der 4,24 Meter lange Kamiq, erst seit letztem Spätherbst auf dem Markt ist, hat das SUV-Trio mit Karoq und Kodiaq schon 30 Prozent der hiesigen Skoda-Verkäufe erreicht. Der Weiterstädter Importeur geht überdies davon aus, dass auf Dauer der Anteil des kleinen SUVs überproportional steigen wird.

Mit Blick auf den in jüngerer Vergangenheit massiven Einbruch von Dieselfahrzeugen gibt Jürgens für sein Haus diesbezüglich Entwarnung: „Wir befinden uns wieder auf einem nahezu 50-prozentigen Selbstzünder-Niveau.“ Fürs angebrochene Jahr steht jedoch die Elektromobilität im Mittelpunkt. Neu im Angebot sind der Superb iV als erster Plug-in-Hybrid der Marke sowie der batterieelektrische Citigo-e iV.

Die Verkaufsmannschaft freut sich dabei besonders darüber, dass noch im Dezember bereits 3000 Bestellungen vorlagen, ohne dass auch nur einer der künftigen Kunden die Fahrzeuge schon Probe gefahren hätte. Beim kleinen Citigo-e iV, der eine Reichweite von rund 260 Kilometer haben soll, gibt es laut Jürgens ein attraktives Leasingangebot mit einer monatlichen Rate von 145 Euro, und zwar ohne Anzahlung. Darin ist auch die Batteriemiete enthalten. Die Käufer dürften mit einer üblichen Lieferzeit von acht bis zwölf Wochen rechnen, sofern es in den nächsten Monaten keinen allzu großen Kunden-Ansturm gäbe.

Wer sich für alternative Kraftstoffe mit einer besseren Umweltbilanz erwärmen kann, wird bald auch Erdgas-Versionen für Kamiq, Scala und Octavia wählen können. Jürgens betont zu diesem Thema: „Das sind drei wesentliche Modelle von uns, womit unschwer zu erkennen ist, dass wir ein klares, zuversichtliches Bekenntnis zur Erdgas-Zukunft ablegen.“

Was ist zudem von Skoda zu erwarten? Die neue Octavia-Baureihe wurde schon präsentiert – länger und breiter als bisher wird sie ab dem 28. März zu den Händlern kommen. Dieses wichtigste Skoda-Modell wird es als Benziner, Diesel, Mild-Hybrid und als Plug-in-Hybrid zum Einstöpseln an der Steckdose geben sowie wie erwähnt in einer Erdgas-Version.

Später im Jahr erscheint ein vollelektrischer Crossover, der 2019 auf dem Genfer Autosalon als Studie Vision iV gezeigt wurde. Er trägt den Namen Enyaq, ist ein fünftüriges SUV-Coupé auf großen Rädern und nutzt den modularen Elektrifizierungsbaukasten des VW-Konzerns. Mutmaßlich wird es 2020 einigen Wirbel um beziehungsweise von Skoda geben, da die tschechische Marke zum 125-jährigen Jubiläum viele Feierlichkeiten plant.

Der Fabia, der die gleiche Technik nutzt wie der VW Polo, bietet viel Platz auf kleinem Raum und ist gut abgestimmt. Foto: Skoda
Das kompakte SUV Karoq überzeugt mit der Variabilität eines Familien-Vans. Die hohe Sitzposition ist sehr bequem. Foto: Skoda
Als erstes reines Elektroauto von Skoda hat der Citigo e iV den Benziner abgelöst. Er hat 260 Kilometer Reichweite. Foto: Skoda
Aus der Studie Vision iV wird Skodas erstes Elektro-SUV hervorgehen. Es heißt Enyaq und startet noch dieses Jahr. Foto: Skoda

Als Jubiläumsmodell ist jetzt der Kamiq Drive 125 ab 22 390 Euro bestellbar. Er bietet unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, Ambiente-Beleuchtung, beheizbare Vordersitze und eine Zweizonen-Klimaautomatik.