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Maxus: Geräumige Transporter aus China

Automobil : Geräumige Transporter aus China

Maxus, eine Nutzfahrzeugmarke des chinesischen SAIC-Konzern, startet jetzt auf dem deutschen Markt mit drei Modellen, zwei davon vollelektrisch.

Auf der deutschen Maxus-Internetseite findet sich eine Art Quiz: Sie sind offen für Neues? Interessieren Sie sich für Elektromobilität? Haben Sie bereits Erfahrungen mit gewerblichen Kunden? Wollen Sie Trends in Ihrem Markt setzen? Denken Sie unternehmerisch langfristig?

Wer diese fünf Fragen bejahen kann, gewinnt zwar keinen Transporter, könnte sich aber als neuer Partner ins Spiel bringen. Mindestens acht Unternehmen haben das in den vergangenen Wochen bereits getan. Denn so viele deutsche Stützpunkte werden derzeit gelistet.

Aber richten wir den Blick zunächst nach Fernost, genauer: nach China. Dort gehört Maxus als Hersteller von Nutzfahrzeugen zur Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC), einem der größten Automobilkonzerne der Volksrepublik. An die Startlinie in Deutschland rollt Maxus mit drei unterschiedlichen Modellen. Sie tragen die Namen EV80, E-Deliver 3 und Deliver 9. Allesamt sind Transporter und variieren in ihren Außenlängen zwischen 4,56 und 5,94 Meter.

Der kompakte E-Deliver 3, ein vollelektrisch betriebener Stadtlieferwagen, ist in zwei Längen und Radständen erhältlich. Seine Ladekante liegt mit 54 Zentimetern im rückenschonenden Bereich, dank einer Ladebreite von 1,22 Meter zwischen den Radkästen können auch bis zu drei Europaletten von A nach B gebracht werden.

Angetrieben wird der Kastenwagen von einer E-Maschine mit 122 PS/90 kW Leistung und einem maximalen Drehmoment von 255 Newtonmetern. Der Lithium-Ionen-Akku, auf den Maxus acht Jahre Garantie (oder 160 000 Kilometer) gibt, hat je nach Wunsch und Budget eine Kapazität von 35 oder 52,5 Kilowattstunden (kWh). Nach der WLTP-Messung sind damit 150 beziehungsweise 240 Kilometer Reichweite drin. Zu haben ist der E-Deliver 3 ab 41 638 Euro. Wenn der beantragten Förderfähigkeit stattgegeben wird, kann mit bis zu 9000 Euro Kaufprämie gerechnet werden.

Ebenfalls als Stromer ist der nicht mehr ganz so neue Maxus EV80 unterwegs. Er baut auf einem Nutzfahrzeug des ehemaligen britischen Herstellers LDV auf und ist als Kastenwagen (ab 63 546 Euro), Minibus (ab 82 288 Euro) oder vielseitig einsetzbares Fahrgestell (ab 62 356 Euro) erhältlich. Für das vor Ort abgasfreie Vorankommen sorgt hier ein E-Motor mit 125 PS/92 kW und 320 Newtonmetern, die Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie (56 kWh) reicht auf dem Papier für maximal 190 Kilometer.

Noch eine Nummer größer und zunächst ausschließlich mit Verbrennungsmotor unter der kurzen Haube biegt der Deliver 9 um die Ecke: ein ausgewachsener Kastenwagen mit zulässigem Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen. Zur Markteinführung wird lediglich die Variante mit langem Radstand und mit mittlerer Dachhöhe (L3H2) angeboten. Der Dieselmotor (161 PS/119 kW) ist eine Eigenentwicklung von SAIC aus China, die Preise beginnen bei 35 688 Euro. Im Laufe dieses Jahres soll noch der vollelektrische E-Deliver 9 dazukommen.

 Der Elektro-Kastenwagen EV80 des chinesischen Herstellers Maxus ist auch als Minibus und Fahrgestell erhältlich.
Der Elektro-Kastenwagen EV80 des chinesischen Herstellers Maxus ist auch als Minibus und Fahrgestell erhältlich. Foto: Maxus/Manuel Debus

Die chinesischen Transporter gibt es bereits in den Benelux-Staaten, Polen und der Schweiz. Hierzulande übernimmt den Import und Vertrieb der Maxus-Fahrzeuge die in Köln ansässige Maxomotive Deutschland GmbH. Ihr Geschäftsführer Ulrich Mehling hat ein Händchen für internationale Exoten. Die Firma ist auch der deutsche Importeuer von Ssangyong, des südkoreanischen Allrad-Spezialisten. Für das Jahr 2021 erwartet Maxus in Deutschland einen Absatz von rund 600 Fahrzeugen. „Wir sind kurzfristig lieferfähig“, betont Mehling. Für die europäischen Märkte gebe es ein gemeinsames Lager in Antwerpen.