Automobil : Komfortabel auf dem hohen Ross

Skoda hat bereits das kompakte SUV Karoq und das große SUV Kodiaq im Programm. Jetzt gesellt sich als Drittes im Bunde das City-SUV Kamiq dazu.

Skodas neues kleines SUV Kamiq bietet trotz kompakter Abmessungen viel Platz und macht damit seinem Namen alle Ehre, denn Kamiq bedeutet in der Sprache der im Norden Kanadas und in Grönland lebenden Inuit, dass etwas in jeder Situation perfekt passt – wie eine zweite Haut.

Am 21. September beginnt die Auslieferung des 4,24 Meter langen Lifestyle-Autos zu Preisen ab 17 950 Euro. Für diese Summe erhält der Kunde den Dreizylinder-Benziner, der seine 95 PS/70 kW aus 1,0 Liter Hubraum schöpft und der sich ausschließlich über ein Fünfganggetriebe schalten lässt.

In den Tälern und auf der Höhenstrecke in den Vogesen konnte der Kamiq demonstrieren, wie agil er sich nicht nur in der Stadt fahren lässt. Dabei bewährt sich nicht nur der kleine Wendekreis, sondern auch das sportliche Fahrverhalten, das besonders durch die optionale Fahrwerksabstimmung Sport Classic Control mit zwei Stufen gewährleistet ist.

Besonders in engen Kurven fühlt sich der Kamiq zuhause und konnte auf der herausfordernden Strecke fast mit den Motorradenthusiasten, die dort zahlreich unterwegs sind, um die Wette fahren. Der 95-PS-Einstiegsbenziner muss dann allerdings fleißig geschaltet werden.

Im Vergleich zum Skoda-Kleinwagen Scala sitzen wir im Kamiq nicht nur um vier Zentimeter höher, was mehr Übersicht bringt, sondern profitieren auch abseits asphaltierter Straßen von der größeren Bodenfreiheit (188 Millimeter), übrigens die größte im Segment. Im Gepäckabteil können wir 400 bis 1395 Liter verstauen; die Rücksitze lassen sich im Verhältnis 60:40 umlegen. Für überlange Gegenstände kann die Beifahrerlehne umgeklappt werden. Erstmals im Segment bietet Skoda eine elektrische Heckklappe und eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung an.

Innen wie außen macht das familientaugliche City-SUV eine gute Figur und auch die Verarbeitung stimmt. Äußerlich ist der Kamiq an der neuen Front mit zweigeteilten horizontalen Scheinwerfern zu erkennen, wobei das Tagfahrlicht höher positioniert ist. An Bord ist auch das LED-Fernlicht, modell-abhängig inklusive Matrix-Abblendung. Insgesamt gefällt das kraftvolle und emotional wirkende Design, zu dem auch die großen Räder (16 bis 18 Zoll) beitragen.

Zur Wahl stehen zwei weitere Benziner: ein 1.0 TSI mit 115 PS/85 kW und als stärkster Vierzylinder der 1.5 TSI mit 150 PS/110 kW. Dieses Triebwerk wird im Oktober nachgereicht. Bei den beiden stärkeren Benzinern und dem 1,6-Liter-TDI kann der Kunde außer dem serienmäßigen Sechsganggetriebe zur Siebengangautomatik (DSG) greifen. Der Diesel leistet 115 PS/85 kW und 250 Newtonmeter Drehmoment. Letzteres sorgt für ordentlich Durchzug wie auch beim Benziner 1.5 TSI. Eine Erdgasversion mit 90 PS/66 kW ist für Ende des Jahres angekündigt.

Auf dem neuesten Stand sind die Assistenzsysteme, wie der Spurhalter, der Frontassistent und die Mehrfach-Kollisionsbremse. Zusätzlich gibt es unter anderem den adaptiven Abstandshalter (Geschwindigkeitsregelung bis 210 km/h, 390 Euro) und den Seitenwarner.

Auch das Info- und Unterhaltungssystem, einschließlich Vernetzung, ist auf aktuellem Stand. Selbst auf die Sprachsteuerung muss man nicht verzichten. Und nicht zuletzt hat Skoda wieder einige clevere Ideen umgesetzt wie den Anstoßschutz an den Türkanten.

Das Informations- und Unterhaltungssystem im Kamiq ist auf dem neuesten technischen Stand. Dazu gehört auch die Anbindung ans Internet. Foto: Skoda
Der Diffusor am unteren Heck verbessert die Aerodynamik. Foto: Skoda

Skoda setzt weiter auf Wachstum und will angesichts der zunehmenden Nachfrage nach kompakten SUVs ein Wörtchen mitreden. Zuletzt stieg der Absatz im Segment um 13 Prozent. Der Kamiq rundet die SUV-Familie der Marke nach unten ab. Hauptzielgruppe sei die „sportlich aktive, Lifestyle-orientierte Kundschaft, die Wert auf Komfort und zeitgemäße individuelle Mobilität legt“, sagt Skoda-Vorstandschef Bernhard Maier.

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