Kia stellt XCeed, eine Kreuzung aus Limousine, Kombi und SUV, vor

Neues Ceed-Modell : Im Herbst ist Kias Viererteam komplett

Kia legt bei seiner Ceed-Baureihe nach. Neben Fließheck, Kombi und Shooting Brake kommt im Herbst der neue XCeed. Obwohl er kernig aussieht, ist kein Allradantrieb vorgesehen.

Der koreanische Konzern hat Mumm: Die Viererbande der kompakten Ceed-Modelle läuft in Europa einzig für Europa vom Band – und das in einer Klasse, die vom VW Golf samt Konkurrenz besetzt ist. Je nach Vorliebe kann man sich für einen klassischen Fünftürer, einen Kombi oder einen Shooting Brake, das Modell mit stark abgeschrägtem Heck, entscheiden. Diese Auswahl wird hierzulande gern angenommen, denn ein Drittel der Kia-Verkäufe geht aufs Ceed-Konto. Im Herbst gesellt sich der vierte Abkömmling hinzu: Mit dem XCeed kommt gewissermaßen das vielseitigste Modell auf den Markt – eine Kreuzung aus Limousine, Kombi und kleinem SUV.

Zunächst fallen die Kunststoffbeplankung rund um die Karosserie sowie der angedeutete Unterfahrschutz vorne und hinten auf. Der XCeed reckt sich samt seinem um vier Zentimeter höhergelegten Fahrwerk erkennbar in die Höhe und ragt mit 18-Zoll-Rädern insgesamt 1,50 Meter über den Boden. Der 4,40 Meter lange und 1,83 Meter breite Wagen hat sich von der ausgeprägten Tigernase im Kühlergrill verabschiedet – schade eigentlich, denn über die Jahre gewöhnte man sich an dieses Kia-Stilelement. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer fallen auf, sie sind zackig gezeichnet. Seine Schokoladenseite ist das stämmige Heck: Die Proportionen sind ausgewogen, der Blick bleibt an unaufgeregten Merkmalen wie Dachkantenspoiler, Rückleuchten und Chromschutz hängen. Die beiden darin eingepassten eckig-wuchtigen Pseudo-Auspuffenden verwundern, da die echten Abgasrohre unsichtbar weiter vorne sitzen.

Bei all den Unterschieden zu seinen Brüdern teilt der XCeed deren Radstand von 2,65 Meter. Eine erste Sitzprobe während der statischen Präsentation zeigte: die Sitzposition vorne ist, wie zu erwarten, erhöht. Kopf- und Beinfreiheit im Fond sind ordentlich. Tadellos sind die Kofferraummaße: 426 Liter unter der Abdeckung bis maximal 1378 Liter lassen einiges Ladegut zu, wobei 238 Liter mehr zur Verfügung stehen als im Fließheck-Ceed.

Das Cockpit ist auf Augenhöhe mit den Schaltzentralen moderner Fahrzeuge. Alle Oberflächen sind dunkel, und wie bei den Ceed-Geschwistern wirkt die Anordnung von Schaltern, Knöpfen, Rundinstrumenten und des berührungsempfindlichen Acht-Zoll-Bildschirms klar geordnet und leicht bedienbar. Neu sind in der höchsten Ausstattung ein digitaler Tacho sowie ein aus der Mitte der Armaturentafel herausragender 10,25-Zoll Touchscreen, das entspricht rund 26 Zentimetern.

Wer es farbenfroh mag, kann zur Markteinführung zur sogenannten Launch-Edition greifen. Zur gelben Außenlackierung gibt es im Innenraum passende Farbtupfer – diese besondere Ausführung erscheint in der höchsten Platinum-Version. Übrigens scheinen mittlerweile auch im Interieur eines Autos Überlegungen zur veganen Lebensweise eine Rolle zu spielen: Wahlweise kann man eine Kombination aus Stoff und Ledernachbildung oder Echtleder wählen.

Als nahezu selbstverständliche Voraussetzung heutiger Karossen gilt ein Netzwerkanschluss. Daher verfügt auch der XCeed über die übliche Smartphone-Anbindung. Neu ist die Integration des Infotainmentsystems Ufo-Connect: Mittels eigener SIM-Karte lassen sich in Echtzeit Verkehrsinfos oder Wetterdaten abrufen. Obendrein gibt es Unterstützung bei der Parkplatzsuche einschließlich Preisangaben. Abgesehen von der ständigen Kommunikation mit der Außenwelt legen die meisten Kunden großen Wert auf eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Hier bietet der XCeed den aktuellen Kia-Standard – von der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-Go-Funktion über Spurhalteassistent und Querverkehrswarnung bis zum automatischen Einparksystem.

Bleiben noch die Motoren, die allesamt die Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen: Es wird drei turboaufgeladene Direkteinspritzer-Benziner geben – einen Einliter-Dreizylinder mit 120 PS/88 kW, einen 1,4-Liter-Vierzylinder mit 140 PS/103 kW sowie einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 204 PS/150 kW. Auf der Dieselseite steht ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit Turbolader in zwei Leistungsstärken bereit – mit 115 PS/85 kW und 136 PS/100 kW. Verbindliche Kraftstoffangaben sollen zur Markteinführung vorliegen. Die Kraftübertragung geschieht wahlweise mittels Sechsgangschaltung oder Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe. Eine Ausführung mit Allradantrieb ist nicht vorgesehen. Zu den herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren soll sich Anfang kommenden Jahres ein Plug-in-Hybrid gesellen; und auch Modelle mit 48-Volt-Mild-Hybridsystem stehen in den Startlöchern.

Der Innenraum des XCeed ist auf dem Niveau der Modelle der europäischen Konkurrenz. Foto: kia
Das Heck des Kia XCeed wirkt recht stämmig. Foto: kia

Der XCeed läuft im slowakischen Kia-Werk vom Band und steht ab 21. September bei den Händlern. Über die Preise schweigen sich die Verkaufsstrategen derzeit noch aus. Mutmaßlich könnte der Einstieg bei rund 20 000 Euro liegen. Sicher ist eines: Auch beim XCeed bleibt es bei der nach wie vor besonderen siebenjährigen Garantie.

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