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Die Caravan-Branche ist in Feierlaune

Die Caravan-Branche ist in Feierlaune

Die deutsche Caravan-Industrie blickt optimistisch ins neue Jahr. Zum fünften Mal in Folge verzeichnet der Caravaning Industrie Verband (CIVD) Verkaufszuwächse bei den Reisemobilen. Und auch der Absatz von Wohnwagen steigt nach der Durststrecke der letzten Jahre wieder deutlich.

Glaubt man den Worten des CIVD-Präsidenten Hermann Pfaff, entwickelt sich das Freizeitfahrzeug zum liebsten Kind der Deutschen - zumindest im Urlaub. Tatsächlich zeigen die Absatzzahlen, dass sowohl Wohnwagen als auch Reisemobile voll im Trend liegen.

2015 verzeichnete die Branche hierzulande im Vergleich zum Vorjahr ein Absatz-Plus von knapp zehn Prozent auf insgesamt 47 143 Neufahrzeuge. Wie schon seit Längerem führen dabei die Reisemobile mit 28 348 Einheiten (plus 10,1 Prozent) gegenüber 18 795 Caravans (plus 9,3 Prozent). Während in den vergangenen fünf Jahren die Rekordergebnisse für Reisemobile stetig für gute Nachrichten sorgten, musste die Wohnwagensparte mitunter kräftige Einbußen hinnehmen. Die Talsohle scheint nun durchschritten zu sein, da auch wieder junge Familien als Neueinsteiger für den Caravan begeistert werden können. Dass Familien Wohnwagen bevorzugen, liegt am Preis. Für einen Wohn-Anhänger sind durchschnittlich 19 000 Euro zu berappen, wohingegen ein Reisemobil im Durchschnitt 68 000 Euro kostet. Als Gründe für den starken Verkauf von Freizeitmobilen mit und ohne Motor im vergangenen Jahr führt CIVD-Geschäftsführer Hans-Karl Sternberg am Rande der Stuttgarter Urlaubsmesse CMT "das gute Konsumklima, niedrige Zinsen und die Freude am Reisen ins benachbarte Ausland" an.

Laut Kraftfahrtbundesamt sind derzeit in Deutschland 392 000 Reisemobile und 601 000 Wohnwagen gemeldet. "Es ist die Unabhängigkeit, die diese Art des Urlaubs dauerhaft so attraktiv macht. Heute kann man den Sonnenuntergang am Meer und morgen in den Bergen erleben", rührt Sternberg die Werbetrommel.

Die Geschäfte liefen in den letzten Jahren nicht in allen europäischen Ländern so gut wie in Deutschland. Die Wirtschaftskrise hatte teilweise zu massiven Absatzrückgängen geführt. Doch im vergangenen Jahr vermeldeten nahezu alle europäischen Freizeitfahrzeugmärkte wieder positive Absatzzahlen. Ein Jahr zuvor erreichten lediglich sieben Länder ein Plus. 2015 wurden in Deutschland die meisten Wohnwagen und Wohnmobile verkauft (47 143 Einheiten), gefolgt von Großbritannien (31 577 Einheiten) und Frankreich (25 334 Einheiten).

Nach den Trends für 2016 gefragt, sagt Sternberg, die Zeit der acht bis neun Meter langen Reisemobile sei vorbei. Gefragt seien stattdessen kompakte, wendige Fahrzeuge: sowohl Kastenwagen als auch teilintegrierte Reisemobile. Außerdem verlangten die Kunden vermehrt digitale Helfer in ihrem Urlaubs-Mobil, um etwa Heizung oder Klimaanlage mittels Laptop, Smartphone oder Tablet von außen zu bedienen.

Fürs Caravaning-Jahr 2016 vermeldet der Verband ein deutlich positives Stimmungsbarometer. 95 Prozent der CIVD-Mitglieder rechnen mit einem steigenden Reisemobilabsatz und 84 Prozent mit zunehmenden Caravanverkäufen.

Ihre Neuheiten für 2016 präsentieren die Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller sowie Spezialausrüster bis Sonntag, 24. Januar, auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart .