1. Leben
  2. Motor

Mazda MX-30: Der Stromer für die Stadt und das Umland

Neuvorstellung : Ein idealer Stromer für Stadt und Umland

Der MX-30 ist das erste reine Elektro-Modell von Mazda. Mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern ist er eher für städtische Ballungsräume statt als Reisewagen gedacht.

Beim ersten Blick gibt es keinen Zweifel: Der neue Mazda MX-30 ist ein verkappter CX-30. Die Außenabmessungen lassen den direkten Vergleich zu, aber dann kommt alles doch ganz anders, denn mit dem MX-30 betritt Mazda erstmals die Bühne der surrenden Stromer. Für die Bezeichnung MX hat sich der japanische Hersteller entschieden, weil diese seit jeher auf die etwas ungewöhnlicheren Mazda-Modelle hinweist – wie zum Beispiel die Roadster-Ikone MX-5.

Kenner der Elektro-Szene können die Besonderheit des MX-30 auch am auffällig kleinen Kühlergrill wahrnehmen, da wegen des Elektro-Antriebs kein größerer benötigt wird. Da es keine mittleren Dachsäulen gibt und an den hinteren Türen die äußeren Griffe fehlen, bestätigt sich die Vermutung, dass es sich um ein recht eigenwilliges Fahrzeug handelt.

Beim MX-30 öffnen sich die Türen gegenläufig. Das ist vor allem praktisch, wenn man Kinder oder sperrige Gegenstände im Fond platzieren möchte. Mit dieser ungewöhnlichen Anordnung warb vor ein paar Jahren auch der mittlerweile nicht mehr gebaute Kompaktvan Opel Meriva.

Im MX-30 müssen Personen auf dem Weg nach hinten in der Regel erst den Vordersitz nach vorn schieben, womit der clevere Effekt ein wenig verpufft. Insgesamt geht es in der zweiten Reihe eher eng zu, was auch an der begrenzten Kopffreiheit liegt.

Der Kofferraum des 4,40 Meter langen SUV-Coupés fasst nicht unbedingt rekordverdächtige 366 Liter, nach Umlegen der Rücksitze entsteht eine nahezu ebene Fläche. Schweres Transportgut muss man über eine 75 Zentimeter Ladekante heben, was nicht gerade rückenfreundlich ist.

Im Cockpit, in dem auch Materialien wie recycelter Kork und atmungsaktive Fasern aus PET-Kunststoffflaschen zum Einsatz kommen, herrscht eine aufgeräumte, angenehm sachliche Atmosphäre. Auffällig ist die wie schwebend angebrachte Mittelkonsole, wo es genügend Platz für allerlei Krimskrams gibt.

Zwei Bildschirme für Fahrzeugdaten, Infotainment, Navigation und Klima werden über Dreh-/Drücksteller, Lenkradtasten, Sprachsteuerung oder Wisch- und Tipp-Berührung bedient. Da hat man wirklich die ganze Palette der Möglichkeiten und kann sich die eigene bevorzugte Bedienungsart aussuchen.

Der Elektromotor leistet 145 PS/107 kW. Der relativ kleine und 310 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 35,5 Kilowattstunden (kWh) ermöglicht rund 200 Kilometer Reichweite. Damit ist der MX-30 ein typisches E-Fahrzeug für den städtischen Raum. Eine höhere Reichweite wäre nur mit einer größeren Batterie und somit einer starken Gewichtszunahme zu erreichen. Nach der Norm benötigt das kompakte SUV 19 kWh auf 100 Kilometer. Wir lagen nach einer ausgiebigen Testfahrt mit einem Verbrauch von 13,9 kWh klar darunter – allerdings ohne nennenswerten Autobahnanteil mit höherem Tempo. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h begrenzt, um eine möglichst große Reichweite zu garantieren.

Im Innenraum des MX-30 ist deutlich ein Geräusch zu vernehmen: Über die Bordlautsprecher wird kein typischer Elektro-Summton übertragen, sondern ein künstlich erzeugter Motor-Klang. Er hört sich unaufdringlich an und vermittelt dem Fahrer die jeweilige Beschleunigung. Schade nur, dass dadurch die Leichtigkeit des extrem leisen Fahrens in einem E-Auto ein wenig abhanden kommt.

Über eine einfache Spielerei hinaus gehen die Schaltpaddel am Lenkrad. Auf der linken Seite kann man zwei Stufen zur Simulation einer Steigung aufrufen. Der MX-30 rekuperiert dann deutlich, wodurch die Energierückgewinnung steigt. Mit dem rechten Schalthebel lassen sich zwei Stufen eines gedachten Gefälles auslösen. Dann rollt der Wagen länger, ohne dass man das Gaspedal betätigen muss. Was sich ein wenig kompliziert anhört, ist in der Praxis einfach zu bedienen und hat den Vorteil, dass man die Fuß-Pedale seltener benutzen muss.

Keine Überraschungen gibt es bei den Ladezeiten. Angedockt an einen Schnelllader benötigt der Stromschlürfer 30 bis 40 Minuten, um die Batterie auf 80 Prozent zu laden. Eine volle Ladung an der 22-kW-Wallbox findet in rund acht Stunden statt. Hängt man den Akku an eine Haushaltssteckdose, dauert es zehn bis zwölf Stunden.

Momentan arbeiten die Ingenieure an einem MX-30 mit Reichweiten-Verlängerer. Er hat einen kleinen leisen Wankelmotor an Bord – eine traditionsreiche Königsdisziplin von Mazda. Selbiger kann die Batterie während der Fahrt über einen Generator wieder aufladen, was den Aktionsradius vergrößert.

Die Mittelkonsole im geräumigen MX-30-Cockpit scheint zu schweben. Foto: Mazda
Dreidimensionale Heckleuchten sind ein Merkmal aller Mazda-Modelle. Foto: Mazda

Der neue Mazda MX-30 steht ab dem 25. September bei den Händlern und kostet (ohne Elektrobonus) ab 32 645 Euro.