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Diskussionen um Videokamera im Auto

Diskussionen um Videokamera im Auto

(np) Kleine, im Auto installierte Videokameras, die durch die Windschutzscheibe hindurch filmen, sind derzeit ein Verkaufsschlager. Solche Kameras, Dashcams genannt, zu nutzen, birgt jedoch rechtliche Risiken (Dashboard = Armaturenbrett, camera = Kamera)."Wer eine Autofahrt mit einer Dashcam dauerhaft dokumentiert, verstößt gegen das Datenschutzgesetz", erklärt Swen Walentowski, Sprecher der Deutschen Verkehrsrechtsanwälte.

Wer eine Kamera in seinem Auto montiert, sollte sie nur bei einem konkreten Anlass einschalten. "Wer wegen einer bevorstehenden Gefahrensituation die Dashcam einschaltet, verstößt nicht gegen die geltenden Gesetze", sagt Walentowski. Nutzer sollten aber beachten, dass die Aufnahmen auch gegen den Fahrer selbst benutzt werden können. Die Polizei kann im Falle eines Unfalls die Kamera sicherstellen.

Die deutschen Kfz-Versicherer befürworten die Nutzung von Dashcams. Anhand der Aufnahmen lasse sich bei vielen Unfällen schneller und einfacher feststellen, wer wie viel Schuld an einem Unfall trage. Die Regulierung des Schadens werde beschleunigt. Da jedoch der Datenschutz rechtlich noch nicht geregelt ist, wollen Experten auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag Ende Januar in Goslar darüber diskutieren.

Die Kameras sind zwar nicht verboten, doch wer während der Fahrt Personen und Kennzeichen durchgehend aufzeichnet, verstößt gegen den Datenschutz . Erlaubt ist nur, die Kamera unmittelbar vor oder während einer Gefahrensituation einzuschalten. Das sei völlig unrealistisch, kritisieren die Versicherer.