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Zweifel an Sicherheit von Lebensmitteln

Zweifel an Sicherheit von Lebensmitteln

Viele Verbraucher sehen Lebensmittel, Kosmetika und Kleidung wegen möglicher Schadstoffe kritisch. Dass der Staat genug für den Gesundheitsschutz tut, glaubt nur gut jeder Zweite, wie eine Umfrage zeigt.

Chemikalien in Lebensmitteln oder Mineralöle in Kosmetika benennen viele Verbraucher in Deutschland als Probleme. Sie zweifeln zunehmend an der Sicherheit von Produkten aus dem Handel, wie der neue Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt. Das größte gesundheitliche Risiko allgemein ist für die Befragten das Rauchen. Für die repräsentative Untersuchung wurden rund 1000 Personen befragt.

Sicherheit von Lebensmitteln: Viele Deutsche sorgen sich mit Blick auf Lebensmittel zunehmend um Antibiotikaresistenzen (72 Prozent), Chemikalien im Essen (69 Prozent), gentechnisch veränderte Produkte (67 Prozent) oder Reste von Pflanzenschutzmitteln (65 Prozent). Zudem beunruhigt es 46 Prozent, dass in Reis und Reisprodukten Arsen enthalten sein könnte. Über die Lebensmittelhygiene in der Gastonomie machen sich 44 Prozent Gedanken.

Vertrauen in Lebensmittel: Die meisten Bürger haben Vertrauen in die Lebensmittel in Deutschland. Nur 30 Prozent zweifeln an der Unbedenklichkeit von Lebensmitteln aus dem Handel. Sie halten sie entweder für "eher weniger sicher" oder "nicht sicher". Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Zweifler um zwei Prozentpunkte an.

Kosmetik, Spielzeug, Kleidung : 49 Prozent der Befragten halten Textilien aus dem Handel für bedenklich. Gegen Spielzeug haben 43 Prozent und gegen Kosmetika 39 Prozent Vorbehalte. Während das Misstrauen bei Kosmetika und Textilien um jeweils zwei Prozentpunkte leicht anstieg, ging es bei Spielzeug um vier Prozentpunkte zurück.

Gefahren für die Gesundheit: Rauchen ist aus Sicht der Befragten das Gesundheitsrisiko Nummer eins. Jeder fünfte gab an, dass er den Tabakkonsum als eine der größten Gefahren sieht. Klima- und Umweltbelastungen (16 Prozent), Alkohol (15 Prozent) und ungesunde Ernährung (12 Prozent) stehen ebenfalls weit oben auf der Liste der Gesundheitsgefahren . Jeder Befragte konnte mehrere Gesundheitsrisiken nennen.

Vertrauen in staatliche Stellen: Nur 56 Prozent der Befragten gaben an, den Behörden beim Gesundheitsschutz zu vertrauen. 44 Prozent glauben beim gesundheitlichen Verbraucherschutz hingegen weniger oder gar nicht an staatliche Stellen. Darunter sind elf Prozent, die meinen, gesundheitliche Risiken selbst abschätzen zu können.

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Zum Thema:

Hintergrund Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin beurteilt mögliche gesundheitliche Risiken von Lebens- und Futtermitteln, Bedarfsgegenständen und Chemikalien. Es soll dazu beitragen, dass Lebensmittel, Produkte und Chemikalien in Deutschland sicherer werden.