Kurioser Unfall: Automatik-Auto fährt von selbst los

Verkehrsrecht : Kurioser Unfall: Automatik-Auto fährt von selbst los

(np) Setzt sich ein Auto mit Automatikgetriebe von allein in Bewegung, muss die Vollkaskoversicherung für den entstandenen Schaden zahlen.

Das gilt selbst dann, wenn der Unfallhergang nicht genau aufgeklärt werden kann. Das ergibt sich aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Braunschweig (Az.: 11 U 74/17).

Als ein Mann gerade ausgestiegen war, um ein Tor zu öffnen, setzte sich sein Automatik-Fahrzeug von selbst in Bewegung. Um das Fahrzeug zu stoppen, streckte der Mann schnell ein Bein ins Auto, kam dabei jedoch mit dem Fuß aufs Gaspedal statt auf die Bremse. Das Auto schoss nach vorne, durchbrach einen Flügel des Tors und rammte zwei Stützpfeiler. Der Mann forderte von seiner Vollkaskoversicherung Schadensersatz. Die wollte jedoch nicht zahlen, weil sie dem Kunden nicht glaubte.

Das Oberlandesgericht sprach dem Mann jedoch die Reparaturkosten für seinen Pkw zu. Stehe fest, dass die Schäden nur auf einem Unfall beruhen können, müsse die Versicherung bezahlen. Der genaue Hergang des Unfalls sei dabei unerheblich. Die Angaben des Kunden genügten.

Die Versicherung sei verpflichtet zu zahlen, obwohl der Mann das Gaspedal betätigt habe, erläuterten die Richter. Er sei versehentlich aufs falsche Pedal gekommen, als er versucht habe, sein von selbst wegrollendes Fahrzeug anzuhalten.

Ein Sachverständiger bestätigte, dass die Unfallspuren am Fahrzeug und der Toreinfahrt zueinander passten. Zudem hatte sich das Fahrzeug auch bei einem der Rekonstruktionsversuche, die der Sachverständige durchgeführt hatte, mit dem auf „N“ gestellten Wählhebel wieder selbstständig in Bewegung gesetzt.

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