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Cupra Ateca Limited Edition

Fahrbericht : Tanz auf dem Eis mit 300 Pferdestärken

Was alles auf Schnee und Eis geht, konnten vor Kurzem die aktuellen Cupra-Modelle zeigen, allen voran die neue und höchste Ausbaustufe Limited Edition des Ateca.

Seat bietet den Ateca auch als Cupra-Version für 50 615 Euro an. Pakete des Tuners Abt bringen den aufgerüsteten Ateca für knapp 6000 Euro Aufpreis sogar auf 350 PS/257 kW. Ohne Fahrwerksmodifikationen sind 2370 Euro fällig.

Am Lenkrad des Cupra Ateca konnten wir die Langstreckenqualitäten des SUVs auf Fernstraßen genauso erfahren wie die Fähigkeiten des 4Drive-Allradsystems unter winterlichen Bedingungen in den Schweizer Alpen.

Wie gut sich moderne Allradfahrzeuge beherrschen lassen, vermittelte schon die erste Station, der Ice Track. Hier sind Handling-Übungen und Driften angesagt. Auch verschiedene Brems- und Beschleunigungsmanöver gehören dazu.

300 PS schieben den Cupra Ateca Limited Edition auf der Eisplatte nach vorn, direkt hinein in die Pylonengasse mit Wechselkurven auf Eis und Schnee. Das Gefühl für das kompakte SUV und die abgesperrte Strecke wird auf jeder Runde besser. Mit jedem Mal absolvieren wir die Biegungen etwas zügiger und mit einer gewissen Leichtigkeit und probieren die verschiedenen Fahr-Modi aus. Obwohl die Unterschiede dem eher vorsichtig agierenden Fahrer marginal erscheinen, kommen wir immer besser zurecht.

Könner und Profis dagegen nutzen die Bandbreite voll aus, während der Laie zum Beispiel das Fahrverhalten zwischen den beiden Fahrprogrammen Offroad und Sport kaum unterscheiden kann. Auffälliger ist aber das unterschiedliche Ansprechen auf das Gaspedal einschließlich des Vortriebs zwischen den Modi Offroad und Sport einerseits und dem Modus Snow andererseits.

So sorgt Snow für geschmeidigere Reaktionen auf Gaspedaldruck und leitet die Kraft behutsamer an die vier Antriebsräder. Die Fahrer sind aber unter dem Strich bei allen fünf Programmen auf der sicheren Seite. Das ist gut so, denn schließlich soll keiner überfordert werden.

Auch an der zweiten Station gibt es genug Raum für Experimentierfreudigkeit, auf der teilweise abgesperrten und präparierten Strecke der Flüela-Passstraße bis auf 2383 Meter Höhe in der Nähe von Davos. Hier konnten die verschiedenen Cupra-Allrad-Modelle bei realen und hochwinterlichen Straßenverhältnissen getestet werden.

Besonders ambitionierte Könner bewältigen dabei sicher hohe Geschwindigkeiten und werfen in engen Kehren das Heck herum, um es gleich wieder einzufangen. Wer es nicht für möglich hält und dennoch die Grenzen ausloten will, kann sich neben die Profis Jordi Gené und Sebastian Stahl setzen. Beeindruckt haben uns aber nicht zuletzt die Fähigkeiten des hochmodernen Allradantriebs aus dem VW-Baukasten.

Im Kieswerk, einem Offroad-Parcours mit Steigungen und Gefällabschnitten wie beim alpinen Skisport konnte der Bergabfahrassistent beweisen, was in ihm steckt. Bergauf geht es schon spannend zu, erst recht jedoch bergab. Die dritte Station ist zweifellos das abschließende Highlight und eine wahre Herausforderung, denn der Streckenabschnitt hat eine Neigung von rund 30 Prozent.

Nach einem Tastendruck fährt oder besser bremst der leer immerhin 1615 Kilogramm wiegende Cupra Ateca vollautomatisch über den eisigen Untergrund bergab. Der Fahrer muss ausschließlich Richtung Talabfahrt lenken und schon geht es ein bisschen flotter als im Schritttempo sicher bergab.

Die Cupra-Modelle verstehen sich als besonders sportliche, aber preisgünstige Alternative zu den Modellen der Premium-Konkurrenz Mercedes-AMG, BMW M und Audi Sport. Zwar sind bislang die Verkaufszahlen noch recht bescheiden, aber dafür mit großem Potenzial, denn die erst vor ein paar Jahren gestartete Seat-Marke hat den jüngsten Kundenkreis.

Die Cupra-Palette umfasst neben dem Cupra Basis-Ateca die neue Sportversion Limited Edition des Modells in ultimativem Design und exklusivem Interieur sowie den Leon Cupra R Sportstourer (ab 49 970 Euro). Mit dem Cupra Leon startete Seat 2014, die eigenständige Marke Cupra gibt es aber erst seit 2018. Beim Ateca erreicht der Cupra-Anteil inzwischen 25 Prozent, 2500 Einheiten von insgesamt 10 000 im vergangenen Jahr. Als erstes hundertprozentiges Cupra-Modell wird der Formentor im dritten Quartal 2020 kommen. Es handelt sich um ein 4,45 Meter langes SUV-Coupé der Kompaktklasse.

Nachdem die Muttergesellschaft Seat in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zulegen konnte, rangiert sie jetzt auf der Position des zweitgrößten Importeurs in Deutschland, hinter Skoda, vor Renault und Hyundai.

Im Leon Cupra R Sportstourer steckt der gleiche 300 PS starke 2,0-Liter-Benzinmotor wie im Cupra Ateca Limited Edition. Foto: Seat

Mit dem vollelektrischen Kleinwagen Mii electric, der statt 20 650 Euro dank der staatlichen Förderung jetzt nur noch 14 080 Euro kostet, sowie der neuen Leon-Generation hat Seat noch weitere Eisen im Feuer. Insgesamt stehen zehn Produkteinführungen 2020 bevor.