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Der neue DS9: Pariser Chic in der Limousinen-Klasse

Neuvorstellung : Pariser Chic kehrt zurück in die Oberklasse

Die französische Luxusmarke DS will mit ihrem neuen Modell DS 9, das in China hergestellt wird, in der oberen Mittelklasse Fuß fassen.

Endlich wieder eine noble Oberklasse-Limousine aus Frankreich. Der fast fünf Meter lange DS 9 mit fließendem Heck und kurzer Kofferraumklappe will Eindruck machen und wird sich vermutlich bald in den Fuhrpark des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron einreihen. Allerdings muss die vor sechs Jahren neugeschaffene Edelmarke DS um Bekanntheit buhlen. Weltweit werden die DS-Modelle derzeit in 41 Ländern angeboten.

In Deutschland stand DS im vergangenen Jahr mit 2773 Verkäufen dicht hinter Lexus, der Luxusmarke im Toyota-Konzern; in Frankreich war der zehnfache Absatz zu verzeichnen.

Einen spürbaren Ruck soll es geben, wenn die derzeit 30 Händler in Deutschland noch in diesem Jahr auf 36 aufgestockt werden. Die Hoffnung auf höhere Absatzzahlen weckt neben dem neuen DS 9, der im Sommer seinen hiesigen Marktstart erlebt, auch der neue DS 4, der zum Jahreswechsel 2021/22 erstmals in die Verkaufssalons kommen soll. Die beiden neuen Modelle verdoppeln die Angebotspalette von DS, zu der bislang nur das City-SUV DS 3 Crossback und das SUV DS 7 Crossback zählen.

Die Standpräsentation hat gezeigt, dass DS für sein neues Modell hochwertige Materialien verwendet. Das macht sich schon im Außendesign bemerkbar. Ins Auge fallen die in Längsrichtung mitten über die Motorhaube laufende breite Chromleiste, der reliefartig ausstaffierte Kühlergrill, die etwas grimmig wirkenden LED-Scheinwerfer und die roten Leuchten mit fein gezeichneten Rauten am Heck. Ausgefallen sind allemal die Positionslichter an der hinteren Dachkante, auch wenn sie nur eine ferne Erinnerung an die auffälligen Leuchten der einstigen DS 19 darstellen. Unabhängig davon, welche Lackierung gewählt wird, tritt das Dach stets in glänzendem Schwarz in Erscheinung.

Im Inneren schlägt sich rundum Pariser Chic nieder: in ungewöhnlichen Rautenmustern, Ziernähten und edlen Materialien. Dass bei einem Radstand von 2,90 Metern auch die hinteren Passagiere nicht unter Platzmangel leiden, leuchtet ein. Somit kann dieser Wagen auch seine Rolle als Chauffeurlimousine spielen. „Wir legen großen Wert auf die hinteren Sitze“, erklärt DS-9-Produktmanager Tijl Verhelst während einer ersten Sitzprobe. „Massage, Lüftung und Heizung auf dem hinteren Gestühl bieten wir nun erstmalig an.“ In der besten Ausstattungsversion lassen sich diese Funktionen auf der Lounge-Armlehne zwischen den beiden Plätzen bequem steuern.

Die Modellplaner haben sich vom Dieselantrieb verabschiedet. Zum Verkaufsbeginn im Juli setzen sie auf einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor und einen Plug-in-Hybriden. Beide bieten eine Leistung von 225 PS/165 kW und sind mit einer Acht-Stufen-Automatik ausgestattet. Die Hybridausführung, die die Zusatzbezeichnung E-Tense trägt, kommt rein elektrisch nach Herstellerangaben maximal 48 Kilometer weit. Später sollen zwei stärkere Plug-in-Hybride nachgeschoben werden: einer mit 250 PS/184 kW Systemleistung und bis zu 100 Kilometer elektrischer Reichweite sowie einer mit 360 PS/225 kW Leistung. Diese Version hat einen weiteren Elektromotor an der Hinterachse, wodurch Allradantrieb möglich ist.

 Das Cockpit des DS 9 lehnt sich im Design an die Modelle DS 3 Crossback und DS 7 Crossback an. Die digitalen Displays entstammen dem Konzernregal.
Das Cockpit des DS 9 lehnt sich im Design an die Modelle DS 3 Crossback und DS 7 Crossback an. Die digitalen Displays entstammen dem Konzernregal. Foto: DS/3D STYLE
 Tijl Verhelst, der Produktmanager, zeigt das Heck des DS 9.
Tijl Verhelst, der Produktmanager, zeigt das Heck des DS 9. Foto: DS

Die Preisliste beginnt bei 47 550 Euro für den DS-9-Benziner. Mit allerlei Ausstattungsfeinheiten sowie umfangreichen Assistenzsystemen von der individuellen Dämpfereinstellung über Nachtsicht-Unterstützung bis hin zum Quer- und Längsparkassistenten lässt sich der Preis locker nach oben treiben. Der DS 9 Plug-in-Hybrid schlägt mit 52 810 Euro zu Buche – vor Abzug der Förderprämie. Produziert wird der DS 9 in China, dort befindet sich mutmaßlich auch sein größter Absatzmarkt.