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Mietminderung

Mietminderung – Was ist zu tun, wenn die Mietwohnung Mängel aufweist? : Mietminderung – Was ist zu tun, wenn die Mietwohnung Mängel aufweist?

Was kann ein Mieter tun, wenn Mängeln in der Mietwohnung auftreten, die der Vermieter nicht rechtzeitig beseitigt, obwohl er dazu verpflichtet ist? In vielen Fällen ermöglicht das Mietrecht betroffenen Mietern ihre Miete zu mindern.

Allerdings ist die Höhe der Mietminderung grundsätzlich vom jeweils konkreten Fall abhängig, so dass es sich immer empfiehlt hier auf einen Rechtsbeistand zurückzugreifen.
Doch wie hoch darf die Mietminderung ausfallen? Denn einerseits will man natürlich keine zu hohe Miete bezahlen und außerdem den Vermieter durch die etwaige Mietminderung zur Beseitigung der Mängel bewegen. Andererseits können bei einer zu hohen Mietminderungen Mietschulden auflaufen, die dem Vermieter wiederum die Möglichkeit eröffnen, den Mietvertrag zu kündigen.
Deshalb ist vor der Minderung der Miete genau zu prüfen, ob und in welcher Höhe eine Mietminderung rechtlich zulässig ist. Es ist deshalb unbedingt ratsam, sich hier die Hilfe eines Rechtsanwalts zu nehmen.

In der Regel kann Ihr Rechtsanwalt schnell entscheiden, ob eine Mietminderung Aussicht auf Erfolg hat und in welcher Höhe die Mietminderung ausfallen darf.
Die aktuelle Mietminderungstabelle 2018 (siehe Info) gibt hierzu eine Orientierung.
Hier finden Sie zu verschiedenen Gerichtsfällen die daraus resultierenden Minderungswerte in Prozent.
Um diesen Wert kann die monatliche Brutto-Warmmiete bei zulässiger Mietminderung reduziert werden. Allerdings gibt es für die Höhe einer Mietminderung keine festen gesetzlichen Vorgaben.
Es kommt immer auf den individuellen Einzelfall an.
Geht der Mietstreit vor Gericht – etwa weil der Vermieter auf Nachzahlung der geminderten Miete klagt oder das Mietverhältnis infolge vermeintlicher Mietschulden gekündigt hat – so entscheidet ein Richter darüber, ob überhaupt ein zur Minderung berechtigender Mangel vorliegt, und in welcher Höhe deshalb die Miete gemindert werden durfte.
Diese individuelle Fallbetrachtung macht es Mietern nicht leicht, den genauen Minderungsbetrag selbst zu bestimmen. Die Beratung durch einen Rechtsanwalt ist alleine schon deshalb in den meisten Fällen unumgänglich.

Obwohl die Rechtsprechung immer den individuellen Fall betrachtet, so ist es doch üblich, dass sich Gerichte an bereits bestehenden Urteilen orientieren. Deshalb finden Sie im Folgenden einige exemplarische Fälle, die helfen können, die ungefähre Höhe der Mietminderung einzuschätzen.
Diese Beispiele können nur als Orientierungshilfe dienen, im Einzelfall sollte unbedingt die Beratung durch einen Rechtsanwalt eingeholt werden.

Kann in einer Wohnung Schimmel nur durch durchgehendes Lüften vermieden werden, widerspricht dies den an eine normale Wohnnutzung zu stellenden Anforderungen. Eine Minderung ist gerechtfertigt, in einem Fall sogar bis zu 100 Prozent. Dies entschied das Amtsgericht München (Az. 412 C 11503/09).

 Konsultieren Sie einen Anwalt um sicher zu sein, wann eine Mietminderung angebracht ist.
Konsultieren Sie einen Anwalt um sicher zu sein, wann eine Mietminderung angebracht ist. Foto: RioPatuca Images - stock.adobe.com/RioPatuca/fotolia

Bei Rattenbefall in der Wohnung und den damit verbundenen Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen ist die so genannte Gebrauchstauglichkeit der Wohnung so stark beeinträchtigt, dass die Mietminderung 80 Prozent betragen kann. So urteilte das Amtsgericht Dülmen im Jahr 2011 (Az. 3 C 128/12).
Das Amtsgericht Nürnberg hat am 22.03. 2017 entschieden, dass bei Ausfall der Gasversorgung und dem dadurch verursachten Ausfall der Heizung und der Warmwasserversorgung in den Wintermonaten eine Mietminderung von 85 Prozent und in den Sommermonaten eine Mietminderung von 60 Prozent angemessen ist (Az. 16 C 127/16).

Ob und in welcher Höhe eine Mietminderung angebracht ist, entscheiden, wie bereits gesagt, die Gerichte jeweils im individuellen Fall.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass jegliche Beeinträchtigung ihrer Mietwohnung, sei es nun durch äußere Einflüsse, wie Lärm durch andere Mieter oder Baustellen oder durch Mängel in der Wohnung, wie eine defekte Heizung, Probleme mit der Stromversorgung, Schimmel, Ungeziefer oder Wasserschäden zu einer Mietminderung führen kann.  Ihr Fachanwalt für Mietrecht in Ihrer Nähe
berät Sie gerne und sollte
konsultiert werden, bevor sie eigenmächtig die Miete mindern. Sollte ihre Mietminderung nämlich unrechtmäßig oder unverhältnismäßig sein, kann das zu Nachzahlungen führen oder letztendlich dem Mieter sogar einen
Kündigungsgrund liefern. lx