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Ein Nachfahre des Kübelwagens

Ein Nachfahre des Kübelwagens

Wie es sich für einen Range Rover gehört glänzt auch das neue Evoque Cabrio mit voller Geländetauglichkeit. Bodenfreiheit, Böschungswinkel und Wattiefe sind nicht anders als bei der Version mit Stahldach.

Ganz neu ist die Idee nicht: Immer wieder gab es Geländewagen, die Wegbereiter der heutigen SUVs, die ganz oder teilweise ohne Blechdach gebaut wurden. Zuletzt gab es einen Nissan Murano, der als SUV-Cabrio in Amerika angeboten wurde, wegen arger Qualitätsmängel jedoch scheiterte.

Jetzt unternimmt Land Rover den Versuch, das SUV-Angebot um eine besonders atmungsaktive Version zu bereichern. Der 4,37 Meter lange Range Rover Evoque ist jetzt in Deutschland als Cabrio ab 51 200 Euro erhältlich, voll geländetauglich und bügelfrei.

Wie eine stramm sitzende Badekappe ist die flache Stoffmütze über die Bordwände gestülpt. Die Kopffreiheit ist für die Passagiere jedoch ähnlich gut wie im Evoque mit herkömmlichem Blechdach. Fast zehn Zentimeter Luftraum liegen zwischen dem Scheitel und dem fünflagigen Textilverdeck. Es öffnet sich elektrisch angetrieben in 18 Sekunden, beim Schließen vergehen 21 Sekunden. Beides funktioniert auch in voller Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h.

Geblieben sind der Karosserie die wuchtige Front und ein steiles Heck, das jetzt von einer vertikal stehenden Klappe statt eines schrägen Deckels abgeschlossen wird. Dahinter verbergen sich 251 Liter Gepäckraum, der dank vieler rechter Winkel gut nutzbar ist.

Die Platzverhältnisse im Range-Rover-Cabrio sind zumindest vorne üppig, hinten dagegen fühlt sich nur der Nachwuchs wohl. Für Erwachsene geht die hintere Sitzbank allenfalls als Notbestuhlung durch. Dank einer Klappe in der Mitte der Rückbank kann man zum Beispiel Skier durchladen. Das Cabrio kann wegen des vorzüglichen Traktionsvermögens des hochentwickelten Allradantriebs zu jeder Jahreszeit sicher bewegt werden. Bei einem Unfall mit drohendem Überschlag schnellen automatisch zwei Schutzbügel aus dem Spalt zwischen Sitzlehnen und Verdeckkasten hervor. Vor allem dem Chauffeur bietet das Evoque Cabrio nicht nur wegen des uneingeschränkten Frischluft-Genusses viel Fahrspaß. Sehr flink und präzise lässt sich die äußerst verwindungssteife Karosserie durch die Kurven lenken. Das Fahrverhalten ist ausgewogen und sportlich, die Federung harmonisch und eher komfortabel abgestimmt.

Trotz üppiger Leistung (150 und 180 PS) müssen sich die beiden Dieselmotoren mit zwei Litern Hubraum wahrhaft anstrengen. Es gilt allerdings, beinahe zwei Tonnen Leergewicht anzuschieben. Nur die stärkste Motorisierung, der 2,0-Liter-Turbobenziner mit 240 PS/177 kW beschleunigt daher das Cabrio in weniger als zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Zumindest dem Normverbrauch zufolge sind die Diesel beim Konsum genügsam und verlangen 5,7 Liter auf 100 Kilometer. Der Benziner benötigt 8,6 Liter Super. Ein neunstufiges Automatikgetriebe überträgt die Kräfte in allen Versionen. Es wechselt die Übersetzungen angenehm sanft.

Die Grundausstattung ist ordentlich. Wichtige Sicherheitssysteme wie Notbremsassistent, Einparkhilfe oder Berganfahrhilfe sind ebenso an Bord wie eine wohlklingende Audio-Anlage und elektrische Sitzverstellung. Extra bezahlt werden wollen unter anderem das empfehlenswerte Windschott (300 Euro) und jedwede Lackierung außer Weiß. 800 Euro kosten die Metallic-Farben, doppelt so viel verlangt Land Rover für eine Premium-Lackierung. Man geht eben von einer eher wohlhabenden Kundschaft aus.

Zum Thema:

Das Cockpit des Cabrios stammt aus dem Evoque mit Stahldach.
Das fünflagige Stoffverdeck öffnet und schließt automatisch

Ausführung:SUV-CabrioPreis:51 200 EuroLänge:4,37 MeterBreite:1,98 MeterHöhe:1,61 MeterRadstand:2,66 MeterLeergewicht:1967 KilogrammZuladung:433 KilogrammGepäckraum:530 LiterAnhängelast:1500 KilogrammMotor:4-Zylinder-DieselHubraum:1998 ccmLeistung:150 PS/110 kWDrehmoment:380 Newtonmeter bei 1750 U/minAbgasnorm:Euro 6CO{-2}-Ausstoß:149 g/kmSpitze:180 km/h0 auf 100 km/h:12,0 SekundenNormverbrauch:5,7 Liter Diesel