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Schleicht sich jetzt leise im Forst an

Neuvorstellung : Der Forester schleicht sich im Forst jetzt leise an

Der Subaru Forester E-Boxer der fünften Generation verfügt über ein Mild-Hybrid-System. Ein Elektromotor unterstützt den 2,0-Liter-Turbobenziner.

Subaru lässt es mit der Elektromobilität gemächlich angehen. Damit folgt der japanische Hersteller seiner Philosophie, hierzulande eine solide Technik unter den geltenden Rahmenbedingungen anzubieten. „Unsere Kundschaft kommt mehrheitlich aus dem ländlichen Raum. Daher sind wir mit unserem Mild-Hybrid-System gut aufgestellt“, erklärt Volker Dannath, Geschäftsführer von Subaru Deutschland. Er verweist somit auch auf die derzeit nicht hinreichend ausgebaute Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Der neue Forester E-Boxer steht nun erstmals auf der sogenannten Globalen Subaru-Plattform, die elektrifizierte Antriebe ermöglicht. Der Friedberger Importeur verabschiedet sich vom reinen Benziner. In Kürze folgt als E-Boxer-Bruder der XV.

Diese Technologie besteht zum einen aus dem bekannten, wenn auch überarbeiteten 2,0-Liter-Boxerbenziner mit 150 PS/110 kW. Mit einem Drehmoment von 194 Newtonmetern käme er etwas weniger durchzugsstark daher als der Vorgänger mit 198 Newtonmetern. Allerdings wird er nun von einem 16,7 PS/12,3 kW starken Elektromotor mit einem Drehmoment von 66 Newtonmetern unterstützt. In der Summe bleibt es also bei einer ähnlichen Durchzugskraft wie bisher, wodurch sich die Fahrleistungen in Bereichen wie gehabt befinden.

Der E-Motor bezieht seine Energie aus einer 0,6 kWh speichernden Lithium-Ionen-Batterie, die mit rückgewonnener Bremsenergie gespeist wird. Grundsätzlich fährt der Forester E-Boxer elektrisch an. Gegenüber herkömmlichen 48-Volt-Mild-Hybrid-Systemen, die den Verbrenner unterstützen, jedoch nicht rein elektrisch fahren können, hat die E-Boxer-Lösung etwas mehr auf der Pfanne. Wie bei einem Vollhybridsystem kann der neue Forester nämlich bis zu 1,6 Kilometer rein stromernd unterwegs sein. Allerdings muss man dazu mit äußerst zurückhaltendem Gasfuß, warmem Motor, voller Batterie und nicht viel mehr als Schrittgeschwindigkeit das Fahrzeug in Bewegung bringen. Man kennt eine ähnliche Technologie beispielsweise von Toyota.

Während erster Testfahrten konnte man zwar das Zusammenspiel der Motoren im oberen Bildschirm auf der Armaturentafel beobachten, spürbar waren diese unterschiedlichen Zustände jedoch nicht. Meist arbeitet sowieso der Benzinmotor, wobei wie bei Subaru üblich ein stufenloses CVT-Getriebe die Kraftübertragung übernimmt. An dessen charakteristisch gedämpftes Mitheulen, vor allem bei starkem Beschleunigen und während höherer Geschwindigkeiten, muss man sich einfach gewöhnen. Die Stammkundschaft, von der Subaru einen hohen Anteil hat, stört sich daran offensichtlich nicht.

Warum betreibt Subaru diesen technischen Aufwand für einen Mild-Hybrid angesichts der Tatsache, dass die Hybrid-Komponenten zusätzlich rund 130 Kilogramm wiegen? Die Antwort ist einfach: Es geht um den Kraftstoffverbrauch. In diesem Falle erreichen die Ingenieure immerhin eine Verminderung von circa zehn Prozent. Einen Beitrag dazu leistet auch das sogenannte Segeln. Dabei wird der Verbrennungsmotor im Schub abgeschaltet. Das ergibt einen Normverbrauch von 6,7 Litern Super und einen CO2-Ausstoß von 154 g/km. Beim vorigen Forester waren es 7,4 Liter und 168 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.

Äußerlich hat die neue Generation jeweils um zwei Zentimeter in der Länge (4,63 Meter) und in der Breite (1,82 Meter) zugelegt. Einen Zentimeter ist die Karosserie flacher geworden (1,73 Meter). Das Wachstum kommt vornehmlich den Passagieren im Fond mit mehr Bein- und Schulterfreiheit zugute. Da die Batterie unter dem Kofferraumboden steckt, wird kein Transportvolumen eingebüßt. Mit insgesamt 1779 Litern stehen jetzt sogar 200 Liter mehr bereit als beim Vorgänger.

Subaru-Fahrer gehören zu einer bemerkenswert markentreuen Klientel. Sie legen weder Wert auf digitale Spielereien im Cockpit noch auf Mutproben beim Design. „Hingegen stehen Sicherheit, Allradkompetenz, traditioneller Komfort und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis ganz oben auf der Rangliste“, sagt Volker Dannath.

Neue Materialien und Formen werten das Cockpit des Subaru Forester E-Boxer auf. Gleich drei Bildschirme liefern alle wichtigen Informationen. Foto: Subaru

Der Forester 2.0ie ist bereits im Handel. Er wird ab 34 990 Euro angeboten. Bereits die Basisausstattung Trend beinhaltet Abstandstempomat, aktiven Spurhalteassistent, Totwinkel- sowie Querverkehrswarner fürs rückwärtige Ausparken einschließlich Rückfahrkamera. Auch Fernlichtassistent, LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht, 17-Zoll-Alufelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, ein Acht-Zoll-Infotainment-Bildschirm und Smartphone-Anbindung gibt es ohne Aufpreis.