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Für Nissan zahlen sich mutige Mischungen beim Design aus

Für Nissan zahlen sich mutige Mischungen beim Design aus

Der japanische Hersteller hat 2016 das beste Ergebnis des laufenden Jahrtausends erreicht. Neue Modelle sollen weiteres Wachstum bringen.

Es gilt, einen Ruf zu verteidigen. Nissan war im letzten Jahr hierzulande die stärkste japanische Marke, noch vor Toyota. Mit 72 547 verkauften Fahrzeugen und einem Marktanteil von 2,2 Prozent lag Nissan ungefähr auf dem Niveau von Fiat.

Einfach wird es sicherlich nicht, diese Position zu behaupten. Aber gerade ist der neue Micra in fünfter Generation in den Handel gekommen. Mit dem seit 35 Jahren gebauten Kleinwagen sind hohe Erwartungen verbunden. Auf vier Meter streckt er sich in die Länge, und angesichts seines gewachsenen Innenraums soll er die Brücke zum kompakten Note schlagen, dessen Tage als Auslaufmodell gezählt sind, zumindest in Deutschland. Denn in den USA und in Japan läuft er weiter - in seiner Heimat sogar demnächst als Hybrid-Fahrzeug.

Ebenso wie der Kooperationspartner Renault setzt Nissan hierzulande nicht auf Hybridkonzepte (Verbrennungs- plus Elektromotor), sondern auf reine Elektroautos. Mit dem vollwertigen Fünfsitzer Leaf und dem leichten Nutzfahrzeug e-NV 200 gibt es zwei E-Mobile in der Palette. Wie überall in der Branche wird dabei noch auf kleiner Flamme gekocht. Aber mit rund 1100 verkauften Leaf im vergangenen Jahr kann der Brühler Importeur immerhin von einem zarten Wachstum sprechen. Dies dürfte spätestens 2018 einen Schub erleben, wenn der in die Jahre gekommene Leaf in neuer Auflage erscheinen wird.

Vor einiger Zeit wurde der japanische Hersteller vielfach mitleidsvoll belächelt: Die Abkehr von traditionellen Limousinen, Kombis und selbst von schicken Cabrios zugunsten von kistenähnlicheren Formen schien auf Dauer ins Niemandsland zu führen. Aber weit gefehlt. Dank der Konzentration auf Nischen bei den sogenannten Crossover-Fahrzeugen, die eine Mischung aus Kombi und Minivan darstellen, trafen die japanischen Designer absolut ins Schwarze. Zudem sind die Fahrzeuge auf Wunsch mit Allradantrieb erhältlich. Der Juke, ein Kleinwagen mit Design-Elementen von Limousine und SUV, fällt immer noch auf. Er ähnelt keinem anderen derzeit erhältlichen Gefährt. Mit 8500 verkauften Einheiten letztes Jahr trug er gut ein Zehntel zum Gesamtabsatz von Nissan in Deutschland bei. Fast die Hälfte aller Nissan-Käufer entschied sich für den größeren Bruder Qashqai. Knapp 30 000 Exemplare kamen neu auf die Straße. Mit einer Modellpflege für diesen Hochbeiner ist noch im Sommer zu rechnen. Wem der Qashqai ein wenig zu weichgespült und zu klein ist, greift zum X-Trail, der bis zu sieben Plätze bietet und ebenfalls in Kürze etwas aufgefrischt wird.

Vor gar nicht allzu langer Zeit erreichten fünf Modelle - Qashqai, Qashqai+2, Murano, Pathfinder, X-Trail - zusammen ähnliche Verkaufszahlen wie heute Qashqai und X-Trail. Mit dem in der Golf-Klasse angesiedelten Pulsar gibt es gerade noch eine konservativ gestaltete Kompaktlimousine im Programm. 6000 verkaufte Einheiten lagen 2016 im Rahmen der Erwartungen. Die beiden flotten Feger 370Z und GT-R haben einen festen Stamm von Liebhabern, was dauerhaft zu dreistelligen Verkaufszahlen führt. Offenbar verdient Nissan auch mit ihnen Geld, sonst wären sie aus dem Programm verschwunden.

Nissan kann auch im Segment der mittleren Transporter punkten. Hier boomt das Geschäft, weshalb die japanische Marke mit mehreren Modellen mitmischt: NV 200, NV 300, NV 400, dem Pick-up Navara und dem elektrischen e-NV 200. Die Bezeichnung NV steht für Nissan Van. Hingegen werden die Buchstaben NT für Nissan Trucks bei den Baureihen NT 400 und NT 500 verwendet.

 Der flotte Flitzer GT-R
Der flotte Flitzer GT-R
 Der ungewöhnlich gestylte Juke
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 Nissans Pick-up Navara
Nissans Pick-up Navara
 Der Qashqai ist ein Erfolgsmodell.
Der Qashqai ist ein Erfolgsmodell.

Im vergangenen Jahr kam die neue Generation des Pick-up Navara auf den Markt. In Deutschland entscheiden sich im Jahr rund 22 000 Käufer für ein kleines Nutzfahrzeug mit offener Ladefläche. Mit einem Anteil von gut 4069 Stück ist der Navara gut im Rennen. Im Pick-up-Segment liegt er hierzulande auf Platz zwei hinter dem Ford Ranger (6730), aber vor dem VW Amarok (3794).