| 20:50 Uhr

Neuvorstellung
Schweben über Stock und Stein

Der neue BMW X5, der in Spartanburg in den USA gebaut wird, kommt am 24. November in den Handel.
Der neue BMW X5, der in Spartanburg in den USA gebaut wird, kommt am 24. November in den Handel. FOTO: BMW / BMW, Uwe Fischer
München. Beim neuen X5 vollzieht BMW den Spagat zwischen sportlichem und komfortablem Fahren noch stärker. Zudem wartet die vierte Generation des SUVs mit noch besseren Geländefähigkeiten auf. Ingo Reuss

Schon früh setzte BMW auf große SUVs im Premium-Segment. Der vor knapp 20 Jahren erstmals vorgestellte X5 entpuppte sich schnell als Bestseller auf vielen Märkten.


Das neue Oberhaupt der BMW- X-Familie ist nochmals gewachsen. In der Länge sind es 4,92 Meter, somit knapp vier Zentimeter mehr als vorher. Die Breite legt um sieben Zentimeter auf zwei Meter zu, außerdem ist er geringfügig höher. Nicht zuletzt wächst der Radstand um gut vier Zentimeter auf 2,98 Meter. Das macht sich im Innenraum bemerkbar: Schon beim Einsteigen spürt man die besseren Raumverhältnisse. Fahrer und Passagiere fühlen sich schnell wohl, alles vermittelt einen hochwertigen Eindruck, dazu ist alles funktional bis hin zum ergonomischen Cockpit. Auch das Bediensystem iDrive arbeitet gut. Sportsitze sind jetzt serienmäßig, ebenso das Navi.

Ins Gepäckabteil hinter der erneut zweigeteilten und optional berührungslos elektrisch zu bedienenden Heckklappe passen künftig 650 bis 1870 Liter. Auf Wunsch gibt es eine dritte Sitzreihe mit zwei zusätzlichen Sitzplätzen.



Zu den optischen Verfeinerungen zählen die LED-Scheinwerfer, laut Hersteller die „beste Lichtquelle, die je in einem BMW verbaut wurde“. Typisch sind die großen Radhäuser und Räder bis 22 Zoll. Insgesamt wirkt der X5 noch kraftvoller und robuster als bisher, von der Front mit übergroßer Niere über die athletischen Schultern seitlich bis zum Heck. Auf Wunsch werden ein Glasdach, Sitze mit Massagefunktion, heiz- und kühlbare Becherhalter oder beheizbare Armlehnen installiert.

Zum Marktstart liefert BMW drei Motorisierungen. Im xDrive 40i den drehfreudigen 3,0-Liter-Sechszylinder-Benziner mit Achtgangautomatik und 340 PS/250 kW. Außerdem die beiden Diesel M50d (ohne Allrad) und xDrive 30d, beide ebenfalls mit Achtgang-Steptronic. Der wuchtigste 3,0-Liter-Diesel leistet 400 PS/294 kW und ein sattes Drehmoment von bis zu 760 Newtonmetern. Wer will, kann sich in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren lassen, nur der besonders kultivierte Benziner ist mit 4,7 Sekunden schneller. Beide laufen in der Spitze 250 km/h.

Beim Einstiegsmodell xDrive 30d begnügt sich der 3,0-Liter mit völlig ausreichenden 265 PS/195 kW. Nur im Antritt könnte er manchmal etwas schneller reagieren. Auf der Autobahn lässt er bis zu 230 km/h zu. Der Normverbrauch wird mit 6,0 bis 6,8 angegeben (CO2-Ausstoß: 158 bis 179 g/km). Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-temp. Ein Plug-in-Hybrid erweitert später die Palette. Für den 30d x-Drive muss der Kunde aber bereits stolze 69 200 Euro hinlegen. Selbst wenn die verbesserte Serienausstattung berücksichtigt wird, ist das immer noch einiges mehr als beim Vorgänger.

Da die Kunden den X5 sportlicher und komfortabler ausgerichtet haben wollen, hat das SUV jetzt geregelte Stoßdämpfer. Option sind die Luftfederung, die je nach Fahrsituation für die Absenkung oder höhere Bodenfreiheit sorgt, und eine Aktivlenkung. Letztere macht zum Beispiel den Neuen in der Stadt agiler und verringert den sonst ganz schön großen Wendekreis.

Deutlich besser als sein Vorgänger meistert der X5 grobes Gelände. Selbst mit Straßenreifen wühlt er sich durch den Morast. BMW bietet erstmals ein Offroad-Paket an. Es kostet 2950 Euro Aufpreis, umfasst vier Fahrmodi fürs Gelände, Hinterachs-Sperre, Unterfahrschutz und Monitoranzeigen über Kameras. Feinarbeit macht zudem das Bremssystem noch geschmeidiger, und schließlich verhilft der aktive Wankausgleich (3600 Euro im Paket mit Integral-Aktivlenkung) unter anderem in Kurven zu mehr Stabilität.

Neu ist auch das M-Sport-Differenzial als Option. Es trägt beispielsweise auf winkeligen Landsträßchen zur besseren Traktion beim Herausbeschleunigen aus Kurven bei. Sinnvoll ist der Allradantrieb xDrive, wenn man zum Beispiel auf feuchter Wiese das Boot aus dem See ziehen muss. Der X5 kann bis zu 3,5 Tonnen auf den Haken nehmen.

Mit dem vernetzten Navi „Connected Drive“ kann der BMW-Kunde den gesamten Tagesablauf organisieren und schon zuhause die Anfahrtszeiten planen. Wer will, kann künftig den Monitor individuell konfigurieren. Je nach Fahrmodus und Fahrer lassen sich vereinfachte Anzeigen und farbliche Darstellung zum Beispiel für Geschwindigkeit und Drehzahl wählen.

Zu den weiteren Bonbons zählen das Head-up-Display der nächsten Generation mit noch mehr Infos. Neu bei den Fahrassistenten sind der Abstandswarner und das Nothaltesystem, das selbsttätig bremsen und das Auto an den Straßenrand lenken kann. Zusätzlich lässt sich mit „Professional“ ein System für das teilautomatisierte Fahren ordern, das auf Radar, Kameras und Sensoren basiert.

Der Parkassistent erkennt automatisch Parklücken und lenkt den Wagen ohne Zutun des Fahrers hinein. Der Rückfahrassistent fährt sogar eigenständig zu einer Parkfläche zurück. Der Parkassistent Plus – wie so vieles nur gegen Aufpreis zu haben – liefert ein 360-Grad-Bild des Fahrzeugs.

Der neue X5 glänzt mit besserer Geländegängigkeit als sein Vorgänger.
Der neue X5 glänzt mit besserer Geländegängigkeit als sein Vorgänger. FOTO: BMW / BMW, Uwe Fischer
Das Cockpit des X5 ist hochwertig und ergonomisch gestaltet.
Das Cockpit des X5 ist hochwertig und ergonomisch gestaltet. FOTO: BMW / BMW, Uwe Fischer