Der koreanische Hersteller setzt bevorzugt die Hybrid-Technik.

Motor : Kia setzt auf die Antriebs-Kombi

Bei der Vorstellung der neuen Modelle zeigt sich: Der koreanische Hersteller bevorzugt die Hybrid-Technik.

Noch haben die Verbrennungsmotoren die Vorherrschaft bei den Neuzulassungen. 59,5 Prozent fahren mit einem Benziner, der Dieselanteil ist nach den Wirren der Mogeljahre auf 32,6 Prozent abgerutscht. 7,9 Prozent stellen die alternativen Antriebe. Davon nutzen 73 Prozent der Fahrer Hybridtechnik, Elektroautos halten 21,2 Prozent, Erdgas nur 2,4 und Flüssiggas 3,4 Prozent.

Steffen Cost, Geschäftsführer der deutschen Kia-Importgesellschaft, präsentierte anlässlich der Vorstellung des neuen Niro Hybrid und des Plug-in-Hybrid eine Reihe von Überlegungen zum Thema Mobilität der Zukunft. Seiner Meinung nach eignen sich Elektroautos nicht für jeden Einsatz. Zumal die Kaufgründe auf ein wenig umweltbewusstes Verhalten der Kunden hinweisen. An erster Stelle erwarten sie einen attraktiven Preis und eine Reichweite. Erst an sechster Stelle nennen sie Umweltfreundlichkeit. 415 Kilometer weit soll der Wagen mit einer Akkuladung möglichst kommen. Fahrer mit einer geringen Jahreskilometerleistung von unter 10 000 Kilometer wünschen sich im Schnitt 365 Kilometer Reichweite, Vielfahrer mit mehr als 30 000 Kilometern im Jahr dagegen 473 Kilometer. Die durchschnittliche Strecke aller Fahrer liegt bei 37,6 Kilometer am Tag.

Cost sieht daher die Lösung in einer Kombination verschiedener Antriebssysteme. Das Elektrofahrzeug habe seine Berechtigung im Kurzstrecken- und Stadtverkehr. Wer häufiger übers Land fahre, sei mit einem Plug-in-Hybrid gut bedient, und Langstreckenfahrer wie Handlungsreisende oder Monteure seien mit einem Diesel umweltverträglich unterwegs. Der Grund seiner Skepsis liegt am deutschen Strom-Mix. 48,9 Prozent der erzeugten Energie stammen von fossilen Energieträgern, sind also keinesfalls CO2-neutral. Im EU-Vergleich liegt Deutschland bei den CO2-Emissionen auf Rang neun, nur Länder wie Polen, Estland, Tschechien und Griechenland emittieren mehr. Portugal, Italien, Ungarn oder die Slowakei stehen weitaus besser da. Außerdem, sagt Cost, verursache die Produktion eines Elektrofahrzeugs samt seiner Batterie vier bis sechs Tonnen mehr CO2 und damit deutlich höhere Emissionen als die eines herkömmlich angetriebenen Automobils.

Der koreanische Hersteller hat alle Varianten im Programm, neben dem Hybridauto Niro die Plug-in-Hybride Ceed SW und XCeed und den e-Niro und den e-Soul als reine Stromer. Die beiden Antriebsalternativen des Niro wurden jüngst erneuert und stehen jetzt bei den Händlern.

Der koreanische Hersteller Kia bietet sein Modell Niro mit neuen Antriebsalternativen an. Foto: Kia
Ein Blick ins Cockpit des Kia Niro. Das neue Modell steht bereits bei den Händlern. Foto: Kia

4,36 Meter lang ist das Crossover-Modell, dessen Preise bei 26 990 Euro für den Hybrid und bei 33 990 für den Plug-in-Hybrid beginnen. Beide Varianten treibt ein sogenanntes Parallelhybridsystem an, das 141 PS/104 kW leistet. Es kombiniert einen 1,6-Liter-Benziner mit einem Doppelkupplungsgetriebe und verschiedenen Elektromotoren. Die Hybridversion hat eine E-Maschine mit 32 kW und einen 20-Volt-Akku mit einer Kapazität von 6,5 Ah. Der E-Motor des Plug-in bringt es auf 44 kW. Seine Batterie arbeitet mit 360 Volt und liefert 24,7 Ah. Seine höhere Kapazität erlaubt Reichweiten bis zu 58 Kilometer in rein elektrischer Fahrt. Innerstädtisch sollen es aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten und der Rekuperationsphasen sogar 68 Kilometer sein. Beim Plug-in-Hybrid sind 120 km/h als elektrische Spitzengeschwindigkeit möglich. Der Verbrauch für die ersten 100 Kilometer liegt dank der Elektro-Unterstützung bei 1,3 Liter Super. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 29 g/km. Die reine Hybrid-Version kommt auf 4,3 Liter für 100 Kilometer, sie emittiert 100 g/km an CO2.

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