DS 3 Crossback: Sogar mit lärmabweisender Frontscheibe

Automobil : Sogar mit lärmabweisender Frontscheibe

Der neue DS 3 Crossback ist nach dem DS 7 das zweite selbst entwickelte Modell der Edelmarke DS des französischen PSA-Konzerns. Der Kleinwagen startet im Mai mit drei Benzinmotoren.

Carlos Tavares ist ein hartnäckiger Stratege. Der Chef des französischen PSA-Konzerns mit den Marken Citroën, Peugeot, DS und Opel hält seine schützenden Hände über den langwierigen, aber auch konsequenten Aufbau der Konzernmarke DS. Sie wurde 2015 als eigenständiges Label gegründet und soll auf Biegen und Brechen Premium-Ansprüchen gerecht werden.

Nachdem im vergangenen Jahr ein 4,57 Meter langes SUV namens DS 7 seine Premiere feierte, steht dieses Jahr sein etwa 50 Zentimeter kürzerer Bruder an der Startlinie, das City-SUV DS 3. Er ist etwas kürzer, aber höher als der Audi Q2 und soll unter anderem in dessen Revier wildern. Der DS 3 ist das erste Modell des PSA-Konzerns, das auf der nagelneuen CMP-Plattform (Common Modular Plattform) aufgebaut ist. Auch der kommende Peugeot 208 und der Opel Corsa werden sie nutzen. Sie ist sowohl für herkömmliche als auch für Elektro-Antriebe ausgelegt.

Eines muss man dem französischen Hersteller lassen. Er versteht es, mit seinem Design auf sich aufmerksam zu machen. Ebenso wie der DS-3-Vorgänger, der noch unter starkem Einfluss von Citroën stand, besticht das neue und gewachsene Modell durch auffällige Formen. Anteil daran haben sein voluminöser sechseckiger Kühlergrill, geschwungene Scheinwerfer und darunter senkrechte, zackig gezeichnete LED-Tagfahrleuchten.

Am Heck sind es die langgezogenen Rückleuchten sowie deren verbindende Chromleiste, die interessant wirken. Dazwischen prangt in der Seitenlinie vor allem die flossenartige mittlere Dachsäule, die bereits vom Vorgängermodell bekannt ist. Alles in allem haben die Gestalter markante Formen geschaffen.

Im Inneren geht es längs der Armaturen und bei den Sitzbezügen ebenfalls höchst individuell zu. Der DS 3 weist eine erfrischend spielerische Interpretation von Rautenmustern an Instrumenten, Schaltern und Knöpfen auf. Deren Bedienung ist nachvollziehbar und unkompliziert. Lediglich der Fahrmodus-Schalter auf der rechten Seite der Mittelkonsole ist zu weit weg vom Fahrerplatz positioniert. Die Detailverliebtheit mit französischem Chic macht sich auch an Nähten und Mustern des Gestühls bemerkbar.

Vorn sitzt man uneingeschränkt bequem, im Fond geht es im City-SUV naturgemäß deutlich eingeschränkter zu. Der Kofferraum ist mit 350 Litern Fassungsvermögen durchschnittlich. Nach dem Umlegen der Rücklehnen entsteht eine Stufe, welche die Ladefläche uneben macht. Leider muss man eine relativ hohe Ladekante überwinden. Sie liegt 77 Zentimeter über dem Boden, dahinter geht es zwölf Zentimeter hinab ins Ladeabteil.

Bei den Motorisierungen stehen zur Markteinführung drei 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner bereit. Sie leisten 100 PS/74 kW (mit Sechsgang-Schaltung) sowie 130 PS/96 kW und 155 PS/114 kW (jeweils mit Achtstufen-Automatik). „Wir treten nicht mit PS-Boliden gegen die Wettbewerber an. Unsere Fahrzeuge sollen mit französischen Genen wie handwerklicher Kunst und Luxus in Verbindung gebracht werden“, erläutert Marketing- und Verkaufs-Vizepräsident Arnaud Ribault.

Bei ersten Testfahrten wirkten die beiden stärkeren Benzinmotoren keineswegs zu schwach auf der Brust. Bereits der 130 PS leistende Puretech 130 brachte den 1,3-Tonner munter voran und zeigte in Verbindung mit seiner Achtstufen-Automatik eine ausgeklügelte Kraftübertragung. Sein Normverbrauch von 4,9 Litern Super entspricht einem CO2-Ausstoß von 113 Gramm pro Kilometer.

Einen halben Liter mehr benötigt die Spitzenversion Puretech 155. Die Aggregate sind allesamt schon nach der ab 2021 verbindlichen Abgasnorm Euro 6d eingestuft. Gute Arbeit leisten die Geräuschdämmung samt lärmabweisender Frontscheibe sowie die komfortable Federung, wie Testtouren mit Steigungen und brüchigem Asphalt zeigten.

Der DS 3 Crossback steht ab 23 490 Euro ab Mai bei den hierzulande 33 DS-Händlern. Im Juli soll noch ein 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS/95 kW nachgeschoben werden. Ende des Jahres wird es vom DS 3 Crossback zudem eine elektrische Version namens E-Tense geben. Übrigens ist bei allen Ausführungen kein Allradantrieb vorgesehen.

Serienmäßig stecken in allen Versionen Berganfahrassistent, City-Notbremsassistent, Geschwindigkeitsregler und -begrenzer, aktiver Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung. Weitere elektronische Helfer werden gegen Aufpreis geliefert.

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