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Dieser Schwabe meistert leichtes Gelände

Kostenpflichtiger Inhalt: Fahrvorstellung : Offroad-Paket für leichtes Gelände auf Wunsch

Der Mercedes-Benz GLA ist in seiner zweiten Generation in der Höhe und Breite gewachsen.Vorne sitzt man nun etwas höher, hinten gibt’s mehr Platz.

Mit dem GLA drängte Mercedes-Benz vor sechs Jahren erst spät auf den Markt der kompakten SUVs, auf dem BMW mit dem X1, Audi mit dem Q3, VW mit dem Tiguan oder auch Importeure wie Nissan mit dem Qashqai schon längst Stammplätze besetzt hatten. Mittlerweile hat sich der höher gelegte A-Klasse-Abkömmling zum Erfolgsmodell gemausert. Weltweit wurden schon mehr als eine Million GLA verkauft, als Fronttriebler oder mit Allradantrieb.

Man sieht ihm nun in zweiter Generation sein Wachstum an, streckt er sich doch zehn Zentimeter mehr in die Höhe (1,61 Meter) und drei Zentimeter weiter in die Breite (1,83 Meter) als bisher. Der in der Länge um einen Zentimeter auf 4,41 Meter verkürzte GLA wirkt jetzt jedenfalls wie ein aufrechter Recke. Der Kühlergrill mit nur noch einer Querlamelle steht steiler. Die kleineren Scheinwerfer passen sich harmonischer in die Karosserie ein. Die geteilten Rückleuchten lassen das Heck stämmiger wirken.

Kritik hagelte es beim Vorgänger vor allem wegen seines bescheidenen Platzangebots für die Hinterbänkler. Diese Kuh ist nun möglicherweise vom Eis. Mehr Bein- und Kopffreiheit im Fond sind spürbar. Vorne sitzt man etwas höher als bisher. Schmalere Dachsäulen sollen die Rundumsicht verbessern. Am Einsatz von Rückfahrkamera und Parkpiepsern kommt man im Alltag jedoch weiterhin nicht vorbei.

Der Kofferraum hat um 14 auf 435 Liter zugelegt. Das ist allenfalls durchschnittlich. Wer Wandelbarkeit im Hinterstübchen bevorzugt, kann gegen Aufpreis eine um 14 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank bestellen. Praktisch ist in jedem Fall der höhenverstellbare Ladeboden. Sind alle Rücklehnen in der zweiten Reihe umgeklappt, entsteht eine leicht ansteigende Fläche zum Einschieben des Transportguts. Die Ladekante in 67 Zentimeter Höhe verlangt kein allzu sportliches Hochwuchten. Darauf legt Mercedes-Benz mit einer ursprünglich etwas älteren Kundschaft seit jeher großen Wert.

Im Cockpit fällt die derzeit für Mercedes typische, breit gezogene Instrumententafel mit zwei großen Bildschirmen ins Auge. Davor glänzen Schmuckelemente am Lenkrad und an den Lüftungsdüsen in Turbinenform mit ordentlich Chrom. Das kommt gerade noch elegant rüber, kratzt für manches Auge aber schon an der Grenze zum Protzigen.

Zum Marktstart bildet im Benziner-Motorenprogramm ein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 163 PS/120 kW den Einstieg. Den oberen Abschluss bildet ein 224 PS/165 kW leistender 2,0-Liter-Vierzylinder. Aus den drei 2,0-Dieseln werden 116 PS/85 kW, 150 PS/110 kW sowie 190 PS/140 kW herausgekitzelt. Zudem ist es kein Geheimnis, dass noch in diesem Jahr ein Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von rund 60 Kilometern folgen soll.

Wir waren auf ersten Testfahrten mit dem stärksten der drei Diesel-GLA unterwegs. Der 190 PS/140 kW starke Selbstzünder bringt den knapp 1,7 Tonnen schweren Allrader mühelos auf Trab. Bei beherztem Druck aufs Gaspedal gibt der Motor kernige Klänge zum Besten, ohne sich aber zum lärmenden Knurrhahn zu entwickeln. Ab Tempo 120 werden dezente Windgeräusche zu vorherrschenden Begleitern fürs Ohr.

Auf alltäglichen Fahrten genügt die Eco-Fahrmodus-Einstellung völlig. Das Fahrwerk bügelt gängige Straßenunebenheiten wie gewohnt gekonnt weg. Um die Wechsel des Achtgang-Doppelkupplungsgetriebes wahrzunehmen, muss man sich darauf konzentrieren. Nach 400 Kilometern Testtour zeigte der Bordcomputer 6,4 Liter (CO2-Ausstoß: 132 g/km) Dieselverbrauch an, was gerade mal gut einen Liter über der Norm lag.

Mit Ausnahme der beiden Benzin- und Diesel-Basismotorisierungen sind die Triebwerke mit dem Allradantrieb 4Matic kombinierbar. Dieser enthält das Offroad-Technik-Paket mit einem zusätzlichen Fahrprogramm, das für Griffigkeit bei unterschiedlichen Untergrundbedingungen sorgt, eine Bergabfahrhilfe sowie eine Offroad-Darstellung auf dem Bildschirm. Damit wird der GLA zwar nicht zum vollwertigen Geländekraxler, aber für mittelprächtige Touren über Stock und Stein reicht es allemal.

Eine ganze Armada von Fahrassistenzsystemen für den neuen GLA vervollständigt das Angebot – einschließlich teilautonomer Fahrfunktion. So kann der aktive Abstandsassistent den Fahrer auf der Strecke unterstützen und die Geschwindigkeit anpassen, zum Beispiel vor Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehren.

Wie schon in anderen Modellen baut Mercedes-Benz im Cockpit des neuen GLA die breit gezogene Instrumententafel mit zwei großen Bildschirmen ein. Foto: Daimler AG/Mercedes-Benz

Der in Rastatt gebaute Mercedes-Benz GLA steht Ende April zu Preisen ab 37 270 Euro bei den Händlern.