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Peugeot kommt im Saarland mit blauem Auge davon

Peugeot kommt im Saarland mit blauem Auge davon

Peugeot erzielt im Saarland weiterhin überdurchschnittlich gute Absatzahlen. Doch der neue Chef des Peugeot-Citroën-Konzerns, Carlos Tavares, will, dass sich die beiden Marken künftig weniger gegenseitig Konkurrenz machen und stärker unterscheiden.

 Der Peugeot 2008, eine Mischung aus Kombi, Van und SUV, trägt derzeit zum steigenden Absatz des französischen Herstellers bei. Foto: PSA
Der Peugeot 2008, eine Mischung aus Kombi, Van und SUV, trägt derzeit zum steigenden Absatz des französischen Herstellers bei. Foto: PSA Foto: PSA

(ml/gj) Als Peugeot im September 2012 seine Deutschland-Zentrale von Saarbrücken nach Köln verlegte, stellte sich die Frage, ob der französische Hersteller seinen guten Marktanteil im Saarland weiterhin halten kann. Es stand zu befürchten, dass viele Peugeot-Mitarbeiter und deren Angehörige, die jahrelang Modelle der Löwen-Marke gefahren hatten, nunmehr aus Ärger über den Umzug auf andere Hersteller umstiegen.

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass Peugeot im Saarland zwar Federn lassen musste, doch der Rückgang des Marktanteils an der Saar bewegte sich von 2010 bis 2013 analog zu den Absatzverlusten auf dem gesamtdeutschen Markt. Die saarländischen Autofahrer haben sich also nicht scharenweise von Peugeot abgewendet. Das hat sicherlich auch mit den starken Händlern der Marke im Saarland zu tun.

Fürs erste Quartal 2014 kann Peugeot sogar wieder positive Zahlen vermelden. Im Saarland hat die Marke in diesem Zeitraum 742 Zulassungen verzeichnet, was 9,54 Prozent Marktanteil bedeutet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Plus von 17,03 Prozent. Der saarländische Gesamtmarkt legte um 1,55 Prozent zu.

Doch Peugeot und die Schwestermarke Citroën , beide im PSA-Konzern vereint, müssen weiter sparen. Carlos Tavares, der Chef des Konzerns, hatte kürzlich verlauten lassen, dass im Jahr 2020 nur noch 26 statt der derzeit 45 Peugeot- und Citroën-Modelle von den Bändern laufen sollen.

Der Geschäftsführer von Peugeot Deutschland, Marcel de Rycker, winkt aber ab, wenn von einem Eindampfen der Modellpalette die Rede ist. Die Nutzfahrzeuge sowie Kooperationsprojekte, unter die auch der Kleinwagen 108 oder der Allrader 4008 fallen, sind ohnehin davon ausgeschlossen. "Es werden nicht einfach Fahrzeuge aus unserem Programm ersatzlos gestrichen", sagt de Rycker. "Allerdings werden sich bei uns Autos mit Karosserien durchsetzen, die gefragt sind." Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die in die Jahre gekommene Großraumlimousine 807 keinen Nachfolger bekommt, da mittlerweile der 5008 entsprechende Käufergruppen anspricht, die bis zu sieben Sitze haben möchten.

Das Feld der Cabrios hat Peugeot bis auf Weiteres geräumt. Vor gar nicht allzu langer Zeit sorgten die bahnbrechenden Klappdachmodelle 206 CC, 207 CC, 307 CC und 308 CC noch für glanzvolle Zulassungszahlen. Das Cabrio-Segment ist allerdings rückläufig, weshalb es bei Peugeot derzeit keine Priorität hat.

Zweifellos will der PSA-Konzern weltweit aktiver werden, was auch die finanzielle Verflechtung mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng deutlich macht, die seit wenigen Wochen besteht.

"Ziel ist es, die PSA-Fahrzeuge auf nur noch zwei Plattformen aufzubauen, das gibt jedoch genug Spielraum für zahlreiche Modelle", erläutert de Rycker. Als Beispiel nennt er den Peugeot 2008, der die gleichen Abmessungen wie der neue Citroën Cactus habe. Dabei handele es sich jedoch um völlig verschiedene Fahrzeuge.

Peugeot strebe "nach hochwertigem und elegantem Design", erklärt Marcel de Rycker. Der Deutschland-Geschäftsführer von Citroën , Holger Böhme, sagt: "Wir haben mit Luxus nichts am Hut, unsere Kennzeichen sind ausgefallenes Design, gepaart mit erschwinglichen Preisen und höchster Umweltverträglichkeit."

Die gut ausgestatteten DS-Modelle von Citroën sollen zu einer luxuriös ausgerichteten Marke werden, die in Eigenregie geführt wird. Seit Kurzem werden die DS-Versionen erstmals in China angeboten. Doch auch hier halten sich die Deutschland-Manager bedeckt, denn zum Aufbau einer solchen Edelsparte bedarf es viel Geld, Zeit und Ideen.

Anscheinend sieht Peugeot nach einer ausgeprägten Durststrecke wieder besseren Zeiten entgegen. Die Absatzsteigerung im ersten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt in Deutschland bei 13 Prozent. Ein Hoffnungsträger ist der 2008, eine Mischung aus Kompaktvan, Kombi und SUV. Er entspricht dem Zeitgeist, der derzeit aus verschiedenen Karosserieformen gemischte Blechkleider bevorzugt.