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Der Kompaktvan von VW zum Sparpreis

Hannover. Volkswagen verkauft den neuen Caddy als vierte Generation. Allerdings handelt es sich bei der Neuauflage nur um eine Modellpflege. Der Hochdach-Kombi ist als Personentransporter oder Lastesel erhältlich. unserer MitarbeiterinGundel Jacobi

Lebenszyklen von Nutzfahrzeugen sind üblicherweise deutlich länger als die von Pkws. Das gilt auch für den Caddy von Volkswagen. Dabei ist der praktische Hochdach-Kombi, der seit 2003 auf der technischen Basis des Golf V gebaut wird, nur zum Teil ein Nutzfahrzeug im klassischen Sinne. Denn fast jede zweite Bestellung stammt von Privatkunden, die das Auto als geräumigen Kompaktvan ordern. Nicht ohne Grund bietet VW das Auto wahlweise als robusten Lastesel oder preisgünstigen Personentransporter an. Jetzt erhält der Caddy ein überarbeitetes Äußeres und eine technische Auffrischung.

Bei der Weltpremiere im polnischen Poznan, wo der Caddy seit 2003 vom Band läuft und auch weiterhin produziert wird, hob die im Scheinwerferlicht versammelte Spitze der VW-Nutzfahrzeugsparte die Vorzüge der sogenannten vierten Generation hervor. Die Bezeichnung Generation "3 Plus" träfe es allerdings besser. Denn auch wenn der Vorstandsvorsitzende Eckhard Scholz betont, dass "alle sichtbaren Teile angefasst wurden", fallen bei einem ersten Rundgang um das Nutzfahrzeug vor allem kleine Verbesserungen auf: hier eine schärfere Lichtkante im Blech, dort eine neue Chromleiste am Bug und der kecke Dachspoiler am hinteren Ende. Die neu gestalteten Heckleuchten sind auf Wunsch auch mit dunklem Deckglas erhältlich. Vor allem die Pkw-Versionen mit der in Wagenfarbe lackierten Schürze wirken jetzt edler und rücken den Caddy ein weiteres Stück an den technisch verwandten VW Touran heran.

Beim Blick ins Innere reift dann aber doch die Erkenntnis, dass die Entwickler in Hannover alles andere als untätig waren. Das Cockpit ist klarer gestaltet und erkennbar aufgefrischt. Die angebotenen Radio-Navi-Geräte erfüllen die heutigen Erwartungen ans Grafikdesign und die Bedienbarkeit. Schade, dass der berührungsempfindliche Bildschirm noch immer sehr weit unten angebracht ist. Jeder Blick darauf kostet wertvolle Sekunden.

Unterm Blechkleid gibt es ebenfalls Neuerungen zu vermelden. Neben erstmals im Caddy verfügbaren Assistenzsystemen wie Müdigkeitswarner, Park-Pilot, Multikollisionsbremse und City-Notbremsassistent sind das vor allem sparsamere Motoren, die allesamt die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Bei den Dieseln gibt es auf Basis des 2,0-Liter-Aggregats künftig vier Leistungsstufen zwischen 75 PS/55 kW und 150 PS/110 kW. Als Sparmeister tut sich dabei der Kastenwagen in der Blue-Motion-Variante mit 102 PS/75 kW hervor. Ihm sollen nach der Norm 3,9 Liter Dieselkraftstoff genügen. Bei den Benzinern reicht das Spektrum von 84 PS/62 kW bis 125 PS/92 kW. Mit einiger Spannung wird der 102-PS-Dreizylinder erwartet, der ab Oktober verfügbar sein soll. In der Nische der alternativen Antriebe lockt ein aufgeladener 1,4-Liter-Erdgasmotor (110 PS/81 kW) mit günstigen Betriebskosten und vergleichsweise guten Abgaswerten. Eine Version mit Elektroantrieb lässt noch auf sich warten. Zur Markteinführung Ende Juni beginnen die Preise bei 17 594 Euro für den Kastenwagen und 18 243 Euro für den Kombi in der Basisausstattung. Der Touran kostet ab 23 000 Euro.