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Skoda Octavia: Auch mit Strom und Gas flott voran

Neuvorstellung : Die Wahl zwischen Strom und Gas

Skoda erweitert sein Antriebsangebot beim Octavia. Zu den jeweils zwei Benzin- und Dieselmotoren gesellen sich im Herbst ein Mildhybrid, zwei Plug-in-Hybride und eine Erdgasversion.

Was für einige Automobilhersteller schon länger zum guten Ton gehört, ist jetzt auch bei Skoda zu haben: ein Mildhybridantrieb. Die TSI-Benzinmotoren werden mit einem Riemen-Startergenerator und einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie kombiniert. Beim Skoda Octavia handelt es sich um den 110 PS/81 kW starken 1,0-Liter-TSI-Dreizylindermotor sowie den 150 PS/110 kW leistenden TSI-Vierzylindermotor mit 1,5 Liter Hubraum.

Der Akku mit einem Energieinhalt von 0,6 kWh steckt unter dem Beifahrersitz und wird über die Rückgewinnung von Bremsenergie geladen. Dieser technische Aufwand wird betrieben, um beim starken Beschleunigen zusätzliche 50 Newtonmeter Drehmoment beisteuern zu können. Zudem lässt sich der Motor während der Fahrt komplett abschalten. Dieses sogenannte Segeln soll bis zu 0,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer einsparen.

Derart ausgestattet verbraucht die Octavia-Limousine nach der Norm 4,3 Liter Super. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 98 g/km. Ein weiterer Vorteil des Mildhybrids ist der sanftere und schnellere Motorstart. Eine E-Tec-Plakette an der Heckklappe weist auf diese Ausführung hin. Der Skoda Octavia E-Tec kostet ab 26 572 Euro.

Bei der Elektrifizierung einen Schritt weiter gehen die beiden Octavia-iV-Versionen. Die stärkere der beiden trägt die Zusatzbezeichnung RS. Es handelt sich um Plug-in-Hybride, deren Batterie für den Elektromotor an der Steckdose aufgeladen werden kann. In beiden iV-Varianten arbeiten ein 1,4-TSI-Benzinmotor mit 150 PS/110 kW und ein 116 PS/85 kW starker Elektromotor zusammen. Durch eine unterschiedliche Auslegung der Software steht dem iV eine Gesamtsystemleistung von 204 PS/150 kW zur Verfügung, dem RS iV sogar 245 PS/180 kW. Die Kräfte werden in beiden Fällen über ein Sechsgang-Direktschaltgetriebe übertragen.

Während erster Testfahrten im iV über Landstraßen verfehlten wir die angegebene maximale elektrische Reichweite von 60 Kilometern bei zurückhaltendem Gasfuß um gut zehn Kilometer. Wie bei Plug-in-Hybriden üblich kann man zwischen rein elektrischem Vorankommen oder dem automatischen Zusammenspiel des Verbrennungsmotors und des Stromantriebs wählen.

Abgesehen von der Energierückgewinnung beim Bremsen lässt sich die 13-Kilowatt-Batterie an einer Wallbox in dreieinhalb Stunden wieder voll aufladen. Der Ladeanschluss befindet sich auf der Fahrerseite hinter einer Klappe im vorderen Kotflügel. Wer also einen regelmäßigen täglichen Weg im städtischen Gebiet von etwa 50 Kilometer zu absolvieren hat, kann diesen rein elektrisch fahren.

Da der Normverbrauch mit voll geladener Batterie errechnet wird, beträgt er für die iV-Limousine nur 1,2 Liter Super (CO2-Ausstoß: 28 g/km). Nach unseren Testfahrten zeigte der Bordcomputer allerdings 4,6 Liter an.

Wegen des zusätzlichen Elektroantriebs schrumpft der Kofferraum um 145 Liter gegenüber den herkömmlich angetriebenen Octavia-Versionen. So stehen in der iV-Limousine 455 Liter und im Combi 495 Liter Gepäckraum zur Verfügung.

Der Octavia iV kostet ab 37 617 Euro, der Combi steht ab 38 299 Euro bei den Händlern. Den RS iV gibt’s ab 42 267 Euro, für den Combi werden 42 949 Euro fällig.

Als dritte Neuheit kommt noch im Herbst die Octavia-Erdgasvariante CNG auf den deutschen Markt. Diese Ausführung hat sich hierzulande bisher nicht so richtig durchgesetzt, obwohl sie vergleichsweise umweltfreundlich und wirtschaftlich ist. Durch die sauberere Verbrennung von Erdgas sinkt der CO2-Ausstoß gegenüber dem Benzinbetrieb um rund 25 Prozent. Außerdem fallen deutlich weniger Stickoxide (NOx) und keinerlei Rußpartikel an. Zudem kann man von attraktiven Kraftstoffkosten profitieren.

Der 1,5-Liter-TGI-Benziner unter der Motorhaube des Octavia G-Tec leistet 130 PS/96 kW. Damit kommt er zweifellos flott voran und steht in der Praxis dem Fahrverhalten eines Benziners in nichts nach, wie wir auf unseren Testrunden feststellen konnten. Daran hat das fein schaltende Siebengang-Direktschaltgetriebe einen nicht unerheblichen Anteil.

Der CNG-Vorrat von 17,33 Kilogramm ist für eine Reichweite von rund 500 Kilometern ausgelegt. Darüber hinaus hat man noch einen Neun-Liter-Benzintank an Bord, um bei Bedarf die Suche nach einer Erdgastankstelle zu erleichtern. Das Umschalten zwischen CNG- und Benzinbetrieb erfolgt stets automatisch. Den Erdgasverbrauch gibt Skoda mit 3,5 Kilogramm auf 100 Kilometer an (CO2: 95 g/km).

Im digitalen Cockpit des Octavia können wichtige Funktionen über die Bedientasten des Lenkrads bedient werden. Foto: Skoda
Die Octavia G-Tec-Limousine wird mit Erdgas betrieben. Zudem ist für alle Fälle ein kleiner Benzintank an Bord. Foto: Skoda

Wegen der Gastanks büßt der G-Tech ebenso viel Kofferraum ein wie seine Plug-in-Hybrid-Brüder. Es bleiben 455 Liter in der Limousine und 495 Liter im Combi. Mit Erdgasantrieb kostet die Octavia-Limousine ab 30 276 Euro, der Combi schlägt mit 30 959 Euro zu Buche.