1. Leben
  2. Motor

Der neue 7er fährt allein in die Garage

Der neue 7er fährt allein in die Garage

BMW verrät fünf Monate vor der Premiere seines neuen 7er, was das neue Flaggschiff technisch drauf hat, um die Mercedes S-Klasse zu bedrängen. Eine Weltneuheit ist das automatische Einparken in die Garage.

Der neue BMW 7er geht wohl mit den größten Nieren aller Zeiten ins hart umkämpfte Rennen um die Luxus-Krone gegen die Mercedes S-Klasse. Der wuchtige, BMW-typisch zweigeteilte Kühlergrill ist bereits erkennbar, ansonsten ist unter der Tarnfolie vieles nur zu erahnen.

Interessante Neuigkeiten stecken unterm Blechkleid. BMW hat's für uns auf dem firmeneigenen Testgelände im südfranzösischen Miramas sozusagen bereits gelüftet und einen ersten Einblick in neue Technologien gewährt. Der sechste 7er passt sich stark an seinen Fahrer an, hat ordentlich abgespeckt und wird wieder ein Stück autonomer.

Obwohl wir also immer noch nicht wissen, wie der neue 7er BMW aussehen wird, haben die Münchner lange vor der Weltpremiere in fünf Monaten erstaunlich viel verraten zu ihrem neuen Flaggschiff. Bis zu 130 Kilogramm sollen die Varianten leichter sein als bisher. Die spezielle Diät hat nicht mit Kohlenhydraten, aber immerhin mit Kohlefaser zu tun. Erste Erfahrungen mit den ultraleichten Elektromodellen i3 und i8 der Untermarke i nutzt BMW auch im neuen Topmodell zur Gewichtsreduzierung. Zum carbonfaserverstärkten Kunststoff CFK kommt Aluminium hinzu, um trotz deutlichem Plus an Ausstattung ein spürbares Minus an Gewicht zu erreichen.

Das künftige Münchner Spitzenmodell gehorcht seinem Fahrer nicht nur aufs Wort, denn Sprachsteuerung ist ja nichts Neues. Dank 3-D-Sensor genügen auch Gesten, die programmierbar sind, um etwa Anrufe anzunehmen oder das Radio leiser zu stellen.

Als besonders anpassungsfähig erweist sich in Zukunft der gesamte Antriebsstrang samt Fahrwerk. Drückt man am Fahrerlebnis-Schalter den neuen "Adaptive"-Modus, so stellt sich der 7er auf den jeweiligen Fahrstil ein. Schnelle Kurvenfahrt führt zu strafferem Fahrwerk, gemütliches Gleiten bringt die komfortable Abstimmung zurück. Außerdem kann man weiterhin zwischen "Comfort", "Comfort Plus", "Sport" oder "EcoPro" wählen.

Luftfederung serienmäßig

Ein Fingerdruck auf den Schlüssel genügt, und der 7er fährt vollautomatisch in die Garage.

Dadurch soll der Top-BMW noch besser als bisher - und vor allem als die Konkurrenz - den Spagat zwischen Sport und Komfort hinbekommen. Ebenfalls hilfreich ist in dieser Hinsicht die serienmäßige Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung. Auch dynamische Dämpfer gehören im Luxusschlitten zur Grundausstattung. Beim Rüstungswettlauf in Sachen Gangzahl macht BMW nicht mit und begnügt sich im nächsten 7er weiterhin mit acht Stufen für seine Steptronic. Allerdings kommt der Fahrer in den Genuss eines besseren Wirkungsgrades, höherer Gang spreizung und einer GPS-gesteuerten Schaltstrategie.

Wie schon bisher bei der Schwestermarke Rolls-Royce schaltet künftig auch die BMW-Automatik etwa vor einer extremen Steigung rechtzeitig zurück, um das Tempo zu halten. Bei den Benzinmotoren sollen neue Reihen-Sechszylinder mit Biturbo kräftigen Vortrieb in allen Lebenslagen bringen.

Noch autonomer als alles bisher gibt sich der BMW 7er künftig auf Wunsch vor engen Parklücken. Per Zündschlüssel lässt sich der Luxus-Bayer wie mit einer Fernbedienung in die Garage oder schmale Lücke steuern. Dabei muss der Fahrer nicht etwa gefühlvoll wie an einer Playstation steuern, sondern drückt lediglich eine Taste, um das automatische Einparken zu aktivieren. Dies ist eine absolute Weltneuheit in einem Serienfahrzeug. Sie soll die sechste Generation nicht nur zum besten BMW 7er aller Zeiten machen, sondern möglicherweise sogar zum König der Luxusklasse. Das aber stellt sich frühestens im Herbst 2015 in ersten Vergleichstests heraus.