Kia XCeed: Schon in der Wiege zum Bestseller auserkoren

Automobil : Schon in der Wiege zum Bestseller auserkoren

Die Hälfte aller Verkäufe in der Ceed-Baureihe will Kia mit dem neuen XCeed bestreiten, einer Mischung aus Coupé und Geländewagen.

Frankfurt Der neue Kia XCeed ist die vierte Modellvariante der Ceed-Baureihe. Daneben gibt es die Limousine, den Kombi Sportswagon und den zuletzt gestarteten Shooting Brake ProCeed, ein Coupé mit Steilheck. Die Preise für den neuen XCeed reichen von 21 390 Euro bis 33 460 Euro.

Die komplette Karosserie des XCeed ist neu, nur die vorderen Türen wurden vom Ceed, auf dem er technisch basiert, übernommen. Den 4,40 Meter langen Crossover, acht Zentimeter mehr als beim Fünftürer, prägt vor allem die coupéartige Dachlinie. Auch sonst setzen die Designer eher auf die sportliche Linie mit vorn und besonders hinten längeren Karosserieüberständen. Dabei bleibt der Radstand gleich.

Energisch gezeichnet erscheint die Front, aber richtig bullig fällt eigentlich nur das Heck aus. Innen ist praktisch alles identisch mit den aktuellen Ceed-Modellen. Dazu zählt nicht nur der freistehende Touchscreen, sondern auch das Cockpit mit dem ersten volldigitalen Kombiinstrument bei Kia, allerdings abhängig von der gewählten Ausstattung. Beim Kennenlernen wirkt die Verarbeitung außen wie innen zumindest auf den ersten Blick wertig.

Vorn ist das Platzangebot gut, Fondpassagiere haben die größte Beinfreiheit im Segment, aber das Einfädeln der Füße beim Ein- und Ausstieg ist hinten wegen des schmalen Türausschnitts recht mühsam. Die Rücklehnen mit einer je nach Ausführung dreigeteilten Rückbank stehen ziemlich steil, wohl um einen der größten Gepäckräume (426 bis 1378 Liter) im Segment zu ermöglichen. Bei den Raummaßen liegt der XCeed besonders nahe am Nissan Qashqai.

Drei- und Vierzylindermotoren treiben den fünfsitzigen Kompaktwagen über die Vorderräder an. Auf eine Allradvariante verzichtet die südkoreanische Marke. Serienmäßig wird über ein Sechs-Gang-Getriebe geschaltet oder optional über eine siebenstufige Doppelkupplungsautomatik – außer bei den Einstiegsmodellen. Kia setzt künftig voll auf Turbomotoren, die Produktion des einzig verbliebenen Sauger-Triebwerks läuft aus.

Basis ist der bekannte 1,0-Liter-Dreizylinder mit 120 PS/88 kW; eventuell wird eine 100-PS-Version nachgereicht. Für den in Rüsselsheim entwickelten und in Slowenien gebauten XCeed stehen weitere Vierzylinder-Motorisierungen parat, darunter der 1.4 T-GDI mit 140 PS/102 kW, der 1.6 T-GDI mit 204 PS/150 kW sowie die beiden Diesel 1.6 CRDi mit 115 PS/85 kW und 136 PS/100 kW. Alle Triebwerke erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-temp.

Kia erwartet, dass 65 Prozent der Käufer den 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS wählen. In ersten Fahrtests passte er sehr gut zu dem sportlich abgestimmten Crossover. Ein 48-Volt-Mild-Hybrid kombiniert mit Dieselmotor folgt. Plug-in-Hybride für den SW-Kombi und den XCeed sind für das kommende Frühjahr angekündigt. Trotz aller Alternativen sieht Kia-Geschäftsführer Steffen Cost keinen Grund, „den modernen Diesel, der sich auch von den Verkaufszahlen her erholt hat, nicht zu fahren“.

Der 140-PS-Benziner verbraucht nach der Norm knapp über sechs Liter auf 100 Kilometer, mit Doppelkupplungsgetriebe geringfügig unter sechs Liter. Auf Testfahrten waren es um 7,5 Liter Super. Die Spitze wird mit 200 km/h angegeben, den Sprint auf Tempo 100 absolviert er in 9,4 Sekunden. Der Vierzylinder zieht kräftiger durch als der Dreizylinder und läuft betont ruhig.

Auf einem Übungsgelände konnten wir uns vom guten Handling des XCeed überzeugen. Der sportliche 204-PS-Benziner bewies auf Landstraßen, dass Kurven sein Revier sind. Auf Autobahnen fielen je nach Fahrbahnbelag Abrollgeräusche der breiten 18-Zoll-Schlappen schon unter 100 km/h auf.

Zur Serienausstattung zählen LED-Scheinwerfer, 5-Zoll-Audiosystem und 16-Zoll-Räder. Ab „Vision“, einer der vier Ausstattungsstufen, gibt es 18-Zöller, 8-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera und Smartphone-Schnittstelle, in der Topversion „Platinum“ kommen 10,25-Zoll-Navigation inklusive Online-Dienste, Soundsystem, Lederbezüge, elektrisch einstellbarer Fahrersitz, sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, Glasschiebedach und vieles mehr dazu.

An Assistenzsystemen ist das heute übliche an Bord, allerdings je nach Ausführung mehr oder weniger komplett. Unverändert gewährt Kia die Siebenjahres-Herstellergarantie.

Der Kia XCeed wird auf Wunsch mit Smartphone-Anbindung und Online-Diensten geliefert. Foto: Kia

Die Chancen stehen gut, dass der coupéhafte XCeed künftig den Löwenanteil der Baureihe beim Absatz bestreitet. Deutschlandweit legen nur noch Kleinwagen und kompakte SUVs bei den Verkaufszahlen zu. Die Kunden haben die Vorteile der Crossover, auch CUV (Crossover Utility Vehicles) genannt, erkannt. Auf einen Allradantrieb, wie sie viele klassische SUVs zumindest alternativ bieten, können sie verzichten. Wichtig ist ihnen neben dem Design und einer gewissen Sportlichkeit der etwas einfachere Einstieg (besonders vorn) und die erhöhte, etwas mehr Übersicht bietende Sitzposition. Genau das bietet der XCeed. Mit dem neuen Farbton Quantum Yellow (Foto oben) in einer Edition fällt er optisch besonders auf.

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