| 19:11 Uhr

Gitter über Rinne ungesichert: Frau stürzt, Gemeinde haftet

Konstanz. (np) Eine Rinne in einem Verbindungsweg, den auch Müll- und Streufahrzeuge nutzen, hatte eine Gemeinde mit einem Gitter abgedeckt. Eine Frau, die diesen Weg entlangging, trat auf das Absperrgitter. Dieses wippte hoch, wodurch die Frau auf den Asphalt stürzte. Sie brach sich einen Zahn ab, erlitt Platzwunden an Ober- und Unterlippe und Schürfwunden im Gesicht. Wie die deutschen Verkehrsrechtsanwälte berichten, verlangte die Frau von der zuständigen Gemeinde Schadensersatz und Schmerzensgeld .

Vor Gericht bekam sie Recht. Das Landgericht Konstanz entschied, eine Gemeinde müsse auch Gitter über Rinnen auf dem Gehweg sicher verankern. Tue sie dies nicht, liege ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht vor. Stürze ein Fußgänger wegen des ungesicherten Gitters, müsse die Gemeinde Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen.



Zwar habe die Gemeinde alle acht Wochen das Gitter kontrolliert. Das reiche jedoch nicht aus, denn ein Gutachten sei zu dem Schluss gekommen, dass das Absperrgitter fest verankert werden müsste, weil es um 5,5 Zentimeter auf und ab wippte. Die Frau bekam wegen des abgebrochenen Zahns und dauerhafter Narben im Gesicht 3500 Euro Schmerzensgeld (Az.: D 2 O 290/14).