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Im Vergleich: Seat Leon, Mazda 3, Kia Ceed und Audi A3

Vergleich : Kompakte Limousinen von lebhaft bis luxuriös

In vierter Generation geht der Seat Leon an den Start. Der Plattform-Bruder des VW Golf 8 trifft mit frischem Design, modernem Antrieb und aktueller Technik in unserem Vergleich auf den Mazda3, den Kia Ceed und den Audi A3.

Die Kompaktlimousinen Seat Leon, Mazda3, Kia Ceed und Audi A3 treten zu unserem Vergleich mit 150-PS-Vierzylinder-Benzinermotoren an. Ausnahme ist der Ceed mit 140 PS. Allesamt sind sie also stark motorisiert. Eine buntere Mischung weisen die Hubräume auf. Der Kia kommt auf turbogeladene 1,4 Liter, der Mazda bringt es mit Saugmotor auf 2,0 Liter und Seat und Audi verfügen über 1,5 Liter mit Turbolader.

Der auf 4,37 Meter Länge gewachsene Seat Leon bietet innen den meisten Platz im Bunde, vor allem im Fond dank des nun größeren Radstandes (2,68 Meter). Nur der Mazda3, der auch in der Außenlänge die vier Kandidaten anführt, übertrifft ihn um fünf Zentimeter. Innen bringt das nicht viel, denn der spanische Kompaktwagen schlägt den Mazda trotzdem vorn und im Fondabteil beim Raumangebot, in einigen Messwerten auch den Kia Ceed und den Audi A3. Die Grundfläche ist gut genutzt, kann man dazu nur sagen.

Das gilt auch fürs Gepäckabteil. Da muss sich der Leon (380 bis 1301 Liter) dem Ceed (395 bis 1291 Liter) nur knapp und auch nur zum Teil geschlagen geben, bei der Zuladung (615 Kilo) ist er wieder der Beste.

Das mögen Marginalien sein, spannender wird es jedenfalls beim Fahren. Da garantiert der Leon den größten Spaß, sogar gegenüber dem Audi A3, bei dem freilich das höhere Preisniveau im Raum steht. Der Seat Leon gibt sich dynamisch und agil, federt aber trotz Adaptivdämpfer (knapp 800 Euro) nicht ganz so geschmeidig wie der Audi, und auch die Lenkung arbeitet nicht absolut präzise. Im Vergleich zu den zwei anderen Wettbewerbern führen die beiden bei der Fahrwerksabstimmung das Feld an.

Nah beieinander liegen bei den vier Kompaktwagen die Fahrleistungen und Verbrauchswerte. Zurückhaltend gefahren schneiden Leon und A3 – beide mild hybridisiert und mit Doppelkupplungsgetriebe – am günstigsten ab. Sie lassen sich mit knapp über fünf Litern bewegen. Ist man sportlich unterwegs, müssen maximal bis zu neun Liter auf 100 Kilometer nachgetankt werden. Beim Ceed lagen die Praxiswerte zwischen 6,0 Litern (Eco-Tour) und, wenn es sehr flott gehen musste, schon mal bei 9,1 Litern.

Er lässt sich sauber über ein Sechsganggetriebe schalten wie auch der Mazda3, der als Einziger im Feld ohne Turboaufladung, aber mit spezieller Motortechnik ausgerüstet ist – hoch verdichtet, Zylinderabschaltung, leicht hybridisiert. Der Mazda genehmigt sich einen Schlückchen mehr als der Leon und der Audi, im Test waren es sechs Liter bei moderater Fahrt auf der Autobahn bis rund neun Liter bei sehr zügiger Fahrweise.

Den Sprint auf Tempo 100 absolvieren drei der Kandidaten unter neun Sekunden, nur der Mazda braucht ein bisschen länger: 9,2 Sekunden. Er fährt sich nicht schlecht, einfach anders. Zum Beispiel muss an langen Steigungen schon mal ein Gang zurückgeschaltet werden, wenn die drei turbogetriebenen Konkurrenten locker durchziehen.

Wen es interessiert: In kürzester Zeit schnellt die Tachonadel des Leon auf 100, in nur 8,4 Sekunden. Ähnlich wie der Kia Ceed, der mit 1330 Kilogramm Leergewicht angegeben ist, zählt der Seat Leon zu den Leichtgewichtigen. In der Spitze, die heute wohl kaum noch zählt, laufen nur A3 und Leon gut 220 km/h. Für das komfortable Doppelkupplungsgetriebe stehen 2417 Euro in der Seat-Preisliste, 1949 Euro bei Audi.

Beim Testwagen Mazda3 fiel uns die sportlich straffe Fahrwerksabstimmung auf. Ähnliches erfuhren wir auch bei der sportlichen FR-Version des Leon und in Ansätzen beim Ceed. Mazda und Leon rollen bei hohem Tempo relativ laut ab, was auch den breiten Reifen geschuldet sein dürfte. Komfortabler und leiser tritt der Audi A3 auf.

Eng geschnitten im Vergleich zu den Kontrahenten wirkt der hintere Innenraum des Mazda. Die Bedienung stellt einen hier nicht vor Probleme, ähnlich wie beim Ceed und A3. Allerdings könnte sich die Feststellbremse des Mazda einfacher lösen lassen, etwa durch das Anfahren. An heißen Tagen erwiesen sich zudem die Kunstleder-Sitzbezüge des Mazda3 als schweißtreibend. Beim Start-Stopp schaltet der 2,0-Liter-Sauger oft nur kurz ab, dann springt er allzu früh wieder an.

Klein geraten ist zwar der Monitor des Navigationssystems im Mazda, aber in der Stufe Selection serienmäßig wie auch das Head-up-Display und einige weitere Komfort- und Sicherheitsdetails. Unter dem Strich profitiert der Mazda3 G150, der 25 432 Euro kostet, von seinem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vom Preis her günstig, nicht zuletzt angesichts der umfangreichen Serienausstattung und Garantie, zudem ohne nennenswerte Schwächen, speziell bei der Bedienung, präsentiert sich der Kia Ceed 1.4 T-GDI in der GT-Line. Er kostet 25 890 Euro. An die Spitze stellt sich der stark digitalisierte, gut ausgestattete Seat 1.5 eTSI für 28 318 Euro, auch wenn kleine Abstriche anfallen, etwa bei der Materialqualität.

Nicht nur bei Motor, Getriebe und Fahrwerk, sondern auch bei Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen profitiert der Seat Leon wie der A3 vom umfassenden Konzern-Baukasten.

Der Kia Ceed ist angesichts der umfangreichen Serienausstattung und der Sieben-Jahre-Herstellergarantie ein relativ günstiger Kompaktwagen. Foto: Kia
Das Fahrwerk des Mazda3 ist straff abgestimmt, was Fahrern entgegenkommt, die gerne auch mal sportlich fahren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Foto: Mazda
Der Seat Leon bietet im Vergleich zu den anderen hier vorgestellten Kompakt-Limousinen den meisten Platz im Innenraum. Foto: Seat
Alle hier vorgestellten Kompakt-Limousinen überzeugen mit einem aufgeräumten Cockpit: (von links) Audi A3, Kia Ceed, Mazda3 und Seat Leon. Foto: Audi
Kia Ceed Cockpit Foto: Kia
Mazda3 Cockpit Foto: Mazda/davidlfsmith, Mazda
Cockpit des Seat Leon 1,5 eTSI mit Mildhybrid-System, 2020 Foto: Seat

Sieger im Vergleich könnte der Audi A3 sein, wenn er nicht den Preisrahmen der Rivalen im Test sprengen würde. Für den 35 TFSI Advanced verlangt Audi stolze 31 096 Euro Grundpreis, ohne dass einige sinnvolle Extras schon berücksichtigt sind. Aber das erscheint für viele nachvollziehbar angesichts der ausgewogenen Qualitäten des Autos, das praktisch keine Schwächen zeigt – ganz Premium sozusagen.