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Kleinwagen mit großen Qualitäten: i10, Space Star, Twingo, Seat Mii electric

Vergleich : Kleinwagen beweisen große Qualitäten

Im Vergleich: Hyundai i10, Mitsubishi Space Star und Renault Twingo mit Benzinmotoren sowie das Elektroauto Seat Mii.

Wer sich die Kleinwagen der Gegenwart näher anschaut, weiß um ihre Qualitäten. Jedenfalls braucht keiner mehr deren Insassen zu bedauern. Die kaum vier Meter langen Autos bieten für viele Ansprüche genug Raum und sind im Fall der drei 80-PS-Benziner in unserem Vergleich auch flott motorisiert. Den herkömmlich motorisierten Kleinwagen haben wir den rein elektrisch angetriebenen Seat Mii gegenüber gestellt, der weitgehend baugleich mit dem VW Up und dem Skoda Citigo ist.

In diesem Vergleich schlägt sich der Hyundai i10 besonders gut, was eigentlich nicht überrascht, wenn man die Fortschritte der Autobauer aus Südkorea auf vielen Gebieten betrachtet. Bei ihm kommt als Einzigem ein Vierzylinder zum Einbau, der 84 PS/62 kW aus 1,2 Liter Hubraum leistet. Damit ist er der stärkste Benziner im Teilnehmerfeld. Der Motor arbeitet besonders dezent und dreht freudig hoch. Der Testverbrauch des i10 lag mit 5,8 Litern Super auf 100 Kilometer 0,2 Liter höher als bei seinen beiden Dreizylinder-Kontrahenten.

Aber das 3,67-Meter-Auto kann noch einiges mehr: Was den i10 besonders auszeichnet, ist das im Vergleich zur Konkurrenz hohe Komfortniveau zusammen mit der Material- und Verarbeitungsqualität. Er federt straff, bleibt dabei aber geschmeidig. Im Gegensatz zu den Kontrahenten neigt er sich in zügig durchfahrenen Kurven weniger zur Seite. Die Lenkung reagiert präziser, der Fahrer fühlt sich wohl, und selbst die Insassen im Fond bleiben entspannt.

So bietet der Hyundai i10 ähnlich wie sein Schwestermodell Kia Picanto mehr als andere im Kleinwagensegment. Dazu kommt die Fünfjahresgarantie. Das alles hat schon seinen Preis. Der liegt in der Topstufe Style bei immerhin 17 390 Euro, wobei sein Ausstattungsniveau ähnlich umfangreich ist wie beim Mitsubishi Space Star.

Beim neuen Space Star hat Mitsubishi vieles besser gemacht als beim Vorgänger. Dazu zählen die reichhaltige Komfort- und Sicherheitsausstattung. An Bord sind wichtige Assistenten wie das Notbremssystem mit Fußgängererkennung, dazu der kräftig durchziehende 1,2-Liter-Dreizylinder mit 80 PS/59 kW. Er ist am schnellsten auf Tempo 100, in nur 12,5 Sekunden, und läuft in der Spitze 180 km/h. Das Fünfganggetriebe ist kurz übersetzt.

Auch ihn kann man bei sparsamer Fahrweise mit gut fünf Litern durch die Gegend schaukeln. Letzteres ist der Fahrwerksabstimmung geschuldet, die bei Handling und Komfort nicht ganz mithält. Das Platzangebot des Längsten im Test ist vorn und hinten gut, aber die Polsterung und Ausformung der Sitze könnten besser sein. Hinter der Heckklappe ist Platz für 235 Liter Gepäck, beim Vorklappen der ziemlich steil stehenden Rückbanklehnen für bis zu 912 Liter. Allerdings bleibt eine Stufe am Boden. Der kleine Star kostet in der Intro-Edition Plus 14 490 Euro.

Der 3,62 Meter lange Renault Twingo, der weitgehend baugleich mit dem Smart Forfour ist, bietet mit seinem Heckmotor ein besonderes, man könnte auch sagen eigensinniges Konzept. Den vielgepriesenen Stadtautos kommt er mit seiner Wendigkeit ganz nahe; auf nur 8,90 Metern kann er drehen. Innen geht es speziell hinten knapper zu als bei den angetretenen Fronttrieblern Hyundai i10 und Mitsubishi Space Star. Auf Wunsch gibt es ein elektrisch betriebenes Faltschiebedach.

Ins hochgelegene, flache Gepäckabteil passen nur 174 Liter, mit umgeklappten Rücksitzlehnen bis 980 Liter. Das kurz übersetzte, allerdings nicht gut geführte Fünfganggetriebe, macht den kleinen Twingo in der City sogar ein bisschen temperamentvoll. Nicht nur für die Kurzstrecke, sondern auch für Touren über Land ist das Fahrwerk angenehm abgestimmt. Dort spürt man allerdings die indirekte Lenkung in Kurven und sonst bei Seitenwind.

Der 1,0-Liter-Dreizylinder des französischen Autos mit 73 PS/54 kW ist sparsam. Renault geizt aber mit Bedienungselementen und Assistenzsystemen. Was nach manchen Tests bemängelt wurde, sind seine Bremsen. Beim Preis von 12 290 Euro für die Version SCe 75 Limited und den Kosten schneidet der Renault Twingo gut ab.

In einer Art Kontrastprogramm fährt in dieser Gegenüberstellung der Mii electric mit. Die Motorleistung ist mit 83 PS/61 kW ähnlich wie bei den Verbrenner-Kollegen, aber die Antriebsart eben anders. Die Kraft steht sofort nach Druck auf das Fahrpedal parat. Ein Drehmoment von 212 Newtonmetern lässt grüßen. Wieselflink und fast geräuschlos saust der E-Mii los. Klar, dass er seine Stärken besonders im Stadtverkehr ausspielen kann. Dort wird der kleine Flitzer durchaus ernst genommen, beim Ampelstart ist er zum Beispiel in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 50 km/h.

Bei 3,56 Metern Länge reicht ihm die kleinste Parklücke und dank des kleinen Wendekreises lässt er sich auch gut rangieren. Nicht nur seine Wendigkeit macht dem Fahrer viel Spaß. Innen fühlen sich die vorne Sitzenden wohl und vom Raumangebot her erwachsen untergebracht. Auch im Fond bleibt noch Platz für zwei elastische Passagiere.

Nicht zuletzt beim Einkauf ist der Kleinwagen mit vier Türen und großer Heckklappe alltagstauglich. Ins Gepäckabteil passen 251 bis 923 Liter. Laut Seat-Preisliste kostet der Stromer 20 650 Euro, reduziert sich aber durch den jüngst erhöhten Umweltbonus auf 11 650 Euro. Seat hat jedoch mitgeteilt, dass die gesamte Produktion für 2020 bereits verkauft ist.

In der Spitze läuft der Mii electric bis zu 130 km/h. Wird von den drei Stufen „Normal“, „Eco“ und „Eco Plus“ die Letztere gewählt, bleibt die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt. Die maximale Reichweite ist mit 259 Kilometern nach der wirklichkeitsnahen WLTP-Verbrauchsnorm angegeben. Das reicht meist für den Alltag, denn 80 Prozent der tägliche zurückgelegten Strecke bleiben unter 50 Kilometer. Aber es muss schon gesagt werden, dass die Benziner im Test mehr als 500 Kilometer mit einer Tankfüllung schaffen und schnell vollgetankt sind.

Der Mitsubishi Space Star überzeugt mit seiner Sicherheitsausstattung. Foto: Mitsubishi
Der Renault Twingo ist mit seinem kleinen Wendekreis ideal für die Stadt. Foto: Renault
Das Elektroauto Seat Mii electric gleitet geräuschlos dahin. Foto: Seat
Das Cockpit des Hyundai i10 Foto: Hyundai
Das Cockpit im Mitsubishi Space Star Foto: Mitsubishi
Das Cockpit des Renault Twingo Foto: Renault
Das Cockpit im Seat Mii electric Foto: Seat/Dingo Photos, Seat

Besonders auf der Autobahn sollte man am Steuer des Mii electric die Reichweiten-Anzeige im Auge behalten, denn da kann nach etwa 150 Kilometern die Suche nach einer Ladesäule angesagt sein. Bei konstant 80 km/h verbraucht der E-Mii 15,6 kWh auf 100 Kilometer. Somit käme man 207 Kilometer weit. Bei Tempo 100 liegt der Verbrauch schon bei 17,9 kWh/100 km, was noch 180 Kilometer Reichweite bedeutet. Aufhorchen lässt der von Seat-Managern genannte Energiepreis von nur 2,80 Euro pro 100 Kilometer.