Dauerhafte Freude am Gebrauchtwagen

Dauerhafte Freude am Gebrauchtwagen

Tüv-Report, Dekra-Gebrauchtwagen-Spezial und ähnliche Übersichten in Zeitschriftenform zeigen die Stärken und Schwächen von älteren Autos. Sie sind eine große Hilfe für Autofahrer, die einen Gebrauchtwagen suchen.

3,2 Millionen Autos wurden 2015 in Deutschland neu zugelassen. Mehr als doppelt so viele Gebrauchtwagen wechselten den Besitzer, rund sieben Millionen. Aus Kostengründen ist der Kauf eines gebrauchten Autos clever, aber auch immer mit einem Risiko behaftet: Gibt es versteckte Mängel?

Der erste Gedanke führt ins Autohaus. Es bietet Gebrauchtwagen der eigenen Marke, aber auch von anderen Herstellern. Sie sind geprüft, sie haben oft eine neue Plakette auf dem hinteren Nummernschild (HU/AU), sie werden meist mit Garantie verkauft. Ein Kauf im Autohaus birgt die geringste Gefahr, mit dem neu erworbenen guten Stück alsbald eine Panne zu erleben.

Der Kauf hier erfordert freilich auch den tiefsten Griff in den Geldbeutel. Die meisten Autohäuser der großen Marken bieten nur relativ junge Wagen an. Die Preise etwa für Dreijährige sind oft so hoch, dass man sich als Alternative ein geleastes neues Auto überlegen könnte. Dies ist besonders attraktiv, wenn der Leasingvertrag zusammen mit einer vorteilhaften Versicherung angeboten wird. Normalerweise ist diese für junge Fahrer sehr teuer. Haftpflicht und Vollkasko - Letztere freilich mit einigen Hundert Euro Selbstbeteiligung - für zehn Euro im Monat bedeuten für sie ein echtes Schnäppchen.

Voraussetzung ist allerdings oft, dass Fahrer mindestens 23 Jahre sind oder dass sie schon eine gewisse schadenfreie Zeit mit einem eigenen Fahrzeug nachweisen können.

Wer deutlich weniger investieren möchte, findet im Gebrauchtwagenhandel, aus Privathand in Zeitungsanzeigen, in Wochen- und Anzeigenblättern, im Internet buchstäblich Millionen von Angeboten. An manchen Orten werden auch Autokinos oder große Parkplätze zuweilen zu Autoverkaufsplätzen umfunktioniert.

Die Schwierigkeit dabei ist, die Spreu vom Weizen zu trennen. Glänzender Lack oder saubere Polster sagen zunächst nichts über die Qualität eines Gebrauchtwagens. Unfallschäden können verschwiegen werden, der Zählerstand auf dem Tacho kann gefälscht sein.

Auf Nummer sicher geht, wer zur Besichtigung jemanden mitbringt, der sich auskennt. Noch besser ist es, das gute Stück von einem Sachverständigen (Tüv, Dekra, GTÜ, KÜS) prüfen zu lassen. Das kostet keine 100 Euro, ist aber meist eine gute Investition. Vor einer Besichtigung freilich sollte eine der Zeitschriften zu Rate gezogen werden, die von Tüv, Dekra und anderen Prüforganisationen jährlich herausgegeben werden. Sie listen die Ergebnisse von Millionen Hauptuntersuchungen auf: Welche Autos sind mit den Jahren und den Kilometern besonders häufig zu beanstanden, welche sind "Mängelzwerge"? Und um welche Mängel handelt es sich? Rost an tragenden Teilen zum Beispiel ist sehr teuer, Reparaturen am Auspuff oder an der Beleuchtung belasten den Geldbeutel viel weniger.

Die Statistik zeigt, dass in fortgeschrittenem Alter besonders deutsche und japanische Marken gut abschneiden. Bei den Kleinwagen glänzen im "Dekra-Spezial 2016" VW Polo, Skoda Fabia, Seat Ibiza, Opel Corsa und Ford Fiesta mit Noten durchweg im grünen Bereich, genauso Audi A1, Smart, Mazda2 oder Toyota Yaris. Bei anderen Modellen sieht es nicht immer gut aus, der Dacia Sandero etwa zeigt in allen Kriterien Rot.

In der Kompaktklasse bietet sich ein ähnliches Bild, wobei hier unter anderem auch Citroën (C4, DS4), Honda (Civic), Hyundai (i30), Mitsubishi (Lancer), Toyota (Prius) oder Volvo (C30, S40, V50) gut abschneiden. Bei Alfa Romeo ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild: Giulietta alles grün, 159 alles rot. Selbst eine Marke, die im Dekra-Gebrauchtwagenreport 2016 mit fast allen Modellen Grün zeigt, kennt Ausreißer: Beim VW New Beetle Cabrio der Baujahre 2008 bis 2013 liegen alle Mängel im roten Bereich.