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Hyundai i10: Die Würze liegt weiterhin in der Kürze

Fahrbericht : Die Würze liegt weiterhin in der Kürze

Das Jahr 2019 ist für Hyundai in Deutschland mit 3,6 Prozent Marktanteil und fast 130 000 Zulassungen erfolgreich verlaufen. Damit es so weitergeht, startet jetzt die dritte Generation des i10.

Der Volkswagen-Konzern hat seine Kleinstwagen VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo mit Verbrennungsmotor vom Markt genommen und bietet sie nur noch mit Elektroantrieb an. Adam und Karl von Opel werden seit Jahresende 2019 nicht mehr verkauft, und Nachfolger sind nicht in Sicht.

Andere Kurzfassungen wie das technisch baugleiche Trio Citroën C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo sind in die Jahre gekommen. Das trifft auch für Fiat 500 und Panda zu, obwohl der italienische Hersteller die beiden soeben mit einem milden Hybridantrieb und entsprechender Verbrauchssenkung und Abgasminderung noch einmal für ein paar Jahre fit gemacht hat.

Ganz anders denkt man in Korea. Hyundai hat vom Supermini i10 eine neue Generation aufgelegt, gibt also die Klasse der Stadtflitzer nicht auf. Mit dem Wechsel bleibt es beim i10 bei 3,67 Metern Länge. Er wird aber zwei Zentimeter breiter (1,68 Meter) und zwei Zentimeter niedriger (1,48 Meter), der Radstand des frontgetriebenen Fünftürers legt um vier Zentimeter auf 2,43 Meter zu.

Vier Ausstattungen und zwei Motoren stehen zur Verfügung. Für den Vortrieb sorgen wahlweise ein Drei- oder ein Vierzylinder-Benziner mit 67 PS/49 kW oder 84 PS/62 kW, hinter denen ein Fünfgang-Schaltgetriebe angeordnet ist, das auf Wunsch automatisiert kuppelt und die Übersetzungen wechselt.

Der Vierzylinder-Saugmotor mit 1,2 Liter Hubraum ist akustisch unscheinbar. Er überzeugt durch seine Laufruhe. Seine 84 PS bewegen das 1000 Kilogramm leichte Fahrzeug flott sowohl im Stadtverkehr als auch auf der Autobahn. Allerdings trübt das automatisierte Schaltgetriebe für 700 Euro Aufpreis den insgesamt positiven Eindruck wegen seines leidenschaftslosen Schaltverhaltens. Mit ihm braucht der kleine Hyundai drei Sekunden länger von 0 auf 100 km/h als beim Wechsel der Gänge von Hand.

Zudem beschert die Zugkraftunterbrechung beim Schaltvorgang dem Auto stets eine unangenehme Nickbewegung („Nickmatik“). Dies haben andere Hersteller durch etwas Feinarbeit schon gedämpfter auf die Straße gebracht. Eine elegantere und komfortablere Lösung ist eindeutig das in Europa inzwischen selbst in Kleinwagen verbreitete Doppelkupplungsgetriebe.

Auch der 1,0-Liter-Dreizylindermotor mit Handschaltung macht trotz der geringeren Leistung von 64 PS/49 kW seine Sache gut. Die Arbeit wird ihm erleichtert, weil der i10 mit dieser Motorisierung noch einmal fast 80 Kilogramm weniger auf die Waage bringt. Bei mäßigen Drehzahlen ist das kleine Triebwerk hinsichtlich Geräusch und Vibrationen ebenfalls unauffällig. Freilich will es auf Touren gehalten werden, denn das höchste Drehmoment wird erst bei 3500 Umdrehungen pro Minute abgegeben. Wer nicht schaltfaul ist, hat seine Freude damit.

Ein Zylinder weniger bedeutet eine um 700 Euro geringere Rechnung beim Kauf und laut Messlabor etwa zwei Prozent weniger Verbrauch. Die Abstimmung von Federung, Dämpfung und Lenkverhalten passt für ein Fahrzeug dieser Art; vorbei sind die Zeiten, da Kleinwagen blechern dahinhoppelten.

Äußerlich ansehnlich, innen aufgeräumt, so wirkt der Stadtflitzer, der ausreichendes Platz sowohl vorn als auch im Fond bietet. Er verfügt über fünf Türen, was die Bequemlichkeit natürlich erhöht, weil jeder Insasse in beiden Reihen sein eigenes Portal hat. Wer öfter Fahrdienste für eine Kindergruppe zum Sport leistet oder eine Fahrgemeinschaft zur Schule bildet, kann den kleinen Koreaner hinten auch mit drei statt zwei Sitzen haben.

Der Kofferraum ist mit 252 Litern so groß wie bisher, was angesichts der gleichen Außenlänge nicht verwundert: Zaubern können sie offensichtlich auch in Korea nicht. Durch die umlegbaren Lehnen der Rücksitze erzielt man einen Stauraum bis unters Dach von mehr als einem Kubikmeter. Die Silhouette der Karosserie erinnert an das Vormodell, wodurch dieses als Gebrauchtwagen nicht veraltet wirkt und auch nicht entwertet wird. Unmittelbar übernommen hat man die beiden runden LED-Tagfahrlichter an den oberen Ecken des Kühlergrills.

An Bord des kleinen i10 geht es je nach Ausstattung auf Wunsch wie in den Großen zu. Aktiver Spurhalteassistent, Smartphone-Ablage mit kabelloser Ladefunktion, heizbares Lenkrad, Rückfahrkamera und Verkehrszeichenerkennung sind nur einige der vielen Möglichkeiten.

Der acht Zoll große Touchscreen in der Mittelkonsole des i10 zeigt Navigationskarten und das Bild der Rückfahrkamera. Smartphones können eingebunden werden. Foto: Hyundai

Das Einstiegsmodell i10 Pure kostet 10 990 Euro. So gut wie komplett ist die beste Ausstattung Style, deren Preise bei 16 690 Euro beginnen. Fünf Jahre Neuwagengarantie ohne Kilometerbegrenzung sind in allen Fällen im Kaufpreis inbegriffen. Ab 8. Februar 2020 steht der Neue bei den Händlern.