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17 490 Euro Einstiegspreis
Sparprogramm fürs Stadtauto

 Fiat hat den 500X mit neuen Motoren ausgestattet. Sie sollen den Verbrauch deutlich reduzieren.
Fiat hat den 500X mit neuen Motoren ausgestattet. Sie sollen den Verbrauch deutlich reduzieren. FOTO: FIAT
Frankfurt. Fiat hat das Modell 500X überarbeitet. Modernere Motoren sollen den Verbrauch laut Hersteller um rund ein Fünftel senken. Von Ingo Reuss

Fiat hat jetzt den 500X aufgefrischt und ihm zwei neue, sparsamere Motoren verpasst. Optisch fällt der kleine Crossover, eine Mischung aus Kleinwagen und SUV, durch seine modifizierte Front mit optionalen Full-LED-Scheinwerfern (Mehrpreis: 890 Euro) auf. Zudem hat der italienische Hersteller den Innenraum mit modischen Material- und Farbelementen gestaltet und ein gut in der Hand liegendes Lenkrad spendiert.


Vom X sind drei Varianten verfügbar. Sie heißen Urban, City Cross und Cross, außerdem gibt es sechs Motorisierungen. Als Einstiegspreis nennt Fiat 17 490 Euro. Die Basis- Ausstattung Urban umfasst serienmäßig unter anderem ein 3,5-Zoll-Dispay sowie ein Radio mit Bluetooth und zusätzlichen Anschlüssen (unter anderem USB). Dazu gibt es elektrische Fensterheber vorn und hinten, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, Geschwindigkeitsregler, Klimaanlage und Start-Stopp-System. Eine Klimaautomatik wird in Serie nur in der höchsten Ausstattungsstufe Cross eingebaut, ansonsten kostet sie 500 Euro Aufpreis.

An Assistenzsystemen erhält der Käufer in allen Varianten des 500X, also auch beim Basismodell, den Spurassistenten und die Verkehrszeichenerkennung. Weitere Assistenten, dazu gehören Auffahrwarnsystem, Totwinkelassistent und adaptive Geschwindigkeitsregelung, lassen sich je nach Motorisierung – sie ist allerdings nicht verfügbar für die Einstiegsversionen 1,6-Benziner und 1,3-Diesel – im Paket ordern. Das soll dann zwischen 750 und 1050 Euro kosten. Besonders gut vernetzt ist der Kunde mit dem Fiat-Uconnect-Systems inklusive Sieben-Zoll-Touchscreen ab Stufe City Cross.



Auf ersten Testfahrten hat die Motorredaktion die beiden neuen Maschinen getestet, die wie alle anderen die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Der turbounterstützte 1,0-Liter-Benziner schöpft seine Kraft aus drei Zylindern. Die 110 PS/81 kW sind für das 1400 Kilogramm schwere Auto ausreichend, wenn man keine besonders hohen Ansprüche hat. Geschaltet wird über ein passend abgestimmtes Sechsganggetriebe. Respektable 188 km/h schafft der kleine Dreizylinder in der Spitze und beschleunigt in knapp elf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Als Normverbrauch nennt Fiat 6,0 Liter Super. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 138 g/km.Die Preisliste für den 1.0 GSE beginnt bei 19 190 Euro.

Für die X-Modelle gilt ganz allgemein, dass das Fahrwerk auf unebener Strecke etwas komfortabler abgestimmt sein könnte. Zudem empfindet mancher bei Richtungswechseln die Lenkung als etwas zu leichtgängig.

Mehr Power bringt der 1,3-Liter-Turbo-Vierzylinder mit seinen 150 PS/110 kW auf die Kurbelwelle. Sein Preis liegt bei 23 690 Euro in der mittleren Ausstattungsstufe City Cross. Der Benziner schaltet serienmäßig über ein Doppelkupplungsgetriebe. Es sortiert die Gänge unauffällig, aber flott, und beschleunigt den X flink auf Tempo 100 in 9,1 Sekunden. Allerdings spürt man auch bei ihm eine gewisse Anfahrschwäche an Kreuzungen. Sonst recht kultiviert, quittiert er zügiges Beschleunigen in hohen Drehzahlen schon mal mit Dröhngeräuschen. Im genormten Mix verbraucht er 6,4 Liter Super.

Laut Fiat sollen die neuen Motoren um bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff als bisher verbrauchen. Obwohl der Dieselanteil in dieser Baureihe niedrig ist, bietet Fiat insgesamt drei Multijet-Selbstzünder an, den 1.3 mit 95 PS/70 kW ab 19 990 Euro, den 1.6 mit 120 PS/88 kW ab 20 990 Euro – mit Doppelkupplung ab 24 190 Euro – und dazu das Topmodell 2.0 mit 150 PS/110 kW ab 27 190 Euro. Dieser 2.0, der ab Stufe City Cross lieferbar ist, hat eine Neungang-Automatik und wird ausschließlich und als einziger 500X mit Allradantrieb geliefert. Alle anderen Modelle sind Fronttriebler. Fiat-Geschäftsführerin Maria Davino begründet das mit der geringen 4x4-Nachfrage von unter fünf Prozent in dieser Reihe.

Der 500 hat das Zeug zum modernen Stadtauto. Das zeigt schon die Tatsache, dass er das meistverkaufte Modell in seinem Segment ist. In den vergangenen Jahren hat er seinen Charme nicht verloren. Inzwischen zählt die Fiat-500-Familie drei Hauptmitglieder. Zum kleinen City-Floh sind der „L“, der Minivan für die junge Familie, und der „X“ als sogenanntes Lifestyle-SUV dazugekommen. Der 500L hält europaweit einen Marktanteil von 20 Prozent. Auch der 2014 eingeführte 500X hat Fiat viele Neukunden gebracht und zählt in Europa zu den fünf meistverkauften in seinem Segment. Für die Zukunft sind ein Plug-in-Hybrid und eine reine Elektroversion geplant.