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Gepflegter Stadtcowboy für gemütliche Ausflüge

Gepflegter Stadtcowboy für gemütliche Ausflüge

Seit neun Jahren gibt es nun den Nissan Qashqai. Er hat auch in der zweiten Generation seine Beliebtheit in der Liga hochbeiniger Kompaktwagen verteidigt – mit und ohne Allradantrieb.

Der Nissan Qashqai ist ein sanfter Abenteurer - mehr gepflegter Stadtcowboy als rustikaler Landmann. Seine geschwungene Bugpartie wirkt angriffslustiger als beim Vorgänger, und die Flanken weisen jene Kanten auf, die derzeit im automobilen Trend liegen. Den verkörpern auch seine weit in die Kotflügel gezogenen Heckleuchten, als ob sie den Schulterschluss zur vorderen Beleuchtung anstreben würden.

Alltagstaugliches Fahrwerk

Bereits nach kurzer Zeit ist klar: Der 1,2-Liter-Ottomotor mit 116 PS/85 kW ist genau richtig für geruhsame Gemüter, die weder lange Strecken runterschrubben noch Spurtwettbewerbe gewinnen möchten. Dass dem soliden Basisbenziner bei niederen Drehzahlen leicht die Puste ausgeht, überrascht kaum. Brav folgt er aber gezielten Schaltvorgängen und trabt im lang übersetzten sechsten Gang gemütlich und angenehm leise vor sich hin. Im Rahmen der Erwartungen liegt er zudem recht ausgeglichen auf der Straße, mit anderen Worten: Sein Fahrwerk ist absolut alltagstauglich abgestimmt. Ein wichtiger Kaufgrund für diese Fahrzeugklasse ist die hohe Sitzposition. Tatsächlich kann man auch im Qashqai wunderbar das Verkehrsgeschehen seitlich und nach vorn beobachten. Beim Blick nach schräg hinten macht aber die dortige Dachsäule samt der kleinen Fenster dem Fahrer zu schaffen.

Aufgeräumt und aufs Wesentliche ausgerichtet ist das Cockpit, das keinerlei Vergleiche mit Wettbewerbern wie beispielsweise dem VW Tiguan scheuen muss. Sogar eine 0,7-Liter-Sprudelflasche passt in die Türablage. Das ist keineswegs selbstverständlich in dieser Fahrzeugklasse.

Im Wagenfond geht es zwar nicht üppig zu, aber immerhin angemessen für einen 4,38 Meter langen Kompaktwagen . Die dortigen Rücklehnen lassen sich so umklappen, dass eine Ladefläche mit Stufe entsteht. Unter der Gepäckraumabdeckung gibt es 430 Liter Stauraum. Bei voller Ausnutzung dachhoch kann er auf 1585 Liter ausgedehnt werden. Verhältnismäßig weit oben liegt die Ladekante in 77 Zentimeter Höhe. Da spürt der Fahrer jedes zu wuchtende Kilogramm im Rücken.

Wohlige Gefühle vermittelt die Preisliste. Zumindest wenn man das ganz oben stehende Modell in der Basisversion Visia ansteuert. Mit dem 1,2-Liter-Einstiegsmotor kostet der Nissan Qashqai ab 19 990 Euro einschließlich Start-Stopp-System, Tempomat, Berganfahrassistent und Klimaanlage. Allradantrieb gibt es nur in Verbindung mit dem 130 PS/96 kW starken 1,6-Liter-Diesel.

Der Testverbrauch von glatten acht Litern Benzin lag fast zweieinhalb Liter über dem angegebenen Normwert. Das ist oftmals die Kehrseite der Medaille, wenn man einen eher schwachen Motor wählt. Dieser gerät leicht in hohe Drehzahlen bei vergleichsweise mäßiger Leistung. Das schlägt sich unmittelbar in höherem Verbrauch nieder.

Zum Thema:

Ausführung:KompaktwagenPreis:19 990 EuroLänge:4,38 MeterBreite:1,81 MeterHöhe:1,59 MeterRadstand:2,65 MeterLeergewicht:1393 kgZuladung:467 kgGepäckraum:430 LiterAnhängelast:1200 kgMotor:4-Zyl.-BenzinerHubraum:1197 ccmLeistung:116 PS/85 kWDrehmoment:190 Nm Bei 2000 U/minAbgasnorm:Euro 5CO{-2}-Ausstoß:129 g/kmSpitze:185 km/h0 auf 100 km/h:10,9 SekundenTestverbrauch:8 Liter Super