Den Platzhirsch im Visier

Den Platzhirsch im Visier

Mit dem neuen Astra will Opel dem VW Golf Marktanteile abnehmen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht, zeigt unser Vergleichstest. In der Kompaktklasse ist der Markt heiß umkämpft.

Der VW Golf ist seit zwölf Jahren der unumstrittene Spitzenreiter in diesem Segment.
Der Ford Focus trat mit einem Zwei-Liter-Dieselmotor, der 150 PS leistet, in diesem Vergleichstest an.
Der Skoda Octavia punktet mit seinem großzügig gestalteten Innenraum und einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Der Mazda 3 hat als einziges Fahrzeug in diesem Vergleich einen Motor mit 2,2 Liter Hubraum.
Der Kia Ceed tritt mit einem 1,6-Liter-Motor zu diesem Vergleich der Kompaktautos an. Fotos: Hersteller.
Der VW Golf bietet das beste Gesamtpaket dieses Vergleichs.
Ein Blick aufs Armaturenbrett des Opel Asta.
Der Ford Focus bietet ein ausgezeichnetes Handling.

Saarbrücken. Kaum ist der neue Opel Astra auf dem Markt, stellt sich die Frage: Wer wird die künftige Nummer eins in der Kompaktklasse? Die Führung in Deutschland hat derzeit unumstritten der VW Golf inne. Dem Opel Astra gelang es Anfang 2004 zum letzten Mal, an die Spitze im Segment vorzudringen. Mit dem neuen Astra hat sich Opel viel vorgenommen. Aber unter den Verfolgern mischen noch andere interessante Modelle mit, darunter der Ford Focus, Skoda Octavia, Mazda 3 und der Kia Ceed. Sie treffen in diesem Vergleich mit Dieselmotoren zwischen 136 und 150 PS aufeinander.

Zwei der Diesel, der Opel Astra und der Kia Ceed, leisten 136 PS aus jeweils 1,6 Liter Hubraum. Die anderen, Ford Focus, Skoda Octavia und VW Golf, haben 2,0-Liter-Motoren und wuchten 150 PS auf die Kurbelwelle. Letzteres gilt auch für den Mazda 3, doch er gönnt sich 2,2 Liter Hubraum. Nicht zuletzt dank des etwas größeren Motors verbucht er mit 380 Newtonmetern das stärkste Drehmoment des Sextetts, dicht gefolgt vom Ford Focus (370 Nm), dem VW Golf und Skoda Octavia (jeweils 340 Nm) und dem Opel Astra (320 Nm). Schlusslicht spielt der Kia (260 Nm). Alle gehen schon ab spätestens 2000 Touren zur Sache, das heißt, sie ziehen kräftig durch und erlauben frühes Hochschalten, das wiederum zur Sparsamkeit beiträgt.

Im Verbrauch schießen Opel Astra und VW Golf den Vogel ab. 4,6 Liter und 4,5 Liter werden bei zurückhaltender Fahrweise pro 100 Kilometer eingespritzt. Beim Normverbrauch steht bei Astra und Ceed sogar eine Drei vor dem Komma: 3,9 Liter pro 100 Kilometer. Im Test konsumierten Opel Astra und VW Golf am wenigsten, durchschnittlich knapp sechs Liter. Die anderen lagen nur knapp drüber, 6,5 Liter waren es maximal. Über die Sparsamkeit der Motoren hinaus ist die Laufkultur wichtig. Sie erscheint den meisten bei den Antriebssträngen aus dem VW-Regal am besten.

Auch beim Raumangebot können Octavia und Golf punkten. Auf 4,26 Metern Länge bietet der Wolfsburger alles: vom bequemen Einstieg über die Bedienung und Verarbeitungsqualität bis hin zu Assistenzsystemen. Er wirkt in jeder Hinsicht durch und durch konsequent konstruiert. Da haben es selbst Neue auf dem Markt, wie der Astra, nicht leicht.

Den größten Kofferraum hat der Skoda Octavia mit 590 bis 1580 Litern. Danach folgen der VW Golf mit 380 bis 1270 Litern und Ford Focus und Mazda 3 mit rund 364 bis 1263 Liter. Ähnlich der Ceed und etwas kleiner der Opel Astra mit 310 bis 1150 Liter. Dafür hat er viel Platz im Fond. Bei ihm reicht die Ladekante recht hoch, was allerdings die Stabilität im Falle eines Heckaufpralls erhöht.

Gut beim Focus: Fondbank und Sitzfläche bilden nach dem Umklappen eine ebene Ladefläche. Ähnlich beim Mazda 3, begünstigt von dünnen Rückenlehnen. Beim Octavia mit seinem großen Stauvolumen stört die Stufe hinter den umgeklappten Sitzen nur wenig. Keine Abstriche gibt es beim Golf, der einen variablen Stauraum und als einziger eine Durchlade bietet.

Alle sechs Kompaktwagen sind moderne Fronttriebler. Punkte gewinnen kann der Astra vor allem durch die neuen Motoren, insbesondere den 136-PS-Diesel und die Gewichtsdiät. Der mit 1326 Kilo leichteste im Feld fährt sich so angenehm, dass er einige hinter sich lassen kann. Dazu tragen das Handling, die geschmeidige Lenkung und auch das hohe Maß an Fahrsicherheit und Präzision bei. Beim Federungskomfort muss beim Astra je nach Ausführung und Bereifung noch nachjustiert werden, dann kann er in der Bewertung noch weiter nach vorn kommen. Stärker als beim Opel zeigt die Abstimmung des Ceed ihre Grenzen. Dagegen schneidet hier der Focus richtig gut ab, mit ausgezeichnetem Federungskomfort und Super-Handling.

Aufs Podest schafft es neben dem Ford auch der Octavia, hier zählen seine Qualitäten, darunter das Platzangebot und das günstige Preis-/Leistungsverhältnis. Weiterhin für das beste Gesamtpaket steht der Golf. Dafür zahlt der Kunde aber auch etwas mehr. Die Preispalette der sechs Kandidaten reicht von 20 190 Euro beim Kia Ceed 1.6 CRDi bis 27 275 Euro beim VW Golf 2.0 TDI. Dazwischen rangieren die anderen, meist um 25 000 Euro.

Mehr von Saarbrücker Zeitung