Der neue Nissan Juke kommt mit äußerlichen Verbesserungen auf den Markt

Motor : Mehr Platz und weniger Rundungen

Nach knapp einem Jahrzehnt kommt die zweite Generation des Nissan Juke auf den Markt – immer noch in auffälliger Form, aber nun ohne Froschaugen.

Als die japanischen Autobauer von Nissan im Jahr 2010 mit dem Juke ein auffällig schrill geformtes Crossover-Modell vorstellten, gab es bei anderen Herstellern noch keine vergleichbaren Artgenossen. Zwischenzeitlich sind es markenübergreifend mehr als zwanzig solcher Kreuzungen aus SUV und Coupé im Kompaktwagenformat, die sich bei der Kundschaft großer Beliebtheit erfreuen.

Der Erfolg gab den mutigen Nissan-Designern recht, gut eine Million Einheiten des Juke liefen seit dem Jahr 2010 von den Bändern des Nissan-Werks im britischen Sunderland. Über 70 000 von ihnen wurden hierzulande verkauft. Mit den runden, stark ausgestellten Kotflügeln sowie den vorn aufgesetzten Leuchten, die durchaus Ähnlichkeit mit Froschaugen hatten, und den nach oben gezogenen Heckleuchten traf der Nissan aber beileibe nicht jedermanns Geschmack.

Anfang kommenden Jahres geht der Nachfolger an den Start, dessen Blechkleid erkennbar geglättet wurde. Geblieben sind die nach hinten abfallende Dachlinie und die Griffe der hinteren Türen, die hoch neben der dortigen Dachsäule eingesetzt sind. Deutlicher sticht die neue Gestaltung von Bug und Heck ins Auge. Sein Kühlergrill mit schwarzem Gittereinsatz ist in der Breite geschrumpft, dafür aber höher und in V-Form ausgelegt. Ausgeprägte Chromleisten umrahmen seitlich und unten das Gittergeflecht. Die Tagfahrleuchten sind flacher und nun waagerecht über den nach wie vor runden Hauptscheinwerfern mit Y-Signatur und Voll-LED-Licht montiert. Am Heck mündet das Dach in einen großen Spoiler. Die beim Vorgänger noch auffallend gekrümmten und nach oben verlaufenden Leuchten sind flacher, breiter und zweigeteilt.

Die zweite Juke-Generation ist auf der neuen CMF-B-Plattform (Common Module Family) aufgebaut, die in der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz bereits dem Clio und auch dem neuen Captur als Basis dienen. Er ist in den Außenabmessungen etwas gewachsen, was sich natürlich auch im Innenraum bemerkbar macht. Die Hinterbänkler können sich über knapp sechs Zentimeter mehr Beinfreiheit freuen, über ihren Köpfen ist gut ein Zentimeter mehr Platz. Für das Gepäck gibt es ebenfalls mehr Raum, mit 422 Liter ist das Fassungsvermögen des Kofferraums um 65 Liter auf Mittelklassegröße gewachsen. Bei vollständig umgeklappten Rücklehnen im Fond vergrößert sich der Laderaum bis zum Dach auf 1088 Liter. Die Ladeluke ist nun breiter und ermöglicht dadurch das leichtere Verstauen des Gepäcks. Eine elektrische Heckklappe gibt es für den Juke nicht, beim Beladen muss das Gepäck über die 77 Zentimeter hohe Ladekante gehoben werden.

Die neuen Monoform-Sportsitze mit festen Kopfstützen sind bequem und bieten guten Seitenhalt. Der acht Zoll große Touchscreen ist höher über der Mittelkonsole auf der Armaturentafel platziert und leicht bedienbar. Weniger Hartplastik und mehr weiche Materialien sowie Teile in Karbon-Optik kennzeichnen den Innenraum.

Vor dem unten abgeflachten Lenkrad zeigt ein Farbdisplay zwischen den analogen Rundinstrumenten weitere Fahrinformationen an. Zahlreiche Assistenzsysteme sowie eine Smartphone-Anbindung gehören schon im Einstiegsmodell zur Serienausstattung. Dazu gehören unter anderem ein Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, ein Tempomat, eine Berganfahrhilfe, ein Fernlicht- und Spurhalteassistent, eine Reifendrucküberwachung und eine Verkehrszeichenerkennung. Mehr gibt es gegen Aufpreis.

Der Juke kann in fünf verschiedenen Ausstattungen zu Preisen zwischen 18 990 und 26 390 Euro geordert werden. Darüber hinaus gibt es eine hierzulande auf 50 und europaweit auf 500 Exemplare limitierte Auflage als „Premiere Edition“ mit Vollausstattung, schwarzer Lackierung und rotem Dach. Wer bis Ende dieses Jahres bestellt, bekommt das Navi mit drei Jahren TomTom-Kartenupdate kostenlos als Zugabe.

Der Touchscreen ist im Juke nun höher über der Mittelkonsole platziert. Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín / Zo

Keinerlei Auswahlmöglichkeiten gibt es beim Antrieb. Zunächst ist für den Juke nur ein Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 117 PS/86 kW verfügbar, Angaben zu weiteren Motorisierungen waren den Nissan-Verantwortlichen bei der Fahrvorstellung nicht zu entlocken. Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt über ein Sechsgang-Schaltgetriebe, wahlweise erledigt dies ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (1600 Euro). Unsere Testfahrt zeigte, dass der kleine Motor beim Tritt aufs Gaspedal zwar deutlich zu hören ist, sich aber bei gleichbleibendem Tempo in Sachen Geräuschentwicklung sehr bedeckt hält. Er beschleunigt den handgeschalteten Juke in 10,4 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

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