1. Leben
  2. Motor

Auch Nissan bietet doppelte Zugkraft

Auch Nissan bietet doppelte Zugkraft

Obwohl Nissan schon seit Anfang der 1950er Jahre allradgetriebene Fahrzeuge anbietet, ist den wenigsten Autokäufern bewusst, dass der japanische Hersteller mehrere vierradgetriebene Modelle im Programm hat.

 Für Fachjournalisten zählt der Qashqai zu den besten SUVs.
Für Fachjournalisten zählt der Qashqai zu den besten SUVs.
 Der Navarra ist ein robuster Pick-up mit viel Bodenfreiheit.
Der Navarra ist ein robuster Pick-up mit viel Bodenfreiheit.
 Dieser Juke mit Raupenketten bleibt ein Unikat. Fotos: Nissan
Dieser Juke mit Raupenketten bleibt ein Unikat. Fotos: Nissan
 Das Kompakt-SUV X-Trail ist auch mit Benzinmotor erhältlich.
Das Kompakt-SUV X-Trail ist auch mit Benzinmotor erhältlich.

Vier statt nur zwei Räder anzutreiben, geht mit zusätzlichen Teilen, mehr Gewicht und Reibung einher. Allradantrieb kostet auch Geld und erfordert mehr Treibstoff. Der Lohn ist doppelte Zugkraft. Ein Allrader kann an verschneiten Steigungen anfahren, die Autos mit üblichem Antrieb selbst mit Schwung nicht schaffen. Allradantrieb kann auch auf nasser und sogar trockener Straße Vorteile bedeuten. Die an den Reifen zerrenden Antriebskräfte sind nur halb so groß, sie wirken zudem an beiden Achsen.

Ist von Allradantrieb die Rede, denken die meisten Autofahrer gewiss nicht zuerst an die Marke Nissan . Obwohl die mit Modellen wie dem Geländewagen Patrol oder dem SUV Murano auf eine lange 4x4-Tradition zurückblicken kann.

Das aktuelle Allrad-Programm krönt der 550 PS/404 kW starke Supersportler GT-R mit seinem Transaxlegetriebe und zweifacher Kardanwelle. Nach unten runden X-Trail, Qashqai und Juke das Allrad-Angebot ab. Die Basis bildet der Pick-up Navarra, der jüngst neu aufgelegt wurde. Der kommt auch am weitesten voran, wenn die Fahrt durch lockeren Schnee führt. Die große Bodenfreiheit des Pick-ups verhindert, dass die Bodenplatte des Wagens frühzeitig aufsetzt und die Räder nicht mehr greifen können. Der Navarra mit seinen ausgeprägten Offroad-Eigenschaften kann mit einem 140 PS/118 kW oder 190 PS/160 kW starken Vierzylinder-Diesel motorisiert werden und bedient dabei nahezu alle Komfortansprüche seines Piloten. Eine ausgewogene Federung und eine sehr anständige Ausstattung des wohlgestalteten Interieurs der höherwertigen Versionen machen ihn zum kraftvollen Zugwagen einerseits und perfekten Abenteuermobil andererseits.

Neben einer Nutzlast von mehr als 1200 Kilogramm überzeugt der Navarra mit einer Anhängelast von bis zu 3500 Kilogramm. Das reicht für einen Anhänger mit drei Reitpferden an Bord oder auch eine Acht-Meter-Motoryacht. Juke, Qashqai und X-Trail kommen in hohem Pulverschnee früher zum Stehen, können ihre Vorteile jedoch auf festgefahrener Schneedecke eindrucksvoll ausspielen, wie Fahrversuche im verschneiten Schweizer Engadin gerade bewiesen haben. Der GT-R gefällt dann allenfalls noch den Freunden des Übermutes, sein liebstes Parkett ist schwarzer Asphalt, auf dem er beim Beschleunigen und bei der Bodenhaftung in Kurven kaum zu schlagen ist.

Unerreicht bleiben im Schnee unterdessen die Traktionseigenschaften einer Spezialversion des Juke, deren Räder die Ingenieure gegen einen Kettensatz getauscht haben. Raupenartig fräst sich das umgerüstete SUV mit bis zu 85 km/h Spitze durch tiefen Schnee , je pulvriger, desto besser. Von null auf 100 km/h beschleunigt das 218 PS/160 kW starke Schneemobil in beeindruckenden 7,0 Sekunden. Montiert werden die vier insgesamt 370 Kilogramm schweren Raupenbänder direkt auf den Radnaben des Kompakt-SUVs. Den Zugang zum Verkaufsprogramm wird der Juke Nismo R-Snow vorerst allerdings nicht finden.