Fahrbericht : Sanfter Elektro-Kick für den neuen Ford Kuga

Für die neue dritte Generation des Kuga bietet Ford drei Hybrid-Antriebe an: Mildhybrid, Vollhybrid und Plug-in-Hybrid.

In der dritten Generation setzt Ford bei seinem Kompakt-SUV Kuga auf verbesserte Allroundqualitäten. Vor allem passt die geschmeidigere Fahrwerksabstimmung gut zu dem Kuga, dessen 150-PS-Diesel jetzt erstmals mit einem schubstarken Mildhybrid kombiniert wird. Zudem tritt das schon bisher erfolgreiche SUV künftig mit noch geräumigerem und variablerem Innenraum an.

In der Neuauflage wächst der Kuga in der Länge um knapp neun und in der Breite um viereinhalb Zentimeter auf 4,63 beziehungsweise 1,88 Meter. Das macht sich im Innenraum positiv bemerkbar. Viel Platz gibt es auch im Fond. Selbst mit dem optionalen Panoramadach (1200 Euro) bleibt noch ordentlich Luft über den Köpfen der Passagiere.

Für Beinfreiheit sorgt bei Bedarf die im Kuga erstmals verbaute zweigeteilte und verschiebbare Rücksitzbank. Ins Gepäckabteil passen je nach Stellung der Bank 475 Liter bis üppige 645 Liter, maximal sind es bis zu 1534 Liter. Praktisch sind auch die breite Laderaumöffnung, die fast ebene Ladefläche und die per Fernentriegelung umklappbaren Rücklehnen. Keine Chance hatte offenbar eine Durchlade und schon gar nicht ein Unterbodenfach, denn da steckt die Batterie des Mildhybrid (MHEV) drin. Die elektrisch zu betätigende Heckklappe kostet 450 Euro extra.

Der kultivierte 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS/110 kW Leistung und 370 Nm Drehmoment treibt den rund 1,7 Tonnen schweren Kuga kräftig an. Selbst aus dem Drehzahlkeller kommt er richtig gut in Schwung. Die als Startergenerator in den Antriebsstrang integrierte Elektromaschine liefert zusätzliche 11,5 kW und 50 Newtonmeter Drehmoment. Das ist mehr als bei vielen anderen MHEV-Modellen.

Auf kurzen Schaltwegen exakt geführt ist das Getriebe, eine Sechsgang-Handschaltung. Dank des kräftigen Selbstzünders lässt sich das Auto durchaus schaltfaul fahren. Der Diesel hält sich akustisch sehr zurück, klingt fast wie ein Benziner, auch bei flotter Fahrt bis zur Spitze von 195 km/h.

Das Cockpit ist an das des Focus angelehnt, was keine schlechte Idee ist. Alles ist recht übersichtlich und die Bedienung einfach. Den Navi-Touchscreen empfinden manche aber immer noch als zu klein. Die Verarbeitung ist ohne Makel, das verwendete Material im Innenraum vor allem vorne gut, hinten überwiegt harter Kunststoff. Zur schönen Optik des von der äußeren Form her rundlicher gewordenen Kuga trägt nicht zuletzt die Sonderlackierung Lucid-Rot Metallic bei. Dafür müssen allerdings 950 Euro extra hingeblättert werden.

Für erste Testfahrten hat uns Ford in Köln einen desinfizierten Kuga mit der hochwertigen Ausstattung ST-Line X hingestellt. Serienmäßig gehört in dieser Stufe ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk dazu, außerdem die verschiebbare Rückbank, eine Klimaautomatik und das Navi- und Soundsystem B&Q. Nicht zuletzt rollt die sportliche Version auf 18-Zoll-Rädern. Ihr Heck ziert unten ein optisch angedeuteter Diffusor samt Auspuffendrohren rechts und links.

Zur umfangreichen Ausstattung zählen zudem die gebräuchlichsten Assistenten. Zusätzliche Helfer kann der Kunde in einem Paket für 1400 Euro ordern. Manches Sicherheitssystem übertreibt es allerdings. So reagiert der Kollisionsassistent schon mal auf ein in einer Kurve geparktes Auto mit einem resoluten Bremsmanöver.

Die beim Vorgänger gelobte Agilität bleibt weitgehend erhalten. In der Feinabstimmung etwas softer vielleicht, wie auch das Design. Der Fronttriebler läuft brav und spurkonstant geradeaus. Aufgefallen ist uns dabei ein gewisser Widerstand der Lenkung auf leichte Richtungsänderungen bei langsamer Fahrt. Als angenehm erweist sich diese Auslegung bei hohen Tempi.

Auf der Testfahrt über rund 200 Kilometer, allerdings fast ohne Stadtverkehr und Autobahnabschnitte, rechnete der Bordcomputer Verbrauchswerte zwischen 5,4 und 6,4 Litern auf 100 Kilometer aus.

Das Cockpit des Kuga ist an das des Focus angelehnt. Alles wirkt übersichtlich, die Bedienung ist einfach. Foto: Ford/Stuart G W Price, Ford
Die sportliche Version Kuga ST-Line X ist an den beiden Auspuffendrohren zu erkennen. Foto: Ford

Der Kunde kann neben dem Mildhybrid-Diesel die bekannten Dreizylinder-Benziner mit 120 und 150 PS sowie die beiden Dieselmotoren mit 120 und 190 PS wählen. Der stärkere Diesel trumpft mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik auf. Zudem sollen voraussichtlich im Frühsommer neben dem 150 PS starken Mildhybrid-Diesel zwei elektrifizierte Modelle folgen: ein Plug-in-Hybrid und ein Vollhybrid mit einem 2,5-Liter-Benziner.