Flucht vor der Polizei gilt als illegales Autorennen

Verkehrsrecht : Flucht vor der Polizei gilt als illegales Autorennen

(np) Wer vor der Polizei flieht, erfüllt den Straftatbestand „verbotene Kraftfahrzeugrennen“, der seit Oktober 2017 gilt. Die Risiken seien vergleichbar, meint das Oberlandesgericht Stuttgart (Az.: 4 Rv 28 Ss 103/19).

Ein Pkw-Fahrer ergriff die Flucht, als ihm die Polizisten in einem Streifenwagen das Haltesignal zeigten. Mit mindestens 145 km/h fuhr der Mann auch innerorts auf die Gegenfahrbahn und missachtete eine rote Ampel. Auf einer unübersichtlichen Bundesstraße fuhr er statt 70 km/h mit Tempo 180 und schnitt Kurven.

Der Mann wurde wegen „verbotenen Kraftfahrzeugrennens“ zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt. Ihm wurde die Fahrerlaubnis entzogen und sein Führerschein eingezogen. Zudem wurde eine Sperrfrist von neun Monaten für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis festgesetzt.

Gegen die Verurteilung wegen illegalen Autorennens wehrte sich der Mann ohne Erfolg. Die Richter erklärten, er sei immer so schnell wie möglich gefahren, um der Polizei zu entkommen. Das sei ein „spezifischer Renncharakter“.

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