Versorgung mit Ersatzteilen: Auch Auslaufmodelle sind in der Regel zukunftssicher

Versorgung mit Ersatzteilen : Auch Auslaufmodelle sind in der Regel zukunftssicher

Immer wieder verschwinden Automodelle und sogar -Marken. Experten macht die Ersatzteilversorgung aber keine Sorgen.

Die Liste der auslaufenden Modelle lang und selbst Automarken wie etwa Saab oder Daihatsu können vom Markt verschwinden. Für Kaufinteressenten stellt sich die Frage, wie sicher die Ersatzteilversorgung bei solchen Fahrzeugen ist.

Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sieht kein Problem darin, sich ein Auto einer verschwundenen Marke zuzulegen. Es gebe bundesweit genügend Servicestationen, die solche Marken betreuen. „Mit ein wenig Suche im Internet finden Autofahrer die passende Werkstatt“, sagt Köster. Die meisten Hersteller verpflichteten sich zudem, Ersatzteile lange vorrätig zu halten.

Es gibt zwar keine gesetzliche Regelung, wie lange die Firmen dies tun müssen. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) liegt der Lebenszyklus von Serie und Nachserienversorgung aber bei mehr als 15 Jahren. Danach kümmern sich bei einigen Herstellern die Klassik- oder Oldtimer-Abteilungen um die Versorgung.

Auch wenn ein Modell nicht mehr produziert wird, wrden Ersatzteile und Komponenten häufig weitergebaut. Denn: „Viele Fahrzeugkomponenten werden baugleich in anderen Modellen oder Marken eingesetzt“, sagt Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE).

So finden sich viele technische Bauteile eines VW Beetle noch in anderen Modellen von Volkswagen, aber auch in Fahrzeugen von Seat, Skoda und Audi. Bei der Suche helfen Marken- oder Modellclubs.

„Freie Teilehändler können fast jedes Verschleißteil beschaffen. Vertragshändler haben oft die Möglichkeit, über ihr Händlernetz an Teile von anderen Händlern zu kommen“, sagt Mühlich. Bei Marken wie Daihatsu, die vom deutschen Markt zwar verschwunden sind, weltweit aber noch Autos verkaufen, gebe es ebenfalls noch Händler, die Ersatzteilen liefern.

Die Lage könnte sich noch weiter bessern. Denn vor kurzem hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf beschlossen, wonach der Markt für sichtbare Kfz-Bauteile wie Kotflügel, Motorhauben, Außenspiegel oder Scheinwerfer für freie Hersteller geöffnet werden soll.

Auch der ADAC sieht in diesen Fällen kaum Probleme für Autofahrer. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass der Ersatzteilemarkt bisher fast jede Lücke geschlossen habe.

Fahrzeuge der schwedischen Marke Saab werden auf Gebrauchtwagenbörsen noch rege gehandelt. Foto: dpa-tmn/Christian Charisius

Beim Kauf nicht mehr produzierter Auto-Modelle oder nicht mehr vertretener Marken gelten ähnliche Kriterien wie bei anderen Gebrauchtwagen. „Auch wenn sich das Auto in einem neuwertigen Zustand befindet, sollten Interessenten darauf achten, dass es vor dem Verkauf technisch geprüft wurde“, sagt Ulrich Köster. Wichtig sei die Kontrolle sicherheitsrelevanter Bauteile wie Motor, Getriebe, Lenkung, Bremsen, Kraftstoffanlage, Elektronik sowie der Sicherheitssysteme. Bei einem Fachhändler, etwa einem Meisterbetrieb der Kfz-Innung, zähle die Prüfung in der Regel zum Standard. Weiterer Vorteil beim Händlerkauf: Er hafte für die Dauer eines Jahres für Sachmängel, die bei Übergabe des Fahrzeugs vorgelegen haben, sich aber vielleicht erst im Laufe der Zeit zeigen. Gebe es nach dem Kauf bei einem Innungsbetrieb Streit, könnten Verbraucher eine Schiedsstelle einschalten.

(dpa)
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