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Seit 25 Jahren im Kampf mit den Platzhirschen

Seit 25 Jahren im Kampf mit den Platzhirschen

Lexus feiert 25. Geburtstag. 1990 startete Toyota seine Nobel-Marke. In den USA wurde sie ein Riesenerfolg. Bei uns jedoch bis heute nicht. 2014 verkauften die wenigen Lexus-Händler gerade einmal 1328 Autos.

Den kompakten CT200h bietet Lexus ausschließlich mit Benzin- plus Elektromotor an.
Ein Vorgänger der Luxus-Limousine LS 460 war das erste Lexus-Modell im deutschen Markt.
Die RX-Baureihe startete vor elf Jahren als erstes SUV-Modell mit Hybridantrieb. Fotos: Lexus
In der stark umkämpften Mittelklasse ist Lexus mit dem IS 250 in dritter Generation vertreten.

"Seit 25 Jahren", jubiliert der Text der deutschen Presseabteilung von Lexus , "ist die japanische Premium-Marke auch in Deutschland Vorreiter und Trendsetter einer ganzen Branche." Die Branche, pardon, hat davon nichts gemerkt. Der Markt für große und teure Limousinen wird bei uns fast komplett beherrscht von Audi , BMW und Mercedes-Benz.

Für Importe bleiben nur Käufer übrig, die ihrer Nachbarschaft oder ihrem Betriebsrat bewusst nicht anhand ihres Autos verraten wollen, in welchen finanziellen Verhältnissen sie leben. Dies sind nur wenige. Für importierte luxuriöse Fahrzeuge bleiben entsprechend bescheidene Zahlen, gleichgültig, ob sie nun von Cadillac, Infiniti oder Lexus stammen.

In ganz Europa sind die deutschen Premiummarken so stark, dass Citroën , Peugeot oder Lancia ihre großen Limousinen aufgegeben haben. Jaguar und Volvo indes zeigen, dass es doch geht: Im vergangenen Jahr verkauften die Engländer bei uns 4229, die Schweden sogar 31 919 Automobile, die meisten freilich in kleineren Klassen. Lexus , der Name soll bewusst nach Luxus klingen, wagte sich in die Höhle des Löwen, als 1990 der LS 400 nach Deutschland kam. Die Fünf-Meter-Limousine mit 4,0-Liter-V8 und 245 PS/180 kW trat ähnlich seriös auf wie die damalige S-Klasse von Mercedes. Mit ihrer serienmäßigen Ausstattung setzte sie Maßstäbe, unter anderem mit Klima-Automatik, HiFi-Anlage, Fahrer-Airbag und sogar Navigation. Der Preis lag deutlich unter denen der Konkurrenz.

Die Autotester überschlugen sich mit Auszeichnungen, der LS 400 gewann zum Beispiel das "Goldene Lenkrad", er wurde "Importwagen Nummer eins in der Luxusklasse". In den USA stieg die neue Marke kometenhaft auf. Der Name Lexus klingt dort heute ebenso gut wie Audi , BMW oder Mercedes-Benz. Bei uns konnten sich die Vertreter der deutschen Nobelmarken alsbald entspannt zurücklehnen. Der Lexus-Verkauf lief zäh an. Dies änderte sich auch nicht, als 1995 der zweite LS 400 erschien, auf Wunsch schon mit Luftfederung. Mit dem GS 300 folgte ein kleineres Modell, mit dem RX 400h vor elf Jahren das erste Sport Utility Vehicle (SUV - sportliches Mehrzweckfahrzeug) mit Hybridantrieb . Es war lange Jahre das Modell mit den höchsten Verkaufszahlen. Es prägte ganz wesentlich das positive Umweltimage der Marke Lexus : Normverbrauch (6,3 Liter Super) und CO{-2}-Ausstoß (145 g/km) sind nur gut halb so hoch wie beim gleich großen RX 350 mit Sechszylinder-Benzinmotor.

Lexus ist heute die erste und einzige Marke in Deutschland, die in allen Modellreihen Hybridantrieb anbietet. Die Palette beginnt mit dem vor einem Jahr überarbeiteten CT 200h in der Kompaktklasse (ab 27 600 Euro). Ihn gibt es ausschließlich mit dem aus dem Toyota Prius bekannten Triebsatz mit 1,8-Liter-Benzin- plus Elektromotor. Für die angegebene Systemleistung von 136 PS/100 kW wirkt der kleine Lexus etwas zäh, was auch an der serienmäßigen stufenlosen Getriebeautomatik liegt. Mit 3,6 Litern Normverbrauch (CO{-2}-Ausstoß: 82 g/km) erreicht er dafür die für Benzinmodelle höchst seltene Effizienzklasse A+.

Es folgen der IS in der Mittel- und der GS in der gehobenen Mittelklasse (ab 34 200 beziehungsweise 45 300 Euro), Letzterer ausschließlich als Hybrid und optional sogar mit Allradlenkung. Gekrönt wird das Programm vom LS in vierter Generation mit V8-Motor und Achtgang-Automatik (ab 92 800 Euro). IS und LS sind ebenfalls mit Hybridantrieb zu haben. Der Normverbrauch liegt dann noch unter dem vergleichbarer Diesel-Modelle - die es bei Lexus konsequenterweise nicht gibt -, steigt bei schneller Autobahnfahrt allerdings stark an.

Dem RX, jüngst in neuer Form vorgestellt, steht seit Kurzem der NX zur Seite. Mit 4,63 Metern Länge vergleicht er sich etwa mit dem Audi Q5 oder dem BMW X3. An die Optik mit scharfen Kanten und riesigem x-förmigem Diabolo-Grill freilich müssen sich viele erst gewöhnen. Angetrieben wird der NX entweder von einem lebhaften neuen Vierzylinder-Turbo (238 PS/175 kW) oder als Hybrid von einer Kombination aus einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Sauger plus Elektromotor, Systemleistung 197 PS/145 kW. Mit 39 800 Euro ist das Hybridmodell NX 300h sogar das preiswerteste. Jeder dritte in Deutschland verkaufte Lexus ist ein NX. Er vor allem sorgt für ein Plus bei den Verkaufszahlen.