Gut gedämpftes Dieselnageln

Gut gedämpftes Dieselnageln

Ein kultiviertes und sparsames Dieseltriebwerk bereichert ab Mitte des Jahres das Motorenprogramm für den Mazda3. Durch eine niedrige Verdichtung im Motor (15:1) erreicht Mazda die Euro-6-Norm ohne Abgasnachbehandlung.

Japan ist kein klassischer Markt für Dieselmotoren. Daher hat Mazda vor allem für Europa ein 1,5-Liter-Dieseltriebwerk entwickelt. Er feierte vor einem Jahr im Kleinwagen Mazda2 Premiere, ist inzwischen auch im kleinen SUV CX-3 erhältlich und wird ab Mitte des Jahres für die Schrägheckversion und die Limousine der kompakten 3er-Baureihe verfügbar sein.

Für die vor knapp drei Jahren gestartete dritte Generation des Mazda3 sind bislang drei Benzinmotoren mit 100 PS, 120 PS und 165 PS sowie ein 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS/110 kW im Programm. Mit dem neuen Diesel-Triebwerk, das 105 PS/ 77 kW leistet, kostet das Mazda3-Basismodell mit schrägem Heck ab 23 190 Euro. 500 Euro mehr müssen für die viertürige Stufenhecklimousine bezahlt werden. Sie wird zunächst ausschließlich mit der Center-Line-Ausstattung angeboten. Leicht sollte der Vierzylinder-Diesel werden. Mit einem im Vergleich zum Vorgängermotor, dem 1,6-Liter-Diesel mit 115 PS, um 25 Kilogramm leichteren Aluminium-Block konnte diese Vorgabe umgesetzt werden. So bringt die Limousine lediglich 1265 Kilogramm auf die Waage, die Schrägheckvariante wiegt ganze fünf Kilogramm mehr.

Im Betrieb noch bedeutsamer ist die hohe Laufkultur, die der Diesel mitbringt. Neue Dämpfer in den Kolbenbolzen verhindern das typische Dieselnageln selbst beim Kaltstart. Wer am Lenkrad sitzt, will kaum glauben, dass die Maschine nach dem selbstzündendem Verbrennungsprinzip arbeitet. Der Motor liefert 270 Nm Drehmomentspitze zwischen 1600 und 2500 U/min. Das verspricht viel Elastizität und erlaubt schaltfaules Fahren. Für den schnellen Überholvorgang ist das Zurückschalten dennoch angeraten. Dann beweist das Triebwerk Drehfreude und bleibt dabei auch noch leise und artig. Zumal der Wechsel der Übersetzung dank der präzise geführten und kurzen Schaltwege eine eher angenehme Aufgabe ist.

Der Verbrauch hält sich im Rahmen. Nach Norm konsumiert der Vierzylinder 3,8 Liter Diesel-Treibstoff auf 100 Kilometer. Das entspricht einem CO{-2}-Ausstoß von 99 g/km. Bei ersten Testfahrten rund um Augsburg lag der Konsum deutlich unter fünf Litern. Bei 51 Litern Tankinhalt ließe sich die Fugger-Stadt vielmals umrunden, ohne nachtanken zu müssen. Das weiche, aber doch kraftvolle Ansprechverhalten des Motors erreicht Mazda unter anderem mit der variablen Turbinengeometrie des Laders. Die sorgt im Stadtverkehr für reichlich Schub und bei hohen Geschwindigkeiten für eine stabile Leistungsentfaltung.

Zur Wahl stehen neben der Basisausstattung das gehobene Niveau Sports-Line (ab 26 390 Euro) sowie ein sechsstufiges Automatikgetriebe für 1800 Euro, das den Treibstoffverbrauch um 0,6 Liter Diesel für 100 Kilometer erhöht. Der Mazda3 mit dem neuen Dieselmotor kommt Mitte des Jahres zu den Händlern. Er erfüllt die Euro-6-Abgasnorm auch ohne Harnstoff-Einspritzung zur Reduzierung der Stickoxide. Das erreicht Mazda mit einer sehr niedrigen Verdichtung (15:1 - Die Luft im Zylinder wird beim Hochfahren des Kolbens auf ein 15tel komprimiert). Eine niedrige Verdichtung erlaubt niedrigere Verbrennungstemperaturen, wodurch weniger Stickoxide entstehen.

Zum Thema:

In der Mitte des Anzeigenfelds sitzt der große Drehzahlmesser.
Der Mazda3 ist auch als Limousine mit Stufenheck erhältlich.

Ausführung:SchrägheckPreis:23 190 EuroLänge:4,46 MeterBreite:1,80 MeterHöhe:1,45 MeterRadstand:2,70 MeterLeergewicht:1270 KilogrammZuladung:600 KilogrammGepäckraum:364 - 1263 LiterAnhängelast:1300 KilogrammMotor:4-Zylinder-DieselHubraum:1499 ccmLeistung:105 PS/77 kWDrehmoment:270 Nm von 1600 bis 2500 U/minAbgasnorm:Euro 6CO{-2}-Ausstoß:99 g/kmSpitze:185 km/h0 auf 100 km/h:11,0 SekundenNormverbrauch:3,8 Liter Diesel