Mazda3: Ein Benzinmotor, der wie ein Diesel zündet

Automobil : Ein Benzinmotor, der wie ein Diesel zündet

Mazda verkauft ab 22. März die vierte Generation seines beliebten Kompaktwagens Mazda3. Der Antrieb übernimmt eine Vorreiterrolle.

Zu den auffälligen Merkmalen des neuen Mazda3 zählen das erkennbar aufgefrischte Design, ein verbessertes Fahrgefühl und die Hybrid-Motortechnik. Der stärker als je zuvor in Richtung Premium ausgerichtete Kompaktwagen kostet ab 22 900 Euro.

Zunächst ist der fünftürige Mazda3 mit zwei Motorisierungen lieferbar. Der modifizierte, 122 PS starke 2,0-Liter Skyactiv-G verfügt über Zylinderabschaltung und das neue Mild-Hybrid-System M Hybrid. Dieses kann nicht rein elektrisch fahren, sondern nutzt die beim Verzögern gewonnene Energie, um den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen zu unterstützen. Das spart Kraftstoff. Der neue 1,8-Liter Skyactiv-D ist ein Diesel, der 116 PS und 270 Nm Drehmoment leistet.

Auf ersten Testfahrten waren wir von den Fahrleistungen und dem Fahreindruck beider Versionen recht angetan. Der Benziner verhält sich mit der optionalen Sechsgang-Wandlerautomatik durchaus lebendig und zieht trotz seines Drehmomentnachteils (213 Nm) gegenüber dem Diesel gut durch.

Mit Automatik kostet der Benziner 24 900 Euro, das sind 2000 Euro mehr als mit Sechsgangschaltung. Der Aufpreis für die Automatik beim Diesel ist entsprechend. Mit Handschaltung wird er ab 25 290 Euro ausgeliefert.

Die Normverbräuche des 4,46 Meter langen und knapp 1400 Kilogramm schweren Mazda3 betragen nach der neuen WLTP-Norm 6,3 Liter Super und 5,1 Liter Diesel. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 142 und 133 g/km. Die Automatikwerte liegen jeweils etwas höher.

Alle neuen Mazda3-Versionen erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-temp. Der Benziner sprintet in 10,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, der Diesel in 10,3 Sekunden. Mit Automatik braucht Letzterer fast zwei Sekunden länger. In der Spitze erreicht der Mazda3 je nach Motor und Getriebe zwischen 192 und 197 km/h.

Im Herbst dieses Jahres reicht Mazda den ebenfalls gelungenen Viertürer nach, Fastback genannt. Gleichzeitig beginnt die Auslieferung des 2,0-Liter-X-Benzinmotors mit Kompressionszündung. Der Motor entzündet Benzin durch Kompression – wie beim Diesel. Er soll schnell ansprechen und drehfreudig sein und zugleich die Durchzugskraft und Sparsamkeit eines Diesel aufweisen. Die Verbrauchseinsparung gegenüber dem aktuellen Modell soll bei mindestens 20 Prozent liegen. In Deutschland wird ausschließlich der Fastback mit dem 180 PS starken Skyactiv-X-Motor angeboten. Erstmals in dieser Baureihe kann der Kunde im X-Benziner den Allradantrieb optional ordern. Mazda erwartet hier einen Anteil von etwa zehn Prozent.

Die Platzverhältnisse sind für die Fahrzeuggröße ordentlich, ins Gepäckabteil passen 358 bis 1026 Liter. Fast kommt im Innenraum so etwas wie Premium-Feeling auf. Die Armaturentafel ist klar gegliedert und per „Illumination“ beleuchtet. Auffällig ist auch die weiße Instrumentierung. Nicht so gut sind durch die Form der Karosserie bedingt die Sichtverhältnisse nach hinten.

Der Neue ist spürbar leiser geworden. Mazda nennt als Grund eine Verlagerung der Resonanzen in die seitlichen Türen. Nicht zuletzt trägt die steifer ausgelegte Karosserie zur Geräuschabsenkung bei. Verbessert hat man auch den Klang der Audiosysteme durch die in den Ecken platzierten Basslautsprecher.

Im Hinblick auf das Fahrgefühl, die Sitzposition und die Bedienung gibt es nichts zu meckern. Ein Lob verdient die Ausstattung. Die bisherige Basisstufe fällt weg, weil kaum ein Kunde sie gekauft hat. Serienmäßig verfügt der Mazda3 über ein Head-up-Display und diverse Assistenten (City-Notbremse, Spurwechsel, Ausparken). Immer an Bord sind LED-Scheinwerfer, radargestützte Geschwindigkeitsregelung mit Notbremsassistent, Navigation und Internetanbindung mit Spracherkennung und 8,8-Zoll-Display. Alles ohne Aufpreis, das bietet wohl kein anderer Autobauer.

Die Stufe Selection (Mehrpreis 1300 Euro) enthält zudem Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, schlüsselloses Zugangssystem und Einparkhilfe vorn. Zu den einzeln verfügbaren Optionen oder Optionspaketen gehören ein Design-Paket (1500 Euro), Metallic-Lackierungen (580 bis 900 Euro) und ein Paket mit Infrarotkamera (1200 Euro). Sie erfasst, wohin der Fahrer schaut und warnt ihn, wenn er etwa vom Smartphone abgelenkt wird.

Die Armaturentafel im neuen Mazda3 ist aufgeräumt und klar gegliedert. Foto: Mazda

Der Mazda3 braucht sich hinter seinen Konkurrenten nicht zu verstecken. Dennoch geht Mazda in Deutschland von nur rund 10 000 Verkäufen im Jahr aus, davon 95 Prozent mit Schrägheck. Die bescheidene Planung hat damit zu tun, dass der Mazda3 nicht als Kombi verfügbar ist. Im Kompaktsegment ist diese Variante aber stark nachgefragt.

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