Auch bei irrtümlicher Erstzulassung ist Auto nicht mehr fabrikneu

Auch bei irrtümlicher Erstzulassung ist Auto nicht mehr fabrikneu

(np) Wenn ein Händler ein Neufahrzeug kurzzeitig zulässt, ist es nicht mehr "fabrikneu". Allein durch die Kurzzulassung verliert es bereits beträchtlich an Wert. Wer ein solches Auto kauft, kann sich den verminderten Wert vom Händler erstatten lassen.

Das gilt auch, wenn der Käufer erst Jahre später von der Kurzzulassung erfährt. Das ergibt sich aus einem Urteil des Amtsgerichts München .

Wie die deutschen Verkehrsrechtsanwälte berichten, kaufte eine Frau einen Neuwagen. Das Autohaus hatte den Wagen irrtümlich bereits für die Dauer von fast zwei Wochen auf jemand anderen zugelassen. Als die Frau am Ende der Leasingzeit, rund drei Jahre nach dem Vertragsabschluss, das Auto endgültig übernehmen wollte, bekam sie die Papiere. Erst da erfuhr sie von der irrtümlichen Erstzulassung. Sie meinte, dadurch sei das Auto weniger wert und klagte.

Das Gericht sprach ihr tatsächlich 3145,80 Euro zu, die das Autohaus seiner Kundin erstatten musste. Das Gericht erklärte, das Fahrzeug sei mangelhaft im Sinne des Gesetzes, da es sich nicht wie vereinbart um ein fabrikneues Fahrzeug gehandelt habe. Die Zulassung auf die dritte Person sei erst nach Vertragsabschluss und ohne Kenntnis der Frau erfolgt (AZ: 242 C 17305/14).

Mehr von Saarbrücker Zeitung