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Nach verschlafenem Start an die Spitze gestürmt

Wolfsburg. Volkswagen hat einen Blick auf die zweite Generation seines erfolgreichen Kompaktvans Touran zugelassen, der aber erst im September auf den Markt kommt. Geräumiger, komfortabler, verbrauchsgünstiger, sicherer und einen Tick schicker soll er sein. unserer MitarbeiterinGundel Jacobi

Der Touran war ein echter Spätzünder in der Klasse der kompakten Vans, denn als er 2003 in den Handel kam, rollte der Opel Zafira schon seit vier Jahren über den Asphalt. Dies räumte jetzt auch VW-Chef Martin Winterkorn bei der Enthüllung des neu aufgelegten Touran ein. "Aber wir sind alsbald zur Nummer eins geworden".

Heutzutage gehören die bislang 1,9 Millionen produzierten Tourans zum Straßenbild von Europa bis China.

Von Anfang an galt der Fünf- oder Siebensitzer als zuverlässiger Biedermann. Mit einer brav kastenförmigen Karosserie, dem typischen VW-Gesicht und einem konservativ gezeichneten Heck distanzierte sich der kompakte Van von jeglichem zeitgeistigen Gehabe. Aus der Sicht seiner Käufer ist das auch gut so. Reichlich Platz für Kisten, Kästen oder halbe Fußballmannschaften hat der Praktiker auf Rädern sowieso.

Was ändert sich in der nächsten Generation? Äußerlich gibt es sanfte Wandlungen, die frische VW-Bugpartie ist am auffälligsten, ansonsten lehnt er sich in seiner Erscheinung an den kleineren Bruder Sportsvan an.

In seinen Abmessungen legt er etwas zu, was durch den Modularen Querbaukasten ermöglicht wird, den VW mittlerweile für alle neuen Modelle verwendet. Mit 4,53 Metern streckt der neue Touran sich um 13 Zentimeter in der Länge und verbreitert sich um gut vier Zentimeter auf 1,81 Meter. Der Radstand wächst um 11,3 Zentimeter auf stattliche 2,79 Meter. Nur in der Höhe duckt er sich kaum merklich um sechs Millimeter auf 1,63 Meter. Alles in allem macht die Vergrößerung den Touran komfortabler. Als Platzhirsch will er seine Innenraumqualitäten ausbauen. Neuerdings passen in den Gepäckraum des Fünfsitzers dachhoch 1040 Liter. Klappt man die einzelnen Fondsitze in der zweiten Reihe um, stehen 1980 Liter Stauraum zur Verfügung. Die hinteren Sitze sind um 20 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar. Wer den Siebensitzer bestellt, muss wegen des eingeklappten hinteren Gestühls auf jeweils 123 Liter Ladevolumen verzichten.

Mit Leichtbau haben die Ingenieure das Gewicht des Vans um bis zu 62 Kilogramm gesenkt. Bis zu 19 Prozent weniger Kraftstoff sollen durch die Leitungen fließen. Drei Benzinmotoren mit 110 PS, 150 PS und 180 PS sowie drei Dieseltriebwerke mit 110 PS, 150 PS und 190 PS stehen zur Verfügung. Spritsparmeister ist der 1,6-Liter-TDI mit 110 PS/81 kW, der in Verbindung mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe nach der Norm 4,1 Liter Diesel benötigt. Serienmäßig sind alle Tourans mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückführung ausgestattet.

Auf einer langen Liste werden Assistenzsysteme für jeden Geschmack und Geldbeutel angeboten: vom Kollisionswarner inklusive City-Notbremsfunktion über dynamische Fernlichtregulierung bis zum Ausparkassistenten. Preise gibt es noch keine. Martin Winterkorn ließ jedoch verlauten, dass der Touran sich auf dem Niveau des Vorgängers bewegen werde. Es ist anzunehmen, dass er damit den Einstiegspreis meinte, der aktuell bei rund 23 000 Euro liegt.