Actibump: Künstliches Schlagloch soll Schnellfahrer bremsen

Automobil : Künstliches Schlagloch soll Schnellfahrer bremsen

(np) Es klingt wie ein Schildbürgerstreich, doch künstliche Schlaglöcher sollen helfen, dass Tempolimits eingehalten werden. Die schwedische Firma Edeva hat eine Stahlkonstruktion namens Actibump entwickelt, die in die Fahrbahn eingelassen wird.

Die Stahlplatte senkt sich um sechs Zentimeter ab, sobald ein Verkehrsteilnehmer zu schnell fährt. „Das künstliche Schlagloch „ist beim Überfahren deutlich wahrnehmbar“, berichtet die Zeitschrift Auto, Motor und Sport (17/19).

Als erste deutsche Stadt plant Hanau in Hessen den Einsatz von Actibump. In einer vielbefahrenen Straße mit Tempo-20-Zone soll die Tempofalle das Einhalten des Tempolimits fördern. Die Stadtväter rechnen mit einer Investition von 50 000 Euro. Ein fest installierter Blitzer sei doppelt so teuer, erklärt ein Sprecher der Stadt. Zudem führe ein fester Blitzer zu einem Gewöhnungseffekt.

Den Stoß von Actibump spüren nur die Temposünder, während herkömmliche Schweller oder Aufpflasterungen jeden Autofahrer treffen, der die Straße nutzt. Per Transponder können Rettungswagen, die Straßenreinigung oder der Winterdienst das künstliche Schlagloch abschalten.

Den ADAC überzeugt das alles nicht. Actibump schaffe eine „unnötige Gefahrenstelle“ und sei für Zweiradfahrer bei Nässe grundsätzlich gefährlich, so Oliver Reidegeld vom ADAC Hessen-Thüringen.

Der schwedische Hersteller Edeva verweist auf die Erfolge seines künstlichen Schlaglochs. In der australischen Stadt Perth zum Beispiel würden dank Actibump nur noch 20 Prozent aller Fahrer das Tempolimit überschreiten. Zuvor waren es 73 Prozent.

In Schweden sind bereits 45 Actibumps gegen Schnellfahrer im Einsatz. Wann es in Hanau soweit ist, hängt von der Bundesanstalt für Straßenwesen ab. Noch fehlt für Actibump die Zulassung.

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