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Die besten Autos des Jahres

Genf. Bei der Wahl zum „Auto des Jahres“ holte sich der große VW Passat unter 34 Anwärtern mit großem Vorsprung den Sieg. Die Plätze zwei und drei erreichten der Citroën Cactus und die neue C-Klasse von Mercedes-Benz. unserem MitarbeiterStefan Woltereck

In Wolfsburg knallen die Sektkorken. Dreimal in sechs Jahren wurde ein Volkswagen "Auto des Jahres". Er gewann den begehrtesten Titel, den ein neues Auto zum Start seiner Laufbahn erringen kann. Vergeben wird er alljährlich im Rahmen des Genfer Autosalons von einer illustren Schar von 58 Motorjournalisten aus 22 Ländern. Aus Deutschland ist der "Stern" dabei. Ausgezeichnet wird die bedeutendste Neuerscheinung ohne Rücksicht auf Herkunft, Prestige oder Marktbedeutung.

Nach Polo (2010) und Golf (2013) schmückt die Auszeichnung jetzt den neuen Passat. Er trägt sie zu Recht. Kaum auf dem Markt, hat der große Volkswagen überall Vergleichstests gewonnen. Er überzeugt mit viel Platz im Innen- und Kofferraum (beim Kombi bis 1780 Liter Laderaum), mit sparsamen Motoren, sicheren Fahreigenschaften, noblem Auftritt außen und innen. Ein besonderes Schmankerl dabei ist das umschaltbare Bildschirm-Armaturenbrett (Active Info Display). Es dient unter anderem auch als Navi-Anzeige. Dann machen sich die Skalen für Tacho und Drehzahlmesser klein und rutschen nach außen.

Angeboten wird die Limousine ab 26 075 Euro mit 1,4-Liter-Turbobenzinmotor und 125 PS/92 kW, mit 208 km/h Höchstgeschwindigkeit und einem Normverbrauch von nur 5,3 Litern. Bei uns entfallen fast 90 Prozent der Verkaufszahlen auf den Kombi.

Der Passat heimste 340 Punkte ein. Auf dem zweiten Platz landete mit 248 Punkten der neue Citroën C4 Cactus. Er ist ein mutiger neuer Ansatz für ein 4,16 Meter langes Stadtauto. Äußerliches Kennzeichen sind die voluminösen Prallpolster (Airbumps) rundum. An den Seiten sollen sie verhindern, dass etwa unachtsam aufgestoßene Türen eines Park-Nachbarn unschöne Spuren hinterlassen. Die Preisliste beginnt bei 13 990 Euro . Drei Dreizylinder-Benzinmotoren mit 75 PS/55 kW, 82 PS/60 kW und 110 PS/81 kW sowie zwei 1,6-Liter-Diesel mit 92 PS/68 kW und 100 PS/73 kW stehen zur Wahl.

Auf dem dritten und noch immer ehrenvollen Platz landete mit 221 Punkten die neue C-Klasse von Mercedes-Benz. In Form und Charakter stehen Limousine, Kombi (T-Modell) und Coupé ganz in der Tradition ihrer erfolgreichen Vorgänger. Außer Benzinmotoren von 156 PS/115 kW bis 510 PS/375 kW und Dieseln von 116 PS/85 kW bis 204 PS/150 kW gibt es neu auch eine Hybrid- und sogar eine Plug-in-Version. Letztere kann bis zu 30 Kilometer weit elektrisch fahren, der Normverbrauch beträgt nur 2,1 Liter. Die Preise starten mit 33 707 Euro .

Platz vier belegt der neue Ford Mondeo. Das Fließheckmodell und die nur mit Hybridantrieb lieferbare Limousine wuchsen um neun Zentimeter auf jetzt 4,87 Meter Länge. Innen gibt es entsprechend mehr Raum. Das Angebot beginnt mit drei Zylindern (1,0 Liter Hubraum, 125 PS/92 kW) ab 26 400 Euro . Ähnlich wie beim Passat werden die meisten Mondeos geschäftlich zugelassen; in der Regel sind es Kombis.

Besondere Erwähnung verdient der Nissan Qashqai, dessen neue Version mit 160 Punkten Platz fünf erreichte. SUV-Modelle werden selten so gut bewertet. Der Qashqai zeichnet sich durch seinen großen Innenraum, gute Übersicht und hohen Komfort aus. Ab 19 990 Euro (1,2-Liter-Turbobenziner und 115 PS/85 kW) ist er vergleichsweise preiswert. Nissan insgesamt landet immer wieder vorn beim "Auto des Jahres". Der neue Pulsar und der X-Trail waren dieses Mal mit unter den Aspiranten, 2011 holte das 4,45 Meter lange Elektroauto Leaf sogar den Titel.

Auf den Plätzen sechs und sieben landeten zwei neue Modelle, die nicht unterschiedlicher sein könnten: der 2er Active Tourer von BMW und der neue Renault Twingo. Der Active Tourer ist der erste Van aus München, dazu der erste BMW mit Frontantrieb und der erste mit Dreizylindermotor. Als 218i mit 1,5 Liter Hubraum, 136 PS/100 kW und nur 4,9 Litern Super Normverbrauch kostet er 27 400 Euro .

Ganz anders der Twingo. Der Stadtflitzer ist kürzer als bisher (3,60 Meter), verfügt erstmals serienmäßig über fünf Türen und hat den Motor im Heck: einen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 71 PS/52 kW. Die Turboversion bietet 0,9 Liter Hubraum und 90 PS/66 kW. Die Preise beginnen bei 9590 Euro . Die gleiche Technik hat der neue Smart als Zwei- und Viersitzer. Für diese beiden reichte es allerdings nur für die Plätze 30 und 31 auf der Wertungsliste.